Spritzgießen Demag Plastics Group mit 13 Spritzgießmaschinen auf der K 2007

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Auf der Kunststoffmesse K 2007 demonstriert die Demag Plastics Group Spritzgießanwendungen auf 13 Maschinen. Von diesen Maschinen sind sieben als Fertigungssystem am Stand des Maschinenbauers zu sehen. Weitere sechs Spritzgießmaschinen werden mit einer Anwendung bei System- und Prozesspartnern vorgestellt.

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Mit den gezeigten Maschinenanwendungen am Stand von Demag Plastics Group werden wachstumsstarke Absatzmärkte für Spritzgießteile abgedeckt: der Verpackungs-, Automobil-, Consumer- und medizintechnische Bereich. Das dafür erforderliche Know-how in der System- und Anwendungstechnik fasst der Maschinenbauer künftig in Clustern zusammen. Im Verpackungsbereich ist das bereits geschehen.

Spritzgießen von Deckeln im 24-fach-Etagewerkzeug

Auf der K2007 stellt die Demag Plastics Group zum Verpackungs-Spritzgießen zwei Schnelllauf-Maschinen der Baureihe Elexis S vor: einerseits die Maschine Elexis S 550/1020-3600 (5500 kN Schließkraft, 1020 mm lichte Holmweite). Auf dieser Maschine werden in einem 24-fach-Etagenwerkzeug des kanadischen Spritzgießers Stackteck, Brampton, Deckel produziert.

Nach einer Zykluszeit unter 5 s fallen die Deckel auf ein Steigförderband, von dem aus sie zur weiteren Nutzung gestapelt werden. Der Stapler des US-Ausrüsters CBW, legt vier Stapel bis zu 1 m Höhe an, die dann zum Beispiel in Kartons verpackt werden können. Der Ausstoß der Fertigungszelle liegt bei 38 000 Deckeln in der Stunde.

Mehrkomponenten-Spritzgießtechnik bei Flaschenverschlüssen

Die zweite Schnelllauf-Maschine der Baureihe Elexis S ist für die Mehrkomponententechnik ausgelegt: als Elexis S multi 300/720-840h. Darauf wird mit einem 16+16-fach Würfelwerkzeug der KTW GmbH, Waidhofen/Österreich, zweiteilige Ölflaschen-Verschlüsse aus Polyethylen mit Originalitätssiegel spritzgegossen. Die Zykluszeit liegt unter 8 s.

Die Einzelteile werden im Werkzeug montiert, wodurch nachfolgende Montageschritte entfallen. Ein IMD-Vista-Closure-Testing-System der IMD AG, Brügg/Schweiz, übernimmt die Qualitätskontrolle und gibt die Gutteile zum Transport an nachfolgende Stationen wie die Verpackung frei.

Reinraum-Spritzgießen auf elektrischer Spritzgießmaschine

Auf der elektrischen Spritzgießmaschine Intelect 210/580-1000 (2100 kN Schließkraft, 580 mm lichte Holmweite, Einspritzeinheit mit Arbeitsvermögen 1000) werden Spritzkolben für medizinische Anwendungen hergestellt: in einem 48-fach-Werkzeug. Die Zykluszeit beträgt weniger als 12 s.

Die Maschine arbeitet dabei unter Reinraumbedingungen im Verbund mit einem Roboter, einer optischen Qualitätskontrolle und einer Verpackungsanlage. Sie ist somit Bestandteil einer automatischen Fertigungszelle. Für die Reinraumbedingungen sind mehrere Laminarflow-Modulen verantwortlich.

Der 6-Achs-Roboter hängt seitlich neben der Maschine an einen Querträger, der an der festen Werkzeugaufspannplatte montiert wurde. Diese Roboter-Integration, die von der Mai GmbH & Co. KG, Klüps, vorgenommen wurde, ermöglicht kurze Wege von der Formteilentnahme bis zur -ablage und eine kompakte Bauweise der Fertigungszelle. So ließen sich Teilehandling, Qualitätskontrolle und Verpackung in die verbreiterte Maschinenschutzeinhausung integrieren.

Auf Wunsch lässt sich das System so programmieren, dass der Roboter in festgelegten Abständen einen Satz Formteile für die Qualitätskontrolle auf ein ebenfalls integriertes Förderband ablegt. Zum Schluss fallen die Formteile in die Beutelverpackungsanlage, die mit einem Label-Drucker für den Barcode ausgestattet ist.

Wie bei den anderen Messe-Exponaten arbeitet die Demag Plastics Group auch bei dieser Maschinenanwendung mit Partnern zusammen: mit Max Petek Reinraumtechnik, Radolfzell (Laminar-Flow-Einheit), der Stäubli Tec Systems GmbH, Bayreuth (Roboter), der Schöttli AG, Diessenhofen/Schweiz (Werkzeug) und der Mai GmbH & Co. KG, Küps – einem Spezialisten für die Integration von Automatisierungstechnik.

Systec-Spritzgießmaschine für IMD-Teile

Auf der Spritzgießmaschine Systec 350/720-1450 (350 kN Schließkraft, 720 mm lichte Holmweite) werden Sonnenblenden für Automobile (VW Passat) spritzgegossen: im IMD-Verfahren. Für das Inmould-Decoration wird die Maschine mit einem Folienvorschubgerät der Leonhard Kurz GmbH & Co. KG, Fürth, und einer Folienvorreinigung der Kist Maschinenbau GmbH, Dresden ausgestattet. Der Roboter DR 731 der Demag Plastics Group entnimmt die Formteile aus dem Werkzeug und sorgt für den Weitertransport zu nachfolgenden Bearbeitungsstationen. Maschine, Werkzeug, Peripheriegeräte und Automatisierungstechnik bildeten eine kompakte Fertigungszelle heißt es.

Der Messestand der Demag Plastics Group ist mit zentralen Systemen für die Werkzeugkühlung, Materialtrocknung und -förderung ausgerüstet. Das Materialmanagement stellt die Werner Koch Maschinentechnik, Ispringen, (Halle 10, Stand A21), und die Kühl- und Temperieranlage die GWK Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH, Kierspe (Halle 10 Stand A56), zur Verfügung.

Herstellung von Thermoplast-PUR-Formteilen auf einer Spritzgießmaschine

Auf den Ständen der Prozess- und Systempartner werden sechs weitere Maschinen der Demag Plastics Group bei Spritzgießanwendungen zu sehen sein: darunter zwei 2000-kN-Maschinen der Baureihe Elexis-S, eine 600- und drei 1000-kN-Maschinen der Reihe Systec.

Als ein Highlight dieser Präsentationen hat der Maschinenbauer die Herstellung von Zwei-Komponenten-Teilen aus einem Thermoplast und einem Ein-Komponenten-Polyurethanschaum angekündigt. Das Besondere an diesem Verfahren, das am Stand der Ceracon GmbH, Weikersheim (Halle 11, Stand G06), vorgestellt wird, ist: Die Zwei-Komponenten-Teile werden komplett im Spritzgießwerkzeug hergestellt.

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