Kampf gegen Schieflage Angeschlagener Autozulieferer Webasto setzt auf Sanierer im Vorstand

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

- Der Autozulieferer Webasto ist in eine so schwierige Lage geraten, dass ein externer Sanierer die Neuaufstellung leiten soll, so die dpa.

Die wirtschaftliche Lage beim bekannten Automobilzulieferer Webasto ist offensichtlich in eine dramatischere Phase übergegangen. Denn das bereits angeschlagene Unternehmen holt sich nun Sanierungsexperten in den Vorstand. Hier mehr dazu ...(Bild:  Webasto)
Die wirtschaftliche Lage beim bekannten Automobilzulieferer Webasto ist offensichtlich in eine dramatischere Phase übergegangen. Denn das bereits angeschlagene Unternehmen holt sich nun Sanierungsexperten in den Vorstand. Hier mehr dazu ...
(Bild: Webasto)

Der Unternehmensberater Johann Stohner wird demnach bei Webasto als Chief Restructuring Officer in den Vorstand berufen. Bis Anfang des zweiten Quartals 2025 will der vergrößerte Vorstand mit dem Aufsichtsrat und dem Betriebsrat Maßnahmen gegen die Problemlage ausarbeiten, heißt es weiter. Die Webasto-Gruppe mit Hauptsitz in Stockdorf bei München stellt vor allem Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme sowie Schiebe- und Panoramadächer sowie Batteriesysteme für Elektroautos her. Vorstandschef Holger Engelmann hatte wegen eines starken Gewinnrückgangs bereits im Frühling vergangenen Jahres ein Optimierungsprogramm mit umfangreichem Stellenabbau angekündigt. Mit dem Sanierer im Vorstand wollen die Stockdorfer nun grundsätzlich an den alten Strukturen rütteln. Zu erwarten seien die Verkleinerung der Kapazitäten in der Produktion und bei der Entwicklung sowie der Organisation. Auch will man offensichtlich das Produktangebot schärfen.

Webasto will restrukturieren und nicht optimieren

Ende 2023 beschäftigte Webasto weltweit noch 16.000 Mitarbeiter. Doch letztes Jahr hatte das Unternehmen unter anderem zwei chinesische Werke geschlossen. Das Optimierungsprogramm genügt nun nicht mehr, wie man zugibt. Wie Webasto jetzt sagt, wurde bereits am 23. Dezember eine Stabilisierungsvereinbarung mit wichtigen Gläubigern geschlossen. Die Wirtschaftswoche hatte danach über Restrukturierung und Umschuldung berichtet, wozu sich das Unternehmen bisher aber nicht offiziell äußerte. Die Stabilisierungsvereinbarung sichert laut Webasto den notwendigen Finanzrahmen bis zum 31. Mai 2025. Anschließend sollen auch die mittel- und langfristigen Kredite neu geordnet werden. Bereits bis Ende März soll ein bei einem unabhängigen Beratungsunternehmen in Auftrag gegebenes Restrukturierungsgutachten vorliegen.

China mutiert vom Wachstumsmotor zum Bremsklotz

Der Webasto-Vorstandschef Engelmann hatte in guten Jahren sehr auf das Chinageschäft gesetzt, wie man weiter erfährt. Doch ist die deutsche Autobranche insgesamt in ihrem wichtigsten Absatzmarkt in große Schwierigkeiten geraten. Chinesische Hersteller sind der deutschen Konkurrenz nämlich inzwischen mit ihren Elektroautos sozusagen davongefahren. Finanziell seien etliche Zulieferer noch härter getroffen worden als die eigentlichen Automobilhersteller. Dabei stellen bedeutende Zulieferer nicht nur Teile her, sondern waren in den vergangenen Jahren auch maßgeblich an Innovationen beteiligt, wie man betont. Etliche bekannte Player, darunter auch Bosch und Continental, haben deshalb massive Sparprogramme angekündigt.

(ID:50284716)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung