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Rückführ- und Recyclingverfahren

Weniger Chemieeinsatz in der Galvanotechnik

| Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Claudia Otto

In galvanischen Betrieben schlummert viel Einsparpotenzial an Energie und Ressourcen.
In galvanischen Betrieben schlummert viel Einsparpotenzial an Energie und Ressourcen. (Bild: Ruhl)

Ressourcenschonende Verfahren in der Galvanotechnik müssen nicht teuer sein. Oft lassen sich Schritt für Schritt kleine technische Einzelmaßnahmen umsetzen. Rückführ- und Recyclingverfahren reduzieren den Chemikalieneinsatz. In Verbindung mit einer dynamischen Erfassung der Verschleppung sinkt auch der Wasserverbrauch.

Galvanische Metallabscheideverfahren sind aufgrund ihrer wesentlichen Prozessparameter, wie Prozessspannung, Gleichstrommenge, Prozesstemperatur und Prozesswasser, sehr energie- und ressourcenintensiv. So vielseitig die Verfahren, so vielseitig sind auch die Möglichkeiten zum nachhaltigen Umgang mit Energie und Ressourcen.

„Die Realisierung umweltgerechter Produktionsverfahren in einem galvanischen Betrieb ist keineswegs immer mit hohen Investitionskosten gleichzusetzen“, weiß Berthold Seßler, Ressourceneffizienzberater in Würzburg, der, zertifiziert durch die Deutsche Materialeffizienzagentur Demea, Berlin, vor allem Galvanikbetriebe auf Energie- und Ressourceneffizienz trimmt. Oft könne auf relativ einfache technische Einzelmaßnahmen zurückgegriffen werden.

Galvanikunternehmen geben jährlich mehr als 1 Mrd. Euro für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus

Die Galvanikunternehmen geben bereits jährlich mehr als 1 Mrd. Euro allein für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus. Nach den Personalkosten von 35 bis 55 % stellen die Materialkosten mit 20 bis 30 % den größten Kostenblock in der galvanischen Oberflächenbeschichtung dar, gefolgt von Energiekosten von 10 bis 15 %. „In vielen Galvanikbetrieben könnte ein deutliches Einsparpotenzial realisiert werden“, so Seßler, „denn häufig wird es versäumt, einen einmal eingefahrenen Galvanikprozess weiterzuentwickeln, zu aktualisieren oder neu zu justieren aufgrund veränderter technischer Möglichkeiten.“

Sein Rat: „Wenn es darum geht, Galvanikprozesse nachhaltiger zu gestalten, sieht ein neutraler Blick von außen mehr als der Blick eines Insiders, der in der täglichen Routine eingebunden ist und oft nur wenig Zeit hat, Einsparpotenziale zu identifizieren und daraufhin zu erschließen.“

Um gerade in kleinen und mittleren Unternehmen den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu forcieren, fördern Bund und Länder entsprechende Beratungen. Die im mittelhessischen Wetzlar ansässige Metallveredlung Ruhl & Co. GmbH nutzte die Gelegenheit zu einer staatlich geförderten Beratung über Ressourceneinsparpotenziale. Das Unternehmen hat sich auf die Beschichtung komplexer Teile spezialisiert.

Ergänzendes zum Thema
 
Ruhl setzt Nachhaltigkeit als Unternehmensziel

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