Reibungslose Abläufe mit Artikelnummernsystem
Die Einführung einer ERP-Lösung mit Modulen wie komplexe Lagerverwaltung, Finanzbuchhaltung, Qualitätsmanagement oder E-Commerce erfordert oft weitreichende Umstrukturierungen der...
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Die Einführung einer ERP-Lösung mit Modulen wie komplexe Lagerverwaltung, Finanzbuchhaltung, Qualitätsmanagement oder E-Commerce erfordert oft weitreichende Umstrukturierungen der Unternehmensprozesse. Aber auch schon die Einführung eines durchdachten Artikelnummernsystems kann dazu beitragen, dass die Abläufe reibungsloser funktionieren.Die Geschäftsentwicklung des Hartmetallproduzenten Extramet AG, Plaffeien in der Schweiz, entwickelte sich in den vergangenen Jahren stürmisch (Verdreifachung der Fertigungskapazität, Verdopplung der Belegschaft). Das schnelle Wachstum führte nicht nur zu bedeutenden Strukturveränderungen im Unternehmen, sondern auch zu einem wesentlich höheren Informationsbedarf. Das frühere PC-System verfügte im Wesentlichen nur über Funktionen für die Auftrags- und Lagerverwaltung. Extramet verarbeitet nur wenige Rohmaterialien. Ausschließlich pulverförmiges Wolframcarbid und Kobalt werden im hauseigenen Labor gemischt, wobei die Menge von Kobalt die Härte und Bruchfestigkeit bestimmt. Kommt das Material aus dem Vorsinterofen, muss es mit Diamantwerkzeugen bearbeitet werden. Sogenannte Soft-Lager dienen als Zwischenstation für solche Vorprodukte. Vor der Suche nach einem geeigneten ERP-System erstellte Extramet ein detailliertes Pflichtenheft. Die typischen Ansprüche an die Produktionsplanung wurden durch hohe Anforderungen bezüglich Auswertungen, Verwaltung der verschiedenen Lager, schnittstellenfreie, integrierte Abwicklung von Finanzbuchhaltung und Zeiterfassung sowie Internet-Anbindungsmöglichkeiten der beiden Niederlassungen in Deutschland und den USA ergänzt. Ebenso sollte die neue Lösung über einen Listengenerator verfügen, mehrsprachig sein und die Anforderung abdecken, keine größeren Anpassungen vornehmen zu müssen.Eine Spezialität bei Extramet sind die sogenannten Konsignationslager. Das sind spezielle Übergangslager vor Ort beim Kunden, die dessen Bedarf bis zu drei Monaten im Voraus abdecken. Gerade für die Automobilzulieferer ist eine solche flexible Lösung von Vorteil, da sie mit Zugriff auf das Konsignationslager die benötigten Hartmetallprodukte jederzeit in den Just-in-time-Fertigungsprozess einbinden können. Extramet wollte diese Lager ebenfalls mit der neuen ERP-Lösung überwachen und hinsichtlich der Bestände optimieren. Nach Auswertung der am Markt relevanten Softwareprodukte und Begutachtung eines Referenzproduktes entschied sich Extramet für das ERP-System infor:NT der Infor (Schweiz) AG. Releasewechsel während EinführungExtramet startete die Einführung des infor-Systems mit der NT-Version 5.1. Nach der Installation der Module wurden sämtliche Stammdaten neu eingegeben, weil eine Datenübernahme zu aufwändig gewesen wäre. Da die Version 5.1 keine Verwaltung der Konsignationslager beinhaltete, wurde noch während der Einführung der Umstieg auf das neu auf den Markt gekommene Release 5.3 vollzogen. Extramet stimmte die interne Organisation auf das neue System ab. Gleichzeitig wurde ein neues Nummernsystem für die Artikel kreiert, das jedes Teil hinsichtlich Form, Abmessungen und Qualität eindeutig beschreibt. Durchlaufzeiten massiv verkürztDie Stammdatenverwaltung wird komplett von der Arbeitsvorbereitung erledigt. Dazu gehört neben der Vergabe neuer Artikelnummern die Erfassung neuer Kunden und Lieferanten sowie die Pflege und Neuanlage der infor-spezifischen Ressourcenlisten. Bei Extramet sind diese zentralen Informationsträger, die Arbeitspläne, Material und Kapazitäten integriert abbilden, zweistufig angelegt, so dass die Fertigung mit dem Rohmaterial oder aber mit den Vorprodukten aus den Soft-Lagern beginnen kann. Oft kann inzwischen die gesamte Durchlaufzeit von durchschnittlich acht bis zehn Wochen auf zwei bis vier Wochen verkürzt werden, wenn diese Zwischenlager geeignete Bestände aufweisen. Entsprechende Liefertermine ermittelt die Arbeitsvorbereitung aus den im System hinterlegten Durchschnittszeiten.Aus den aktuellen Kundenaufträgen sowie dem Nachfüllbedarf der Softlager sowie der Konsignationslager generiert die Software für die Produktion einmal täglich optimierte Fertigungsaufträge. Gleichzeitig werden Bestellvorschläge an die externen Schleifereien erzeugt. Alle auf verschiedenfarbigem Papier ausgedruckten Fertigungsaufträge sind mit Barcodes versehen, die nach Fertigungsende die Rückmeldung von produzierten Stückzahlen und Ausschussware vereinfachen.Künftig sollen die Konsignationslager im Infor-Standard abgedeckt werden. Zum anderen müssen noch die Module für die Finanzbuchhaltung und die Zeitwirtschaft eingeführt sowie die elektronische Anbindung von Tochtergesellschaften und Kunden per Connect-Modul über das Internet realisiert werden. Zwar konnte früher die entsprechende Software anderer Hersteller mit Hilfe von Schnittstellen genutzt werden. Das Ziel von Extramet ist jedoch eine echte Integration dieser Funktionalitäten.
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