Einkauf Behälterlösungen nach dem Kanban-Prinzip reduzieren den Beschaffungsaufwand

Redakteur: Güney Dr.S.

Behälterlösungen für ein intelligentes Logistiksystem nach dem Kanban-Prinzip reduzieren den Beschaffungsaufwand. Seit Generationen handelt Ferdinand Gross mit Hauptsitz im baden-württembergischen...

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Seit Generationen handelt Ferdinand Gross mit Hauptsitz im baden-württembergischen Leinfelden-Echterdingen mit Schrauben, Muttern, Stiften, Scheiben und Splinten – so genannten C-Teilen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Branchen Maschinenbau und Automotive. Von Leinfelden-Echterdingen gehen täglich 120 Euro-Paletten und 500 Paketsendungen auf den Weg zu den rund 15000 festen Kunden. Doch Ferdinand Gross vertreibt nicht nur Schrauben. Das Unternehmen, das zu den fünf größten Schraubengroßhändlern Deutschlands zählt, bietet seinen Kunden auch ein revolutionäres und perfektioniertes Logistikkonzept für C-Teile an. Mit im Boot ist die Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, die spezielle Regal- und Behälterlösungen wie Sicht-rollwagen und Ständerregale mit Sichtlagerkästen für das intelligente Logistik-System nach dem Kanban-Prinzip anbietet.Ein Unternehmen, das das Dienstleistungsmanagement von Ferdinand Gross nutzt, ist die Koenig & Bauer AG (KBA) in ihrem Werk Radebeul bei Dresden. KBA mit Stammsitz Würzburg ist einer der weltweit größten Druckmaschinenhersteller und seit mehr als 100 Jahren im Geschäft. Mit einem Abnahmesortiment von 3000 unterschiedlichen Teilen ist KBA außerdem einer der drei größten Kunden von Ferdinand Gross. Für die Montage der bis zu 30 Meter langen Druckmaschinen liefert Ferdinand Gross neben einem breiten Sortiment an Norm- und Zeichnungsteilen auch Elektro-, Hydraulik- und Pneumatikartikel sowie Dichtungen und Kugellagersortimente im Werk Radebeul an. Die Lieferung und Bestellung erfolgt nach dem Kanban-Prinzip, was den Beschaffungsaufwand für Koenig & Bauer erheblich reduziert: Üblicherweise entfallen 85% der Kosten bei der Bestellung von C-Artikeln auf Vorgänge wie Bedarfsermittlung, Preisverhandlung, Wareneingang und Rechnungsbezahlung. Verteilte Lager sind schwierig zu überblickenMit Einführung des Kanban-Systems hat KBA 70% der Handlingkosten eingespart. Früher lagerte KBA Schrauben, Muttern und Stifte für die Bogenoffsetmaschinen-Produktion in einem zentralen und fünf dezentralen Lagern - verteilt über die ganze Produktionshalle. Der Platzbedarf für die Lagerung war verhältnismäßig groß, außerdem war es schwierig, den Überblick über die vorhandenen Kleinteile zu behalten und immer die richtige Schraube zur richtigen Zeit griffbereit zu haben. Auch die Beschaffung von Nachschub gestaltete sich zeit- und arbeitsaufwändig: Jeder Monteur war selbst dafür verantwortlich, dass ihm nie die Teile ausgingen.Die Zentralisierung der Beschaffung und Lagerung der Kleinteile via Kanban war und ist eine logistische Herausforderung. Einen Lösungsbaustein liefert Bito-Lagertechnik in Form von zwei Regalsystemen: Stationäre Ständerregale mit einseitig angebrachten Sichtlagerkästen an den mehr als 120 Montageplätzen dienen als Pufferlager für Artikel, die dort regelmäßig benötigt werden. Die mobilen Sichtrollwagen, an denen beidseitig Sichtlagerkästen angebracht sind, begleiten „mobile“ Monteure dagegen direkt von Montageplatz zu Montageplatz. So hat jeder Mitarbeiter immer die benötigten Schrauben griffbereit. Der Monteur kann die Sichtlagerkästen nach seinem eigenen Ordnungssystem in den Rollwagen einsortieren, Ferdinand Gross beschriftet dann die Kästen nach Kundenvorgabe mit Bar-code-Etiketten. Im Produktionsumfeld ist es wichtig, dass die Regalsysteme und Behälter robust sind - diese Voraussetzung erfüllen die Bito-Produkte.KBA hat momentan 35 Ständerregale mit den Maßen 1885 mm x 1130 mm x 500 mm (L x B x H) von Bito-Lagertechnik im Einsatz. Sie sind mit vier Reihen à sieben großen und fünf Reihen à zehn kleinen Sichtlagerkästen bestückt. Insgesamt bietet ein Ständerregal Platz für 78 Behälter. Die Sichtrollwagen haben die Maße 1705 mm x 1130 mm x 710 mm (L x B x H) und sind analog, aber beidseitig bestückt. Davon setzt KBA momentan rund 130 Stück ein. Alle Metallteile der Regale wurden auf Wunsch des Kunden brillantblau beschichtet. Das Auftragsvolumen für Bito-Lagertechnik lag bei rund 50000 Euro - Tendenz steigend. Die Lösung gestaltet sich derart praktisch, dass Ferdinand Gross die Montageplätze im gesamten Werk sukzessive mit Ständerregalen und Sichtrollwagen ausstattet. Momentan kommen jede Woche rund zwei Stück hinzu. Außerdem empfiehlt Ferdinand Gross die Regaltechnik von Bito auch seinen anderen Kunden in Deutschland, Österreich und Tschechien.Wie funktioniert nun das Kanban-System zwischen Ferdinand Gross und Koenig & Bauer? Beide Unternehmen haben zusammen den Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresbedarf an den verschiedenen C-Teilen ermittelt und darauf basierend ein ausgeklügeltes Liefersystem entwickelt. Diese Basisarbeit war wichtig, denn eine fehlende Schraube würde laut Frank Schleicher die gesamte Produktion zum Erliegen bringen. Das Kernstück bei KBA sind drei zwölf Meter hohe Megalifte, die als Pufferlager für einige Tage dienen. Darin lagern die Artikel in Behältern - von jedem benötigten Schraubentyp zwei Kisten mit vorher definierter Menge. Jeder Behälter trägt einen Barcode und wird, sobald er leer ist, von Ferdinand Gross abgescannt und schließlich wieder aufgefüllt. Währenddessen bedienen sich die Mitarbeiter aus der zweiten Kiste. Alle Beschaffungsvorgänge laufen automatisch ab, der Lagerverwaltungsrechner weiß immer Bescheid über den aktuellen Materialbestand.Gesamter Versorgungsprozess ist klar strukturiertDer gesamte Prozess in der Versorgung der Montageplätze mit Schrauben und anderen C-Teilen ist klar strukturiert: Der Megalift befördert in definierter Reihenfolge Behälter mit den Kleinteilen in Entnahmeposition. Der Mitarbeiter entnimmt daraus nach Angaben auf dem Kommissionierbeleg die entsprechende Menge Schrauben und packt sie zusammen mit einem Lieferschein in Zwischenbehälter von Bito-Lagertechnik. Dann stellt er die Behälter auf einen Transportwagen und macht mehrmals am Tag eine Tour zu den Montageplätzen. Hier füllt er die Sichtlagerkästen der Ständerregale und Sichtrollwagen auf. So sorgt er dafür, dass den Monteuren nie das Material ausgeht.

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