Absauganlagen Absaugung sorgt für saubere Hallenluft
Die BGH Edelstahl Lugau GmbH hat sich auf Edelstahlprodukte für besondere Einsatzfälle spezialisiert. In Lugau stellt das zum BGH-Verbund gehörende Unternehmen Edelstahldrähte und -stäbe her, die als Halbzeug schwerpunktmäßig für die Weiterverarbeitung in der Automobilzulieferindustrie sowie für medizinische Instrumente und Implantate verwendet werden.
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Zum Fertigungsspektrum gehört das Schälen hochwertiger Edelstahlstäbe. Das heißt: Die Stäbe erhalten durch spanende Bearbeitung die gewünschte Oberflächenstruktur. Aufgrund der sehr hohen Vorschubgeschwindigkeiten und des vergleichsweise harten Werkstoffs benötigt man dafür eine wirksame Kühlung, die durch die Zugabe von wirksamen Kühlschmierstoffen sichergestellt wird.
Hohe Hitze lässt Kühlschmierstoffe verdampfen
Dennoch ist die Hitze bei der Bearbeitung so groß, dass die Kühlschmierstoffe direkt verdampfen. Dieser Rauch, der sich in der Halle verteilt, ist zum einen sehr unangenehm und muss aus Gründen des Gesundheitsschutzes entfernt werden. Zum anderen möchte BGH den verwendeten Kühlschmierstoff mehrfach nutzen.
Deshalb stellte BGH der Ruwac-Industriesauger GmbH die Aufgabe, den bei der Bearbeitung entstehenden Rauch abzusaugen und, wenn möglich, den darin enthaltenen Kühlschmierstoff zurückzugewinnen. Ruwac fand dafür eine Lösung: Es wurde eine Absauganlage installiert, die den gasförmigen Kühlschmierstoff über dem Späneförderer wirkungsvoll absaugt. Das Ergebnis: Die Luft in der Halle ist wieder sauber.
Neue Aufgaben für Nassabscheider − Rauch wird abgesaugt
Der erste Teil der Aufgabe war also gelöst. Der zweite erwies sich als schwieriger, aber auch für ihn fand Ruwac eine Lösung. Denn der Dampf wird nicht, wie sonst bei gasförmigen Verunreinigungen, in einen konventionellen Filter geleitet, sondern in einen Nassabscheider. Diese Abscheider sind normalerweise mit Wasser befüllt, durch das abgesaugte explosive Gase geleitet und somit unschädlich gemacht werden, bevor sie in die Filter der Absauganlage gelangen.
Bei BGH geht es jedoch nicht um den Explosionsschutz – der Nassabscheider übernimmt hier eine andere Aufgabe. Er ist mit der verwendeten Kühlflüssigkeit in verdünnter Konzentration befüllt. Wenn das abgesaugte Gas in die Flüssigkeit eintritt, kühlt es sich ab und wird ebenfalls flüssig. Somit wird während des Absaugens der Kühlschmierstoff im Behälter aufkonzentriert und kann dann – ohne zusätzliche Aufbereitungsprozesse – wieder für die Zerspanung zur Verfügung gestellt werden: Das spart Kosten und Ressourcen.
Kunstgriff bei Rückgewinnung von Kühlschmierstoff
Versuche von BGH und Ruwac zeigten allerdings im Vorfeld, dass dieses elegante Prinzip der Wertstoff-Rückgewinnung nur mit einem kleinen Kunstgriff funktioniert: Mit dem Dampf werden an der Absaugstelle etwa 30% Nebenluft eingesaugt. Dadurch kühlen die heiße Dämpfe schon im Absaugschlauch so weit ab, dass sie im Nassabscheider fast vollständig vom gasförmigen in den flüssigen Aggregatzustand übergehen. Die im Nassabscheider nicht abgeschiedenen Feststoffe werden in einem nachfolgenden Filter zurückgehalten.
Der Nassabscheider ist nicht die einzige Ruwac-Anlage im Werk von BGH Lugau. An einer Trennscheibe, die zum Ablängen von Edelstahlstäben und Drahtbündeln verwendet wird, saugt ein Ruwac-Industriesauger das noch glühende Material ab, um das Arbeitspersonal vor Funken zu schützen und die Umgebung sauber zu halten. Eigentlich benötigt man für eine solche Aufgabe einen Nassabscheider. In diesem Falle genügt aber ein konventioneller Industriesauger mit einem funkenfesten Filter. Das ist nicht nur eine kostengünstigere Lösung bei der Anschaffung, es erleichtert auch die Entsorgung des abgesaugten Materials.
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