Liebherr hat in Biberach in eine Brennschneidanlage mit zwei neuen Zinser 4025 investiert, die die Bearbeitung bis zu einer Dicke von 30 mm ermöglicht. Liebherr strebt damit auch eine strategische Partnerschaft für die Realisierung von Projekten im Bereich des Brennschneidens an.
Seit 1954 produziert Liebherr in Biberach mit derzeit rund 1.600 Mitarbeitern maßgeschneiderte Turmdrehkrane für den nationalen und internationalen Vertrieb. Dabei setzt man auch auf das Brennschneiden.
(Bild: Zinser)
Seit 1954 produziert die Liebherr-Werk Biberach GmbH mit derzeit rund 1.600 Mitarbeitern maßgeschneiderte Turmdrehkrane für den nationalen und internationalen Vertrieb. Die Liebherr-Gesellschaft ist zugleich Spartenobergesellschaft für weitere Kranproduktionsstandorte in Spanien und Indien.
Ziel des Liebherr-Projektteams war neben dem Erwerb einer neuen Anlage mit optimalem Preis-Leistungsverhältnis insbesondere auch die Etablierung einer langfristigen, strategischen Partnerschaft für alle gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen und Projekte im Bereich des Brennschneidens. „Für diese uns sehr wichtige Investition haben wir uns eingehend mit den auf dem Markt verfügbaren Alternativen auseinandergesetzt. Zinser hat uns schließlich durch die hervorragende Performance der Schneidsysteme und das angebotene Gesamtpaket überzeugt“, fasst es Liebherr-Projektleiter Jens Pralow in Worte.
Im Mai 2019 erhielt Zinser schließlich den Zuschlag für die Realisierung dieses anspruchsvollen Projekts – ein klarer Ausdruck des Vertrauens seitens Liebherr.
Plasmabrenner für gerade Schnittaufgaben
Zufrieden betont der Zinser-Geschäftsführer Andreas Niklaus: „Diesem Auftrag gingen zahlreiche intensive Beratungsgespräche und Vorführtermine voraus. Liebherr ist für uns ein sehr interessanter und angenehmer Geschäftspartner. Wir sind überzeugt, dass diese Anlage nur der Auftakt für eine intensive weltweite Partnerschaft mit der Firmengruppe Liebherr ist.“
Im gemeinsamen, bereichsübergreifenden Projektteam von Liebherr und Zinser wurden dann die technischen und kaufmännischen Lösungen für die im Pflichtenheft formulierten Aufgaben erarbeitet. Die technischen Eckpunkte: zwei voneinander unabhängige, gespiegelt identische 4025-Maschinen, jeweils ausgestattet mit einem Plasmafasenaggregat für Fasenschnitte, sowie einem Plasmabrenner für gerade Schnittaufgaben bis zu 45 mm Materialstärke. Jeder dieser insgesamt vier Plasmabrenner erhält seine Power durch eine Plasmastromquelle XPR 300 von Hypertherm mit automatischer Gaskonsole VWI. Automatische Lichtbogenhöhenabtastungen ZAC 5070 und Kameras mit separaten LCD-Monitoren zur Prozessüberwachung erhöhen den Bedienkomfort und die Qualität des Schnittergebnisses. Zwei zusätzliche Autogenbrenner mit Acetylen als Schneidgas sowie motorischen Höhenverstellungen mit 300 mm Hub je Maschine ermöglichen auch das Schneiden von größeren Materialstärken bis zu 300 mm. Beide Maschinen laufen auf einer gemeinsamen Laufbahn von 41 m Länge.
„Durch die 5-Achs-Technologie sind wir jetzt auf dem neusten Stand der Technik“, meint dazu der Leiter Zuschnitt bei Liebherr, Lorenz Lamparter.
Einfache Programmierbarkeit der Schneidsoftware
Die beiden Plasmafasenaggregate erlauben Präzisions-Plasmafasenschnitte bis zu 50° Winkel, was ein wichtiges technisches Kriterium war. Durch die True-Bevel-Technologie ist bereits der erste Fasenschnitt schon sehr nah am gewünschten Ergebnis. „Durch die 50°-Fasentechnologie haben wir eine enorme Kosten- und Durchlaufzeitenreduktion“, erklärt Lamparter.
Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Entscheidung zugunsten von Zinser war die einfache Programmierbarkeit der Schneidsoftware. Gesteuert werden beide Maschinen von der modernen CNC-Bahnsteuerung 5010 mit Windows 10/64 Bit, auf komfortablen 22“ TFT Farbmonitoren. Traditionell setzt Zinser bei der Steuerungssoftware auf Eigenentwicklung, und gewährleistet so ein optimales Zusammenspiel von Mechanik, Elektrik und Steuerung seiner Maschinen.
Um die Einsatzbereitschaft der Maschine im Schnittbetrieb zu maximieren und die Reinigungs- und Vorbereitungszeiten so gering wie möglich zu halten, werden die beiden Maschinen über zwei selbstreinigenden Zintrac Schwingfördertischen mit einer Fläche von jeweils 3.000 auf 15.000 mm effektivem Arbeitsbereich betrieben. Diese befördern die Schlacke sowie sonstige Schneidrückstände unterhalb des Hallenbodenniveaus zu den beiden Tischenden im Zwischenraum. Von dort werden sie seitlich heraustransportiert und über einen Schwanenhalsauswurf direkt in mobile Abfallbehälter gefördert, die regelmäßig geleert werden. Die Arbeitszeit- und Wartungsersparnis für Liebherr ist bedeutend und erhöht die Produktivität beträchtlich.
Stand: 08.12.2025
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„Bei der Realisierung des Projekts hat wirklich alles gepasst“, fügt Liebherr Projektleiter Jens Pralow hinzu. „Während der gesamten Projektierung und Umsetzung war die Zusammenarbeit mit Zinser hervorragend. Für Versuche mit diversen Schnittaufgaben und bei der Produktionsbegleitung stand uns wirklich das gesamte Zinser-Team mit seinem geballten Fachwissen zur Seite.“
Die hohe Zufriedenheit der Liebherr-Werk Biberach GmbH mit der Komplettlösung hat auch andere Werke der Firmengruppe erreicht und bereits zu einem Folgeauftrag durch Liebherr geführt. Die Inbetriebnahme des nun neu beauftragten Schneidsystems ist für Spätsommer 2021 vorgesehen.