Energieversorgung Schienenverteiler sorgen in elektrischen Anlagen für die optimale Energieversorgung
Schienenverteiler-Systeme bieten neben der bekannten Sicherheit längst eine Vielzahl von Vorteilen, wie sie in der Industrie, im Handwerk und in Zweckbauten gefordert werden. Unter dem Signet Sivacon 8PS bietet Siemens mehrere Produktfamilien, die für die unterschiedlichsten Anwendungsfälle entwickelt worden sind und sich individuell in die gewählten Energieversorgungskonzepte einbinden lassen.
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Die Frage nach der richtigen Art der Energieversorgung ist schon längst keine Gewissensfrage mehr: Schienenverteiler-Systeme bieten neben der bekannten Sicherheit längst eine Vielzahl von Vorteilen, wie sie in der Industrie, im Handwerk und in Zweckbauten gefordert werden. Anhand einiger Beispiele lässt sich das sehr anschaulich belegen. Diese zeigen auch, dass man mit einem modular aufgebauten System schnell die richtige „Hausnummer“, also Auswahl findet.
Bekanntermaßen „kommt der Strom aus der Steckdose“ – so die alte Binsenweisheit vieler Stammtischgespräche. Die viel interessantere Frage dabei ist, wie er „auf den letzten Metern“ dorthin gelangt. An diesem Thema kam bisher kein Unternehmen vorbei, weshalb es inzwischen eine fast unüberschaubare Zahl unterschiedlicher Lösungsvarianten gibt.
Diesem „Kabelverlege-Dschungel“ will Siemens mit seinen Schienenverteiler-Systemen beikommen. Unter dem Signet Sivacon 8PS bietet es mehrere Produktfamilien, die für die unterschiedlichsten Anwendungsfälle entwickelt worden sind und sich individuell in die gewählten Energieversorgungskonzepte einbinden lassen.
Ein Blick auf die Möglichkeiten moderner Schienenverteiler-Systeme (Bild) zeigt, dass sie eine Reihe interessanter Vorteile gegenüber reinen Kabelverteilungen bieten. Die gestaffelten Baugrößen orientieren sich dabei an den in der Industrie häufig vorkommenden Aufgabenstellungen.
Beispielsweise stand die Firma Fecken-Kirfel GmbH & Co. Maschinenfabrik, ein renommierter Schneidmaschinenhersteller in Aachen, vor der Entscheidung, sein neues Werkzeugmaschinenzentrum energetisch optimal auszurüsten. Im Kellergebäude wurden die Schienenverteiler-Systeme BD01 und BD2 von Siemens an der Decke montiert. Während BD2 für Ströme von 160 bis 1250 A ausgelegt ist, wurde die kleinere Variante BD01 für die Energieversorgung von Kleinverbrauchern im Bereich zwischen 40 und 160 A entwickelt.
Umfassend für den Brandschutz ausgelegt
Durch die standardisierten Schienenelemente, die 3 m lang sind, verkürzt sich eine Installation gegenüber der Kabelverlegung um den Faktor zwei, wie Experten berichten. Für die zentimetergenaue Anpassung einer Installation können beim Hersteller für das System BD2 auch andere Längenmaße im 1-cm-Raster geordert werden. Allein durch die mechanische Festigkeit solcher Stränge lässt sich auch bei der Anzahl der Befestigungspunkte kräftig sparen. Dadurch reduziert sich auch die Montagezeit erheblich. Gerade in Zweckbauten wird zunehmend die gesamte Befestigungstechnik – also auch für die Schienenverteiler-Systeme – an Spezialunternehmen vergeben.
Ein weiterer Aspekt, der sogar bei Sachversicherern auf offene Ohren stößt, ist die deutliche Reduzierung der Brandlast durch den Einsatz solcher Schienenverteiler-Systeme. Denn was bei Kabeln die Kunststoff-isolierung ist, zeigt sich bei Schienensystemen lediglich als lackiertes Blech in Verbindung mit Abstandshaltern aus Kunststoff. Die Erfahrung lässt den Schluss zu, dass damit die Brandlast je nach Anwendung etwa um den Faktor sieben reduziert werden kann.
Selbst bei Wanddurchbrüchen spielt das BD2 seine Vorteile aus. Das gilt auch für Leichtbauwände, wie sie in kommerziell genutzten Gebäuden immer häufiger anzutreffen sind. Siemens hat für das BD2-Schienenverteiler-System entsprechende Tests durchgeführt und die Zulassung für Brandschutz gemäß S90 oder S120 erhalten. Durch weitere Prüfungen wurde sogar dessen Sprinklertauglichkeit nachgewiesen.
