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Partnerland Polen

Zwischen Handarbeit und verketteten Maschinen

| Autor: Frank Jablonski

Wie Augmented Reality im Rahmen der Digitalisierung zur Wartung genutzt werden kann, zeigt dieser junge Mitarbeiter im Festo-Testcenter in Janki bei Warschau.
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Wie Augmented Reality im Rahmen der Digitalisierung zur Wartung genutzt werden kann, zeigt dieser junge Mitarbeiter im Festo-Testcenter in Janki bei Warschau. (Bild: Ralf Baumgarten)

Das Leitthema der Hannover Messe ist die integrierte, sprich vernetzte Industrie. Das diesjährige Partnerland Polen produziert zwar noch weitgehend ohne Einsatz von Automatisierung, doch die Politik hat den Handlungsbedarf erkannt und einzelne Unternehmen geben die Richtung vor.

Die vielen kleinen und mittleren Betriebe in Polen befinden sich noch immer auf dem Stand von Industrie 2.0. Mehr als 75 % dieser Firmen arbeiten noch manuell“ sagt Prof. Olzsewski von der Fakultät für Mechatronik an der Technischen Universität Warschau. Mit diesem Statement legt er den Finger in die Wunde: Der größte Standortvorteil Polens ist zugleich auch das Hindernis für Fortschritt: die niedrigen Lohnkosten.

Als geradezu dramatisch schlecht bezeichnet Olzsewski den Einsatz von Roboter-Technik in der Industrie. Dabei beruft sich der Kenner der Automatisierungsszene auf Zahlen des internationalen Robotikverbandes IFR. Die Statistik sieht Polen mit 22 Robotern pro zehntausend Mitarbeiten weit abgeschlagen sogar hinter dem Durchschnitt von 85.

„Die polnische Industrie ist im Bereich Fertigungsautomation noch nicht so weit wie vergleichbare Branchen in anderen Ländern Europas“, bestätigt Marcin Zygadło, Geschäftsführer von Festo Polen. „Die Aktivitäten von Festo Polen sind ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit mit der polnischen Industrie.

In der Landesgesellschaft vereint Festo die Entwicklung und Fertigung von kundenspezifischen Lösungen für alle wichtigen Industriezweige im Land mit einem maßgeschneiderten Angebot an Trainings und Qualifizierungsmaßnahmen, einschließlich der Unterstützung der Lehre an Schulen und technischen Hochschulen.

Qualifikation in Richtung Industrie 4.0

Diese Zusammenarbeit konzentriert sich inzwischen zunehmend auf die Qualifikation in Richtung Industrie 4.0“, erklärt Zygadło. Am Standort Polen entwickelt und fertigt Festo vor allem individuelle Automatisierungslösungen für die Bereiche Automobil, Nahrungsmittel und Verpackung sowie Wasser- und Kraftwerktechnologie. Produziert wird für den polnischen Markt und Deutschland sowie für osteuropäische Nachbarländer.

Bereits in den 1960er Jahren begann Festo mit ersten Trainingsprogrammen im Land. Heute sind die Lernsysteme an 600 Hochschulen und Bildungseinrichtungen in Polen im Einsatz. Die Ingenieure können hinsichtlich ihrer Ausbildung und ihres Fachwissens problemlos mit Ingenieuren aus anderen europäischen Ländern mithalten und den Anschluss der polnischen Maschinen- und Anlagenbauer an den Weltmarkt voran treiben, heißt es bei Festo.

Günstige Arbeitskosten waren auch für Lenze ein Grund in Polen nach einer Vertriebsgesellschaft auch eine Produktion anzusiedeln. Heute sind es etwa 200 Mitarbeiter, die unter anderem Stahl-, Grauguss-und Aluminiumgussbauteile zerspanend bearbeiten.

Zudem montieren die Mitarbeiter Basisgetriebe und elektromechanische Baugruppen in Tarnów. Mit diesem Leistungsspektrum gehört das Werk zu den wichtigsten Versorgern mechanischer Bauteile für Getriebe in der Lenze-Gruppe und beliefert alle Lenze-Logistikzentren weltweit.

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