KSS Kühlschmierstoff ohne Formaldehyddepots

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Mit dem innovativen Kühlschmierstoff Rhenus FU 800 stellt Rhenus Lub ein Fluid vor, das frei von Aminen, Borsäure und Formaldehyddepots ist. Schon heute erfüllt das neue Produkt die Anforderungen an den Gesundheitsschutz und ist außerdem auch nicht kennzeichnungspflichtig.

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Bei der Formulierung von Rhenus FU 800 wurde konsequent auf alle Inhaltsstoffe verzichtet, die momentan diskutiert werden.
Bei der Formulierung von Rhenus FU 800 wurde konsequent auf alle Inhaltsstoffe verzichtet, die momentan diskutiert werden.
(Bild: Rhenus)

Bei der neuartigen Formulierung von Rhenus FU 800 folgt der Hersteller Rhenus Lub nach eigenen Aussagen einem einfachen Prinzip: Als bester Ansatz gilt es, potentielle Gefährdungsquellen zu vermeiden. Über Inhaltsstoffe und Grenzwerte streiten Wissenschaftler und Hersteller schon lange. Für Forscher und Gesetzgeber auf nationaler und europäischer Ebene sind Grenzwerte fließend. Was heute als unbedenklich gilt, kann morgen schon als ein Risiko für die Gesundheit eingestuft werden. Wenn der Gesetzgeber Normen verschärft, beruht dies oftmals auf exakteren Messmethoden oder neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Anwender sind daher auf der sicheren Seite, wenn sie a priori Inhaltsstoffe vermeiden, bei denen heute schon die Gefahr besteht, dass sie irgendwann einmal sanktioniert werden könnten.

„Was nicht drin ist, kann nicht schaden“

Anwender und Hersteller folgen deshalb der einleuchtenden Einstellung: Was nicht in den Fluiden enthalten ist, kann erst gar nicht zu Hautirritationen, zu Gesundheitsbeeinträchtigungen oder gar zu anderen Schädigung führen. Zwar obliegt die Verantwortung für den Schutz der Mitarbeiter stets dem Unternehmer. Aber sie beginnt nach der Auffassung von Rhenus Lub bereits bei der Herstellung von Kühlschmierstoffen. „Wir verstehen modernen Arbeitsschutz als eine präventive Maßnahme, die wir unseren Kunden, den Anwendern in der Metall verarbeitenden Industrie, bieten“, sagt Dr. Hans-Jürgen Schlindwein, Leiter Forschung & Entwicklung für Kühlschmierstoffe bei Rhenus Lub.

Die Beachtung von Sicherheits- und Gesundheitsrichtlinien sowie des Umweltschutzes ist daher im Unternehmen fest verankert und durch Qualitätsmanagement- und Arbeitsschutzmanagementsysteme wie z. B. ISO 9001, 14001 und OHSAS 18001 gewährleistet. „Nach diesen Anforderungen formulieren wir auch unsere Kühlschmierstoffe“, bestätigt Schlindwein. „Bei der Formulierung von Rhenus FU 800 haben wir konsequent auf alle Inhaltsstoffe verzichtet, die momentan heiß diskutiert werden. Damit ist unser neues Fluid das Paradebeispiel für einen modernen Kühlschmierstoff, der alle positiven Eigenschaften in sich vereint – sicher, leistungsstark, kennzeichnungsfrei und damit fit für die Zukunft der Zerspanung.“

Zukunftssicher dank neuartiger Formulierung

Bei der Formulierung von rhenus FU 800 gehen die Forscher des Mönchengladbacher Schmierstoffspezialisten einen neuen Weg. Sie verzichten konsequent nicht nur auf amin- und borsäurehaltige Zugaben, sondern auch auf ein Formaldehyddepot. Zudem wurde eigens für rhenus FU 800 ein neues Emulgatorsystem entwickelt, das weniger schäumt und ein gutes Rückspülvermögen aufweist. „Die konsequente aminfreie Formulierung der Kühlschmierstoffe verhindert die gefürchtete Nitrosaminbildung. Auch eine Bildung dieser kanzerogenen Verbindung aus Verunreinigungen, die in Aminen enthalten sein können, ist wegen der Aminfreiheit nicht möglich,“ erklärt Schlindwein.

Neben der aminfreien Formulierung war auch der Verzicht auf Borsäure für das Forschungs- und Entwicklungs-Team bei Rhenus Lub ein wichtiger Schritt zu hochmodernen umweltfreundlichen Schmierstoffen. Denn Borsäure steht nach der neuesten Gesetzgebung der Europäischen Union unter dem Verdacht, reproduktionstoxisch und damit schädlich für das menschliche Erbgut zu sein. „Das stellt uns als spezialisierten Hersteller von Kühlschmierstoffen vor eine besondere Herausforderung“, sagt Schlindwein. „Denn Borsäure, gebunden als Borsäurealkanolaminester, galt lange Zeit als wichtige Voraussetzung zur Formulierung leistungsstarker wassermischbarer Kühlschmierstoffe.“

Auch der Verzicht auf das Formaldehyddepot ist ein Beispiel für den nachhaltig orientierten und verantwortungsbewussten Umgang mit Kühlschmierstoffen. Der Einsatz von Formaldehyddepots im Kühlschmierstoff beugt dem Befall mit Bakterien vor. Durch die Einstufung von Formaldehyd, der Grundkomponente der Formaldehyddepots, als kanzerogen 1B besteht die Gefahr, dass Formaldehyddepots ebenfalls so eingestuft werden.

Was Anwender sich wünschen, ist ein kennzeichnungsfreier KSS

Diese konsequente Auswahl von Inhaltsstoffen hat zur Folge, dass Rhenus FU 800 nicht kennzeichnungspflichtig ist. Für Anwender in der Metall verarbeitenden Industrie ein klarer Vorteil, denn die Kennzeichnungspflicht bereitet ihnen ernsthafte Probleme. Seit dem 1. Juni 2015 müssen Zubereitungen – und damit auch Kühlschmierstoffe – nach der GHS/CLP-Verordnung (Globally Harmonised System, Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) eingestuft werden. Das weltweit harmonisierte System soll den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt einheitlicher, transparenter und vergleichbarer machen. Entfällt die Kennzeichnungspflicht, fühlen sich nicht nur die Mitarbeiter sicherer, sondern es entstehen auch zahlreiche handfeste betriebswirtschaftliche Vorteile. Die Kennzeichnung muss vorgenommen und überwacht werden und erfordert Schulungen von Mitarbeitern für die entsprechende Gefahrenklasse und an Maschinen und Anlagen sind unter Umständen kostspielige Umbauten vorgeschrieben.

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