Wolfram Industrie 100 Jahre erfolgreich mit Wolfram und Molybdän

Redakteur: Stéphane Itasse

Am 1. Juli dieses Jahres gab es Wolfram Industrie 100 Jahre. Das Unternehmen betreibt unter dem Dachnamen Tungsten Technology zwei Werke. Die Gesellschaft für Wolfram Industrie mbH in Traunstein und die Bayerische Metallwerke GmbH in Dachau. In beiden Werken werden vor allem Wolfram- und Molybdänprodukte hergestellt.

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Dr.-Ing. Gerhard Bloschies, Leiter Vertrieb und Marketing, sowie Dr.-Ing Hany Gobran, für Forschung und Entwicklung verantwortlich, freuen sich über das Jubiläum. (Bild: Tungsten)
Dr.-Ing. Gerhard Bloschies, Leiter Vertrieb und Marketing, sowie Dr.-Ing Hany Gobran, für Forschung und Entwicklung verantwortlich, freuen sich über das Jubiläum. (Bild: Tungsten)

Begonnen wurde vor 100 Jahren mit der Bearbeitung von Wolfram, das mit 3387°C bis 3422°C von allen reinen Metallen den höchsten Schmelzpunkt sowie eine sehr hohe Dichte, fast gleich hoch wie Gold, besitzt. Aufgrund von Eigenschaften wie der extremen Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Verschleiß und Korrosion lassen sich Wolfram und seine Legierungen zu vielseitigen Werkstoffen verarbeiten.

Auch Molybdän ist ein hochfestes, zähes und hartes Metall, sein Schmelzpunkt ist jedoch niedriger. Es ist weicher und duktiler als Wolfram. Durch Mahlen, Legieren, Mischen, Pressen und Sintern entsteht aus beiden Metallen Halbzeug.

Thermisches Spritzen mit Wolfram, Kupfer und Molybdän

Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben auch Düsen für thermische Spritzanlagen. Dafür wird Wolfram mit Kupfer verbunden, das mit 1083,4°C einen niedrigeren Schmelzpunkt als Wolfram besitzt, heißt es weiter.

Die Verarbeitung von Wolfram bei Anoden und Kathoden sei dabei immer von der jeweiligen Anwendung abhängig. In der Plasmadüse wird dann zwischen Anode und Kathode durchströmendes Gas in einem Lichtbogen auf extrem hohe Temperaturen erhitzt und ionisiert. Der Plasmastrom schmilzt eingebrachte Pulverteilchen und schleudert sie auf die Werkstückoberfläche.

In diesem Plasmastrom lässt sich laut Tungsten Technology auch Molybdän-Draht aufschmelzen, den das Unternehmen für das Draht-Flammspritzen, ein weiteres Verfahren des thermischen Spritzens liefert. Verwendung fände Molybdän vor allem in der Automobilindustrie.

Wolfram-Elektroden enthalten radioaktives Thorium

In einigen im Unternehmen produzierten Elektroden konnte man nach ISO 6848:2004 schwach radioaktives Thoriumoxid feststellen. „Obwohl die Beimengung in der kompakten Wolframelektrode als unschädlich angesehen wird, gestaltet sich der Transport immer schwieriger wegen der Strahlung“, sagt Dr.-Ing. Gerhard Bloschies, Leiter von Vertrieb und Marketing, „Wir versuchen deshalb, nur noch thoriumfreie Wolframelektroden zu fertigen.“

Vertrieben werden die Produkte von Tungsten Technology nach eigenen Angaben des Unternehmens in 52 verschiedene Ländern. Masseausgleichsgewichte für Kurbelwellen in der Automobiltechnik und Luftfahrttechnik, Abschirmungselemente für die medizinische Diagnostik und Strahlentherapie oder für Kraftwerkstechnik sowie Heizungselemente im Hochtemperaturofenbau gehören ebenso zum Angebot wie Löt- und Schweißelektroden sowie Schwermetallwerkzeuge.

80% der Produktion geht ins Ausland

Dabei werde insgesamt 80% der Produkte außerhalb Deutschlands vertrieben. Im Wettbewerb will das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem mit Qualität statt Quantität bestehen. So sind Elektroden aus China zwar preisgünstiger, allerdings weisen in Traunstein produzierte eine wesentlich bessere Zündeigenschaft auf, heißt es weiter.

Investiert in die Zukunft wurde laut Tungsten Technology mit einer neuen leistungsstarken CNC-Anlage im Werk Dachau, mit der neue Kleinserien für Kunden hergestellt sowie Pilotprojekte durchgeführt beziehungsweise eine Erstmusterfertigung vorgenommen werden sollen. Außerdem werde weiter im Bereich neuer Produktentwicklungen geforscht, wie beispielsweise Kunststoff oder Gummi mit Wolfram zu verbinden.

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