Hightech im Süden Mit Sensorik profiliert
Sensortechnik und Leistungselektronik bieten mit zweistelligen Wachstumsraten gute Voraussetzungen für bayernweite Clusterstrukturen. In der Sensorik hat sich der Raum um Regensburg besonders profiliert.
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Sensortechnik und Leistungselektronik bieten mit zweistelligen Wachstumsraten gute Voraussetzungen für bayernweite Cluster-strukturen. In der Sensorik hat sich der Raum um Regensburg besonders profiliert.
Der Sprecher für den Cluster „Sensorik und Leistungselektronik“, Prof. Dr. Hans Meixner von der Siemens AG, erwartet in seinem Verantwortungsbereich „die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Sensorikindustrie, die innerhalb Deutschlands bereits eine führende Rolle einnimmt. Dies soll insbesondere durch Kooperationen in Forschung und Entwicklung, einen effizienten Technologietransfer von den Hochschulen zu Unternehmen und durch entsprechendes Marketing und Profilgebung des Standortes erreicht werden.“
Deutschland Weltmarktführer bei Sensorik
Deutschland hält im Bereich der Sensorik einen Weltmarktanteil von rund 30% und ist damit unbestrittener Weltmarktführer. Bayern wiederum ist die Nummer 1 in Deutschland – sowohl beim Umsatz als auch bei der Anzahl der Unternehmen: Fast ein Viertel der deutschen Sensorhersteller kommt aus Bayern. Die bayerischen Sensorhersteller sind zum großen Teil Mittelständler. Rund 300 kleine und mittelgroße Unternehmen haben sich auf Sensorik spezialisiert. Hinzu kommen einige große Unternehmen wie Siemens, Infineon und EADS. Schwerpunkte der Forschung liegen in den Regionen München, Nürnberg und Regensburg.
Clustersprecher Meixner: „Seine Wurzeln hat der bayerische Sensorik-Cluster in der strategischen Partnerschaft Sensorik, der regionalen Clusterinitiative des Wirtschaftsraums Regensburg und Ostbayern. Dort haben sich seit 2004 rund 30 Unternehmen, Hochschulen und Institute auf Initiative der Stadt Regensburg zu einem gut funktionierenden Netzwerk zusammengeschlossen, das in den Verein Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. mündete und seit August 2006 die bayerische Clusterplattform repräsentiert.“
Wirtschaftsförderung initiiert Strategische Partnerschaft
Engagierter Netzwerker und Ansprechpartner der Strategischen Partnerschaft ist Toni Lautenschläger, stellvertretender Leiter des Regensburger Amtes für Wirtschaftsförderung: „Entwicklungs- und Arbeitsschwerpunkte sind Kooperationen zwischen Großunternehmen wie Siemens VDO Automotive und Unternehmen und Hochschulen. In einem Applikationszentrum soll das Thema Assistenzsysteme schwerpunktmäßig behandelt werden.“
Dieses Applikationszentrum soll vor allem Mittelständlern wie der Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG in Ortenburg zugute kommen. Das Unternehmen ist von Anfang an Mitglied in der im Juni 2003 gegründeten Strategischen Partnerschaft und stellt mit Dr.-Ing. Martin Sellen, Entwicklungsleiter Sensoren des Unternehmens, auch den derzeitigen Vorstandsvorsitzenden.
Micro-Epsilon hat in den letzten Jahren zwei aus der Partnerschaft heraus geborene Entwicklungsprojekte initiiert, einmal mit und einmal ohne Beteiligung einer Hochschule, und damit gute Erfahrungen gemacht. Ob im Projekt, Verein oder Cluster - „der größte Nutzen“, so Sellen, „liegt in der Bündelung des reichlich vorhandenen spezifischen Know-hows für gemeinsame vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten“.
Die Osram Opto Semiconductors GmbH in Regensburg ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von opto-elektronischen Halbleitern für Illumination, Sensorik und Visualisierung. Das bekannteste Produkt sind Leuchtdioden (LED) – winzige Bauelemente, die elektrische Energie in Licht umwandeln. Ein weiterer Produktbereich sind Hochleistungs-Laserdioden. Zur Zeit entwickelt Osram zusammen mit verschiedenen Partnern in einem europäischen Forschungsprojekt spezielle Infrarot-Laserdioden für sogenannte aktive Nah-Infrarot-Nachtsichtgeräte für den Automobilmarkt. Sie erfassen bei Nachtfahrten Personen oder Gegenstände auf der Fahrbahn in einer Reichweite bis zu 200 m.
Osram unterstützt Sensorhersteller
Mit solchen Produkten nimmt das Unternehmen laut Dr. Christine Rüth, Produktmarketing-Managerin Infrared Products bei Osram, die Rolle des Komponentenherstellers ein und unterstützt Sensorhersteller bei ihren Entwicklungen. Insgesamt erwarte man bei Osram von Projekten wie dem Cluster, frühzeitig über die Wünsche von Kunden informiert zu werden und die Zusammenarbeit mit Hochschulen weiter auszubauen.
Thomas Harder, Geschäftsführer des Teilclusters Leistungselektronik und General Manager des European Center for Power Electronics e.V. (ECPE) in Nürnberg, verbindet mit der Clusteroffensive die folgenden Ziele: „Steigerung der Innovationsdynamik, Erhöhung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, Stärkung der Bindungskräfte an den Standort sowie die Entwicklung einer Marke mit weltweiter Ausstrahlung für bestimmte Kompetenzfelder Bayerns“.
Universitäten und Hochschulen bieten gutes Umfeld
In Bayern gibt es Harder zufolge im Bereich Leistungselektronik eine ausgeprägte Forschungslandschaft mit erstklassigen Hochschulen und Forschungsinstituten. Regionale Schwerpunkte liegen im Raum München und Nürnberg. Dazu kommen Fachhochschulen in Aschaffenburg, Augsburg, Ingolstadt und Schweinfurt. Insgesamt hat die Leistungselektronik für Bayern eine herausragende Bedeutung. Harder: „Rund 550 Unternehmen stellen etwa 110 000 Arbeitsplätze.“ Der Cluster Leistungselektronik zielt laut Harder „insbesondere auf die kleinen und mittleren Unternehmen sowie auf die Fachhochschulen des Landes“ – unter Einbindung der „Global Player“ aus Wirtschaft und Hochschule, die zumeist bereits überregional vernetzt arbeiten, beispielsweise über das europäische Forschungsnetzwerk ECPE.
Dr.-Ing. Heinrich K. Heilbronner, Vorstandsbeauftragter im ECPE und ehemaliger, langjähriger Geschäftsführer der Semikron International GmbH, Nürnberg, hat außer den sonstigen Schwerpunkthemen noch einen ganz speziellen Anwendungsbereich im Blick: „Durch die Aufnahme der Leistungselektronik als Segment der Clusterinitiative“, so Heilbronner, „wird es hoffentlich auch möglich, ihr Potenzial für die Energieeffizienzpolitik darzustellen und somit eine noch breitere Anwendung zu sichern.“
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