Auf Veränderungen flexibel reagieren
Für die flexible Anpassung an den Maschinenpark haben alle Stromschienen vorgefertigte Blechaussparungen im Abstand von 50 cm, in die entsprechende Abgänge eingeschoben werden können. Bis 630 A Bemessungsstrom können diese sogar unter Spannung ge- oder versetzt werden, wenn dies die Bestimmungen des jeweiligen Landes erlauben. Dadurch lässt sich weitere Zeit sparen und die Zahl der Unterbrechungen in einer Fertigung oder Montage deutlich minimieren. Das war ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Verantwortlichen in der Maschinenfabrik Fecken-Kirfel, schließlich sind Änderungen innerhalb des Maschinenparks in der betrieblichen Praxis gang und gäbe. Bis 400 A genügt sogar eine Steckklemme für die sichere Verbindung der Stromschienen.
Das Schienenverteiler-System BD2 dient außer der direkten Energieversorgung von mittelgroßen Verbrauchern auch als Einspeisung für die kleineren Schienentypen BD01 und CD-K (25 bis 40 A), die Siemens anbietet. Beim Aachener Traditionsunternehmen, wo schon in den 60er-Jahren erfolgreich mit Schienenverteiler-Systemen gearbeitet worden ist, befindet sich im Erdgeschoss ein BD01-Brüstungskanal an allen vier Seiten der Halle.
Die Energieversorgung erfolgt dabei über Zuleitungen aus dem Kellerbereich, die direkt in die Einspeisekästen laufen. Diese können wahlweise als Anfangs-, End- oder Schwerpunkteinspeisung an jeder Verbindungsstelle im Strang aufgesetzt werden. Hinzu kommt: Auch bei dieser Brüstungskanal-Produktfamilie lassen sich Abgangskästen entsprechend individuell wie beim Typ BD2 einplanen und installieren. Für Anwender ergibt sich damit ein Maximum an Flexibilität.
Zwei Spannungsebenen in einer Elektroinstallation
Wie hoch das zu bewerten ist, zeigen Beispiele aus anderen Anwendungsfeldern. Im Autohaus Vossel in Mechernich bei Köln wurde die bauliche Erweiterung der bestehenden Räumlichkeiten notwendig. Es galt, zwei Spannungsebenen in einer umlaufenden Elektroinstallation flächendeckend zu realisieren und zu gewährleisten, so dass eine Verwechslung dieser Ebenen während des Betriebs ausgeschlossen ist. Auch dort war die Lösung ein Brüstungskanal mit BD01.
Elektrisch angetriebene Verbraucher wie Hebebühnen, Beleuchtung, Rolltore, Schweiß- und Diagnosegeräte werden dort ebenso versorgt wie Schuko- und CEE-Steckdosen. Sehr praktisch ist beim BD01 die Möglichkeit, die Abgänge mit zusätzlichen Schutzeinrichtungen wie E27-Sicherungen oder Leitungsschutzschaltern gegen Kurzschluss oder Überlast auszustatten.
Zwei-Mann-Montage möglich
Während der Installation zeigen sich weitere praktische Vorteile: Der Systemaufbau der BD01-Baureihe macht eine Zwei-Mann-Montage leicht möglich. Das gesamte Schienenverteiler-System lässt sich mit nur zwei Gabelschlüsseln der Nennweite 10 und 13 plus einem Schraubendreher montieren. Damit spart der Monteur Zeit und der Unternehmer Geld.
Durch den Einsatz standardisierter Schienenverteiler-Systeme ergibt sich eine Reihe von Vorteilen, die sich bei Planung und Installation, bei späteren Modifikationen im Betrieb sowie bei der Sicherheit und den Gesamtkosten bezahlt machen. Außer der Reduzierung der Brandlast erhalten Anwender ein Maximum an Flexibilität, um ihre Produktions- oder Montagehallen schnell dem Bedarf anpassen zu können. Aber auch in anderen Zweckbauten wie Handwerks-, Büro- oder Verkaufsräumen ergibt sich damit eine spürbare Effizienzsteigerung. MM
Dipl.-Ing. (TH), technischer Betriebswirt (IHK) Stephan Weber ist bei der Siemens AG, Automation and Drives, Niederspannungs-Schalttechnik in Köln als Vertriebsingenieur tätig. Weitere Informationen: Siemens AG, Karin Kaljumäe, 90766 Fürth, Fax (09 11) 9 78-32 82, karin.kaljumae@siemens.com
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