Linde Anlage bei Hammerfest verflüssigt erstes Erdgas

Redakteur: Jürgen Schreier

München (js) – Europas größte Erdgasverflüssigungsanlage auf der norwegischen Insel Melkøya bei Hammerfest hat die Produktion aufgenommen. Das meldete der norwegische Mineralölkonzern Statoil ASA, der das Snøhvit-Gasfeld in der Barentssee betreibt. Während der letzten rund fünfeinhalb Jahre trug die Linde Group die Verantwortung für das Engineering, die Beschaffung und die Montageüberwachung der Anlage. Der Gesamtauftragswert für Linde beläuft sich auf rund 900 Mio. Euro.

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„Alle, die an dieser technischen Pionierleistung mitgewirkt haben, freuen sich darauf, sie nun in Betrieb nehmen zu können“, sagte Dr. Aldo Belloni, Mitglied des Vorstands der Linde AG. „Melkoya ist für Linde sowohl aus technischer, als auch aus strategischer Sicht ein wertvolles Referenzprojekt.“

Das Erdgas wird durch Förderanlagen auf dem Meeresboden in 300 Metern Tiefe über eine 143 Kilometer lange unterseeische Pipeline bis zur Anlage geleitet. Das Rohgas durchläuft zunächst eine Röhrenkonstruktion (Slug-Catcher), die das Gas von Kondensaten, Wasser und Glykol trennt. Anschließend werden Kohlendioxid (CO2), Wasser und Quecksilber aus dem Gasstrom herausgefiltert, bevor der Verflüssigungsprozess beginnt.

Das verflüssigte Erdgas wird in großen Speichertanks gelagert und dann per Tankschiff zu den US-amerikanischen und europäischen Kunden transportiert. Das herausgefilterte CO2 wird komprimiert und via Pipeline in separate Lagerstätten geleitet. Das führt zu einer deutlichen Minimierung der CO2-Emissionen. Die LNG-Prozessanlage ist darüber hinaus die weltweit energieeffizienteste ihrer Art.

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