Energietechnik Wasserstoff aus Sonnenlicht – Durchbruch bei regenerativer Energie
Die Technische Universität Ilmenau hat bei der Erforschung neuer regenerativer Energien einen aus wissenschaftlicher Sicht spektakulären Durchbruch erzielt. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Ilmenauer Professors Thomas Hannappel steigerte den Wirkungsgrad der so genannten direkten solaren Wasserspaltung von 12,4 auf 14 %.
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Mit der Methode, die auf künstlicher Photosynthese beruht, lässt sich der Brennstoff Wasserstoff aus dem Licht der Sonne herstellen – sauber, nachhaltig und kostengünstig. Das spektakuläre Rekordergebnis, veröffentlicht in der führenden Fachzeitschrift „Nature Communications“, könnte die Lösung der Energieprobleme auf der Welt sein.
Weltweit suchen Forscher fieberhaft nach Alternativen zu den zur Neige gehenden herkömmlichen, fossilen Energieträgern. Spätestens seit der ersten Ölkrise Anfang der 70er Jahre wird aber nicht nur nach bezahlbaren Brennstoffen gesucht. Angesichts des Klimawandels, der weitgehend durch die Verbrennung der fossilen Energieträger verursacht wird, suchen Forscher auch nach Brennstoffen, die regenerativ und sauber erzeugt werden können. Den ultimativen Energieträger sehen viele in Wasserstoff: Er weist eine hohe Energiedichte auf und bei seiner Verbrennung entsteht als Abfallprodukt nur reines Wasser.
Derzeit wird das Gas aber ganz überwiegend durch Dampfreformierung von Methan erzeugt, eine alles andere als umweltfreundliche und nachhaltige Methode. Nahezu ohne schädliche Abfallprodukte lässt sich Wasserstoff hingegen mit der Methode der direkten solaren Wasserspaltung herstellen. Bei der so genannten künstlichen Photosynthese ist es Sonnenenergie, die die Photolyse von Wasser antreibt. So wird die Energie des Sonnenlichts direkt in Wasserstoff umgewandelt, der anschließend wieder zum Ausgangsprodukt Wasser umgesetzt werden kann – ein Kreislauf, der eine saubere und ökologisch nachhaltige Energiewirtschaft ermöglichen könnte. Im Energiemix der Zukunft haben solche solaren Brennstoffe ein ungeheures Potenzial: Noch 2014 lag in Deutschland, dem in der Welt „Energiewendeland Nr. 1“, der Anteil der erneuerbaren Brennstoffe an der gesamten Energieproduktion bei nicht mehr als 11 %. Wissenschaftler der Elektrochemie sehen die Methode, Brennstoffe aus Licht zu erzeugen, daher als heiligen Gral zur endgültigen Lösung aller Energieprobleme.
Ab 15 % Effizienz wirtschaftlich konkurrenzfähig
Die Herstellung von „Sonnen-Wasserstoff“ auf industrieller Ebene scheitert aber bisher an den Kosten. Um den Produktionsaufwand finanziell zu rechtfertigen, ist der Wirkungsgrad der künstlichen Photosynthese, also der Energiegehalt des erzeugten Wasserstoffs bezogen auf den des zugeführten Sonnenlichts, einfach zu gering. Bisher lag die maximale jemals erreichte Effizienz bei 12,4 %, ein Ergebnis, das vor 17 Jahren vom National Renewable Energy Laboratory in den USA erzielt wurde. Schätzt man einen wirtschaftlichen Einsatz der solaren Wasserspaltung im Vergleich mit fossilen Brennstoffen ab, so könnte man ab einer Effizienz von etwa 15 % wirtschaftlich konkurrenzfähig werden.
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