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Engel Zwischenstand und Zukunft im smarten Kunststoffsektor

| Redakteur: Peter Königsreuther

Vor drei Jahren hat Engel mit inject 4.0 seine Antwort auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 vorgestellt. Die Begriffe smart machine, smart production und smart service haben sich inzwischen in der gesamten Kunststoffindustrie etabliert, so Engel. Nun nehme man den nächsten Meilenstein in Angriff.

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Das ganze Potenzial von Engels Inject-4.0-Idee auszuschöpfen gelinge nur, wenn die Digitalisierung nicht zum reinen Selbstzweck verkomme. Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe, erklärt im Rahmen des inject-4.0 Forum in Linz: „Die digitale Transformation führt inject 4.0 aufs nächste Level. Wir sind auch schon recht weit gekommen. Dennoch ist der Weg in die Industrie 4.0 kein Kurztrip – was uns von Anfang an klar war.“
Das ganze Potenzial von Engels Inject-4.0-Idee auszuschöpfen gelinge nur, wenn die Digitalisierung nicht zum reinen Selbstzweck verkomme. Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe, erklärt im Rahmen des inject-4.0 Forum in Linz: „Die digitale Transformation führt inject 4.0 aufs nächste Level. Wir sind auch schon recht weit gekommen. Dennoch ist der Weg in die Industrie 4.0 kein Kurztrip – was uns von Anfang an klar war.“
(Bild: Engel)

Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, das sei im Rahmen des inject 4.0 Forums in Linz, zu der Engel einen ausgewählten Kreis innovationsgetriebener inject-4.0-Anwender eingeladen habe, einmal mehr deutlich geworden. Industrie 4.0 verfolgt das Ziel, das volle Potenzial von Maschinen, Anlagen und Technologien auszuschöpfen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, flexibler zu agieren und die zunehmende Komplexität sicher zu beherrschen, wie Engel präzisiert. Transparenz und darauf aufbauende Assistenz gelten als die Schlüssel zum Tor für mehr Effizenz bei der Produktion. „Wir sind auf diesem Weg schon gut vorangekommen“, sagt Stefan Engleder, CEO von Engel. Von Beginn an war jedoch klar, dass man mit Industrie 4.0 auf eine längere Reise gehe. Das Ziel sei bekannt, den Weg dorthin gelte es von Etappe zu Etappe mit den Anwendern und Partnern zu pflastern. Aktuell befindet man sich, wie Engleder betont schon vor dem nächsten großen Schritt.

Horizontale Vernetzung ala Google und Amazon ist gefragt

Habe man sich bis dato um die funktionsbezogene Optimierung einzelner Wertschöpfungsglieder aus der Gesamten Kette gekümmert und dazu Daten gesammelt und ausgewertet, also klassisches IIoT betrieben, so reiche diese vertikale Vernetzung nun nicht aus, um Industrie 4.0 komplett durch zu exerzieren. Nun müssen laut Engel die horizontalen Plattformen ins Spiel kommen, um das Ziel zu erreichen, das Angebot verschiedener Unternehmen zu bündeln und Prozesswissen funktionsübergreifend und entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu verknüpfen. Engleder vergleicht diese Idee mit den Vorbildern Amazon und Google. Dabei werden keine greifbaren Waren in die eigene Hand genommen, sondern die verschiedenen Angebote anhand einer Nachfrage zur Verfügung gestellt. Also die Vermittlung und Dienstleistung kennzeichnet die horizontale Vernetzung, wie Engel sie sich vorstellt. Diese Konzentration an Lösungen in Kombination mit schlagkräftiger Datenanalyse soll die Basis dafür liefern, dass die Bedürfnisse der Anwender noch schneller und gezielter erfüllt werden.

Im nächsten Jahr öffnet die Pilotfabrik namens „LIT Factory“

Dieser Trend, heißt es weiter, strahlt natürlich ins B2B-Segment aus, wo sich der Begriff Marktplatz langsam aber sicher etabliert. In Zukunft würden sich Marktteilnehmer mit gleichen, ähnlichen und sich ergänzenden Wertströmen auf diesen Marktplätzen austauschen, dort ihre Produkte und Technologien anbieten und in dieses Netzwerk sowohl ihre Lieferanten als auch die Kunden einbeziehen, so die Vision. Heruntergebrochen auf den Kunststoffsektor heiße das beispielhaft: Der Kunststoffverarbeiter, der eine Vielzahl an Systemen von ganz unterschiedlichen Anbietern einsetzt, findet dort zentral alle relevanten Informationen und kann die angebotenen Anwendungen – so genannte Apps – besonders effizient nutzen.

So sei es kein Zufall, dass an der Johannes Kepler Universität in Linz eine Pilotfabrik für die interdisziplinäre, plattformbasierte Zusammenarbeit entstehe. Im nächsten Jahr wird die LIT Factory, an der sich neben Engel auch Borealis, Covestro, Erema, FACC, Greiner, Leistriz, Motan und Siemens beteiligen, ihren Betrieb aufnehmen.

Ein Dreh- und Angelpunkt in Sachen Circular Economy

Von der Rohstofferzeugung bis zum Recycling nicht mehr benötigter Kunststoffprodukte umfasst die Plattform der LIT Factory die gesamte Wertschöpfungskette. Damit trägt die horizontale Vernetzung dazu bei, weitere brennende Zukunftsthemen voranzutreiben. Ein Beispiel ist das Schließen von Wertstoffströmen. Die Circular Economy setzt eine noch engere Zusammenarbeit der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette voraus, die sich auf einem Marktplatz besonders einfach und effizient gestalten lässt.

„Die LIT Factory erlaubt es, die neuen Möglichkeiten praxisnah zu testen, gemeinsam mit unseren Partnern Erfahrungen zu sammeln, die Herausforderungen der horizontalen Vernetzung weiter zu erforschen und neue Lösungen zu entwickeln“, prognostiziert Engleder. Eine bereits bekannte Herausforderung sei die durchgehende Konnektivität, denn nicht alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette seien zueinander kompatibel – zumindest bis jetzt noch nicht.

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