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Zweiarm-Roboter

Zweiarm-Roboter Yumi dirigiert Verdi mit Startenor Andrea Bocelli

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Yumi zeigte in seinem einzigartigen Auftritt auf dem ersten Internationalen Roboter-Festival, was passiert, wenn fortschrittliche Roboter und Kunst aufeinandertreffen.
Yumi zeigte in seinem einzigartigen Auftritt auf dem ersten Internationalen Roboter-Festival, was passiert, wenn fortschrittliche Roboter und Kunst aufeinandertreffen. (Bild: ABB)

Yumi, der kollaborative Zweiarm-Roboter von ABB, gab im Rahmen des ersten Internationalen Roboter-Festivals sein Debüt als Dirigent und dirigierte Startenor Andrea Bocelli und das Lucca Philharmonic Orchestra im Teatro Verdi von Pisa.

Wie bei früheren Aufführungen im eleganten Teatro Verdi in Pisa (Italien) sitzen die Musiker aufmerksam unter der mit Fresken verzierten Kuppel und halten ihre Instrumente griffbereit. Alle Augen sind auf den Maestro gerichtet. Die Solisten stehen bereit und warten darauf, dass der Dirigent mit einer Aufwärtsbewegung seines Taktstocks den Auftakt gibt. Und doch ist dies keine gewöhnliche Aufführung – und kein gewöhnlicher Dirigent. Denn hier absolviert Yumi – der laut Hersteller weltweit erste zweiarmige, kollaborative ABB-Roboter– sein Debüt als Dirigent.

Das war die Kulisse, als Yumi auf der Gala des ersten International Festival of Robotics den italienischen Tenor Andrea Bocelli bei seiner Verdi-Aufführung auf einem Charity-Konzert als Dirigent begleitete. Über 800 hochrangige Gäste aus der ganzen Welt nahmen an der Veranstaltung teil, deren Titel lautete: „A breath of Hope: Dallo Stradivario al Robot“ (Ein Hoffnungsschimmer: von der Stradivari zum Roboter). Unter den Gästen dieser ganz besonderen Aufführung war auch Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB. Unter seiner Federführung wurde Yumi einst entwickelt, als er den Umbau der Division Robotik vorantrieb.

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In einem der schönsten Theater Italiens sang Maestro Bocelli unter der Leitung von Yumi „La Donna è Mobile“, die berühmte Arie aus Verdis „Rigoletto.“ Yumi dirigierte auch die Solistin Maria Luigia Borsi bei der klassischen Sopranarie „O mio babbino caro“ aus „Gianni Schicchi“ von Puccini. Darüber hinaus leitete Yumi eine Passage aus Mascagnis Intermezzo der Oper „Cavalleria Rusticana“ an.

Dieses 15-minütige Zwischenspiel machte deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter reibungslos funktionieren kann.

Maestro Bocelli lobte die Aufführung in höchsten Tönen. „Der Auftritt mit Yumi, dem kollaborativen ABB-Roboter, war ein großes Vergnügen. Dabei wurde deutlich, dass ein Roboter wirklich ein Orchester dirigieren kann – aber nur dank der herausragenden Arbeit äußerst talentierter Ingenieure und im Zusammenspiel mit einem echten Maestro. Ich gratuliere dem Team, das für die Aufführung verantwortlich war“, sagte er danach.

„Ich glaube, dass wir heute Abend wirklich Geschichte schreiben und die zukünftige Anwendung von Robotern revolutionieren“, sagte Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB, nach der Aufführung. „Yumi hat gezeigt, wie intuitiv und selbstlernend diese Maschine ist – wie großartig unsere Software darin ist, sich die Bewegungen eines Dirigenten anzueignen, die Musik zu erfassen und tatsächlich ein ganzes Team zu leiten.“

Die Leitung eines Orchesters gehört zu den höchsten Formen der Kunst: Dabei werden die unterschiedlichen Stimmen der Musiker in ein harmonisches Ganzes überführt, das dem Komponisten würdig ist. Yumi gehört zu den höchsten Formen der Robotertechnik und eröffnet weltweit neue Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter. Das reibungslose Zusammenspiel zwischen Kunst und Roboter hat gezeigt, dass zwischen Mensch und Maschine eine völlig neue Interaktion möglich ist.

Reibungsloses Zusammenspiel zwischen Ellbogen, Unterarm und Handgelenk

Maestro Andrea Colombini, Dirigent des Philharmonieorchesters Lucca, bereitete Yumi auf die Veranstaltung vor – und war begeistert von seiner ausgereiften Technologie. „Das Zusammenspiel zwischen Ellbogen, Unterarm und Handgelenk des Roboters verlief reibungslos. Auch die wiederholten und anspruchsvollen Versuche zur Aufteilung von Auftakt und Taktanfang meisterte er dank seiner Flexibilität mit Bravur“, sagte er. Die feine Gestik eines Dirigenten wurde vollständig reproduziert – und das auf einem Niveau, das er zuvor für unmöglich gehalten hatte.

Yumi begeisterte das Publikum

Yumi führte äußerst flüssige, geschmeidige Bewegungsabläufe durch und war zu ausdrucksstarken Nuancen fähig. Wenn man an die steifen Bewegungen früherer Roboter denkt, wird deutlich, dass hier ein unglaublicher Quantensprung vollzogen wurde. Es zeigt auch, wie einfach Yumi darauf programmiert werden kann, anspruchsvollste Aufgaben bei der elektro-mechanischen Montage durchzuführen.

Die Bewegungen von Yumi wurden in zwei Schritten entwickelt. Bei Proben wurden die Bewegungen von Colombini anhand eines Prozesses, der als „Lead-Through-Programming“ bezeichnet wird, erfasst. Dabei werden die beiden Arme des Roboters so angeleitet, dass diese dem Bewegungsablauf äußerst genau folgen. Dann wurden diese Bewegungen aufgezeichnet. Im zweiten Schritt wurde der Bewegungsablauf mit der ABB-Software RobotStudio verfeinert und auf die Musik abgestimmt. Dank des technischen Know-hows von ABB und der Lead-Through-Programmierung konnte Colombini sich auf das konzentrieren, was er am besten kann: Musik zum Leben erwecken.

Beim ersten International Festival of Robotics wurde das Bewusstsein für die Robotertechnik und die entsprechenden Anwendungen gefördert, darunter auch kollaborative Industrieroboter wie Yumi.

Auch wenn diese Aufführung einen inspirierenden Blick in die Zukunft erlaubte, ist es unwahrscheinlich, dass Roboter jemals das Wissen, die Kunstfertigkeit, die Technik, die Interpretationsfähigkeit und das Charisma eines talentierten menschlichen Dirigenten in sich vereinen werden. Das Ziel besteht schlichtweg darin, Industrieroboter zu entwickeln, die benutzerfreundlicher und leistungsfähiger sind und gleichzeitig weniger menschlicher Eingriffe erfordern.

Genauso wie Yumi den Maestro erfreute, können Roboter in ihrem Umfeld einzigartige Erfahrungen ermöglichen und die Menschen begeistern.

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