Recycling-Chance Auch gemischter Kunststoffabfall kann im Kreis laufen

Quelle: BASF 3 min Lesedauer

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Forscher der ETH Zürich haben in Zusammenarbeit mit der BASF eine alternative Nutzung von gemischten Kunststoffabfällen untersucht, um auch diese wirtschaftlich recyceln zu können.

Bloß nicht verbrennen! Hier kippt ein Radlader Kunststoffabfall in einen Schredder. Das geschieht auch mit Bauteilen von Altautos. Was da zusammenkommt, ist immens. BASF und die ETH Zürich haben diesen polymeren Abfallmix jetzt per Gasifizierung in neue Rohstoffe umgewandelt ...(Bild:  Autocycle)
Bloß nicht verbrennen! Hier kippt ein Radlader Kunststoffabfall in einen Schredder. Das geschieht auch mit Bauteilen von Altautos. Was da zusammenkommt, ist immens. BASF und die ETH Zürich haben diesen polymeren Abfallmix jetzt per Gasifizierung in neue Rohstoffe umgewandelt ...
(Bild: Autocycle)

Die BASF und die ETH Zürich haben versucht, stofflich nicht homogenen Kunststoffabfall wiederzuverwerten. Diese Art von Recycling funktioniere zusammen mit Biomasse. Die Ergebnisse zeigen, dass das Recycling von einem Kilogramm geschredderter Rückstände aus Altautos mit drei Kilogramm biogenem Material vermischt, die Treibhausgasemissionen um mehr als drei Kilogramm CO2-eq reduziert (Emissionsäquivalente, gerechnet nach der „Cradle to Gate“-Basis und verglichen mit der üblichen Verbrennung, um Energie zurückzugewinnen). Für die aktuell diskutierten neuen EU-Regulierungen für Altfahrzeuge sind diese Erkenntnisse von immenser Bedeutung, sagen die Projektpartner.

Was man hier sieht, ist ein Mix aus diversen Kunststoffen, die aus dem sogenannten Reststoffstrom geschredderter Altautos stammen. BASF und die ETH Zürich haben bewiesen, dass auch solch eigentlich schwierig zu recycelnde Abfälle im Kreislauf gehalten werden können.(Bild:  BASF)
Was man hier sieht, ist ein Mix aus diversen Kunststoffen, die aus dem sogenannten Reststoffstrom geschredderter Altautos stammen. BASF und die ETH Zürich haben bewiesen, dass auch solch eigentlich schwierig zu recycelnde Abfälle im Kreislauf gehalten werden können.
(Bild: BASF)

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Weniger Abfall, nachhaltige Rohstoffe, verminderte Emissionen

Die ETH-Studie schließt sich dabei übrigens an ein Pilotprojekt an, das von BASF und BEST GmbH (Österreich Mitte) in diesem Jahr durchgeführt wurde. Zum ersten Mal, wird dazu betont, gelang in diesem Projekt in der Pilotanlage von BEST die Umwandlung von Biomasse in Gas zusammen mit Altauto-Kunststoffabfall aus dem Schredder. Die Studie zeige, dass anstatt weiterhin Bio- und gemischte Kunststoffabfälle allein zur Strom- und Dampferzeugung zu verbrennen, durch das gemeinsame Gasifizieren außer Dampf vor allem Synthesegas erzeugt werde – bekanntlich ein wertvoller Rohstoff für andere Chemikalien. Durch die Bereitstellung dieses neuartigen, im Rohstoffkreislauf gehaltenen Synthesegases für die chemische Industrie wird automatisch der Bedarf an fossilen Ressourcen verringert, wodurch sich Emissionen senken lassen und parallel der Kohlenstoff sich im Kreislauf bewegt.

Eine Million Tonnen Kunststoff bleiben im Kreislauf

Das Potenzial für das Recycling von geschreddertem Kunststoffabfall aus dem Automobilbereich ist erheblich, heißt es weiter. Die Forscher schätzen, dass derzeit in Europa jährlich über eine Million Tonnen Kunststoffabfälle aus Kraftfahrzeugen lediglich verbrannt oder deponiert werden. Zwar gibt es Möglichkeiten, noch mehr und besser zu sortieren (etwa für das mechanische Recycling), doch bleibt immer ein Reststrom an gemischten Abfallströmen übrig, wie die Experten erklären. Die neuen Forschungsergebnisse zeigten aber, dass das Recycling dieser Kunststoffreste zusammen mit Biomasse in einer Gasifizierungsanlage möglich ist und dabei zwangsläufig zu geringeren Emissionen führt als die Verbrennung für die Energierückgewinnung. Und weil die neuen zirkulären Rohstoffe auch noch hochwertig sind, haben die daraus gefertigten Produkte nicht weniger als Neuwarequalität, um auch im zweiten „Leben“ die hohen Anforderungen von Hochleistungs-Kunstoffen, wie sie vor allem für sicherheitsrelevante Automobilbauteile benötigt werden, zu erfüllen.

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