Instandhaltung

Das Amazon-Prinzip für den Maschinenbauer

04.02.13 | Autor / Redakteur: Martin Förster und Simon Hog / Robert Weber

Bild 1: Um einen besseren Überblick über den Endverbleib von Komponenten zu erhalten, will Siemens Industry den Umsatz und das Ergebnis des Servicegeschäfts weiter steigern.
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Bild 1: Um einen besseren Überblick über den Endverbleib von Komponenten zu erhalten, will Siemens Industry den Umsatz und das Ergebnis des Servicegeschäfts weiter steigern. (Bild: Siemens)

Der Einsatz von Datenbanken über die Endverbleibe von Komponenten, Maschinen und Anlagen ist bei wenigen Industrieunternehmen Praxis. Und auch diese Unternehmen verfügen noch über erhebliche Potenziale. Dabei ließen sich leicht zusätzliche Umsatz- und Gewinnpotenziale erzielen.

Eine installierte Basis (iBase) ist eine Datenbank für die Endverbleibe von Komponenten, Maschinen und Anlagen. Sie beinhaltet zumindest Informationen über Kunden, Werke und Anlagentypen. Diese können die Hersteller häufig aus den Verkaufsdaten ziehen. Darüber hinaus sollten auch Alter, Auslastung, Variante, Umbauten, Überholungen, Softwareversion und weitere infrage kommende maschinen- und anlagenspezifische sowie Service-Log-Informationen gesammelt werden.

Kundendaten machen wesentlichen Teil der Maschinen- und Anlageninformationen aus

Häufig wird der Begriff iBase auch für die Grundgesamtheit von Installationen eines IT-Systems verwendet; diese Bedeutung steht hier jedoch nicht im Vordergrund. Ähnlich wie in einem CRM-System werden in einer iBase Stamm- und Transaktionsdaten mit Kundenbezug gesammelt und verwendet.

In einer iBase (Bild 2 – siehe Bildergalerie) beziehen sich diese Daten allerdings nicht zwangsläufig auf einen Kunden, sondern auf eine Endinstallation oder auf einen Endnutzer. So könnte beispielsweise ein Gabelstaplerhersteller zwar einen Gabelstapler an einen großen Automobilhersteller im süddeutschen Raum verkauft haben, dieser den Gabelstapler aber in seinem Werk in Tschechien einsetzen. Im CRM-System steht dann der süddeutsche Automobilhersteller als Kunde, in der iBase das Werk in Tschechien.

Eine Verknüpfung beider Systeme ist unerlässlich, da auch die Kundendaten einen wesentlichen Teil der Maschinen- und Anlageninformationen ausmachen. Die Maschinen und Anlagen bloß als Teil der Kundendaten zu betrachten, reicht jedoch nicht aus, da die Informationsbreite, Detailtiefe und Informationen über Funktionalitäten nicht im erforderlichen Maß dargestellt werden.

Die wenigsten Industrieunternehmen sammeln Daten

Maschinen- und Anlagenbauer fragen sich, worin der Mehrwert einer iBase liegt. Denn Kundendaten sind in der Regel bereits im CRM-System gepflegt und viele Kunden- und Verkaufsinformationen wie Garantiefälle, Reparaturen, Ersatzteile und Umbauten im Qualitäts- oder Service-Management-Tool erfasst. Doch trotz CRM und Service-Management-Tool sammeln die wenigsten Industrieunternehmen diese Daten und Informationen flächendeckend und haben sie auf Knopfdruck verfügbar. Beispielsweise berichtet ein Anlagenbauer, dass er zwar alle Zeichnungen seiner alten Anlagen habe, diese aber auf Papier in Ordnern im Keller lägen und bei Bedarf ein Mitarbeiter suchen gehe. Zudem liegen viele Informationen in veralteten Qualitätsmanagement-Systemen.

Eine Verknüpfung mit CRM oder gar einem modernen Product-Lifecycle-Management-System ist im Maschinen- und Anlagenbau noch lange nicht Standard. Wie Projekte und Kundenerfahrungen zeigen, geht die Qualität der Daten und Informationen auseinander und ist in einigen Bereichen schlecht. So pflegen viele Unternehmen nur die Daten sorgfältig, auf denen ein besonderer Fokus liegt, beispielsweise Garantiefälle und Rechnungsinformationen.

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