Wartungs-Blockiersystem Anlagen bei Wartung und Reparatur durch Wartungs-Blockiersystem sichern

Autor / Redakteur: Dirk Tesch / Bernhard Kuttkat

Durch Verriegeln und Kennzeichnen lassen sich die mit Reparatur- oder Wartungsarbeiten an Industrieanlagen und Maschinen beauftragten Mitarbeiter vor mechanisch oder elektrisch bedingten Gefahren besser schützen. Damit wird rechtlich relevantes, sicheres Arbeiten bei Wartung, Reinigung oder Instandhaltung gewährleistet.

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Das Ausführen von Reparatur- oder Wartungsarbeiten an Industrieanlagen und Maschinen ist eine äußerst sicherheitskritische, weil unfallträchtige Arbeit. Viele Unfälle mit Personen- und Sachschäden werden durch unkontrolliertes Einschalten der elektrischen, hydraulischen oder pneumatischen Energieversorgung von Maschinen und Anlagen verursacht. Dem können Sicherheitsmaßnahmen, so genannte Wartungs-Blockiersysteme zum Verriegeln und Kennzeichnen von Anlagen und Maschinen, entgegenwirken.

Wartungs-Blockiersysteme sichern zusätzlich gegen Bedienfehler ab

Solche Wartungs-Blockiersysteme bilden eine zusätzliche Absicherung gegen Bedienungsfehler, weil sie klare Angaben über den Grund und die Dauer der Verriegelung und Sperrung machen. Sie weisen deutlich sichtbar alle Mitarbeiter auf eine bestehende Verriegelung/Sperrung hin.

Wartungs-Blockiersysteme sollten auf einem Sicherheits-Management-System basieren, das festlegt, zu welchen Zeiten eine Maschine oder Anlage benutzt werden darf und wer für die Wartung und Instandhaltung verantwortlich ist. Dazu gehört auch der nächste Wartungs- und Instandhaltungstermin.

Sicherheits-Management definiert Wartung und Instandhaltung

Das Sicherheits-Management gibt zu jeder Zeit Auskunft über Funktionsbereitschaft, Prüfergebnisse und -zeiten. Alle Anlagen, Geräte, Maschinen oder Ventile sollten demnach mit sicherheitsrelevanten Informationen gekennzeichnet sein.

Dazu zählt vor allem die Einsatzfreigabe oder deren Verbot. Dies bewährt sich bei der Erfüllung der Pflichten nach der Unfallverhütungsvorschrift BGV A2. Die Sicherung der Einstellungen geschieht durch Schlösser oder Plombierverschlüsse (Bild 1).

Dies ist recht vielseitig zu erfüllen. Kennzeichnungen mit unterschiedlichen Textschildern, die ein- und doppelseitig verwendbar sind, lassen sich schnell und leicht mit Kabelbindern befestigen. Schilder sind haltbar und strapazierfähig, außerdem beschriftbar mit Permanentmarkern. Damit sind auch individuelle Textvorlagen möglich.

Regelmäßige Wartung vermeidet Anlagenausfälle

Insbesondere bei elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln hat der Unternehmer nach BGV A2 die Pflicht, bei mangelhaftem Zustand der Anlage die Benutzung zu verbieten. Somit vermeiden regelmäßige Wartung und richtige Kennzeichnung Arbeitsunfälle und kostspielige Ausfälle.

Die Konzeption und Einrichtung eines effektiven Programms sollte in drei Schritten durchgeführt werden:

  • Erster Schritt: Entwicklung eines Management-Programms mit Vorbereitungsmaßnahmen für das Abschalten und das Trennen der Arbeitsmittel von der Energieversorgung sowie dem Anbringen von Etiketten mit entsprechenden Hinweisen, dem Ablassen gespeicherter Energie und der Prüfung, ob jedes Teil der Ausrüstung von der Energieversorgung getrennt ist.
  • Zweiter Schritt: Angemessene Schulung der Mitarbeiter im Hinblick auf betriebliche Prüfverfahren.
  • Dritter Schritt: Anwendungsspezifische Einführung. Dazu gibt es ein breites Spektrum von Verriegelungssystemen, Schlössern, Plombierverschlüssen, Markierungen und Schildern für elektrische, hydraulische, gasförmige und andere Energieformen.

Das stellt sicher, dass alle Aktivitäten so ausgerichtet werden, dass sie optimale Sicherheit bieten und zugleich die Effizienz maximieren und Stillstandszeiten reduzieren.

Breites Angebot an Wartungs-Blockiersystemen

Angeboten wird ein breites Spektrum von Schlössern, Markierungen, Schildern und Verriegelungssystemen, die beim Sperren für verschiedene Energiequellen zum Einsatz kommen. Die Einführung eines derart systematisch entwickelten Programms läuft in entsprechend dokumentierten Schritten ab:

  • Vorbereitung: Es werden alle erforderlichen Vorbereitungen zum Ausschalten der Energiequelle getroffen. Dabei wird eruiert, um welche Energiequellen es sich handelt und welche Risiken damit verbunden sind. Dabei wird festgestellt, wo sich die Trennschalter befinden, und es werden die nötigen Vorbereitungen zum Verriegeln der Energiequelle getroffen.
  • Information: Alle Bedienpersonen und leitenden Mitarbeiter, die von der Abschaltung der Maschine betroffen sein könnten, werden detailliert darüber informiert, welche Maßnahmen durchgeführt werden.
  • Abschalten: Die zu wartende oder zu reparierende Anlage oder Maschine wird abgeschaltet.
  • Verriegeln: Alle Energiequellen werden mit der passenden Verriegelungsvorrichtung gesperrt, um die Anlage oder die Maschine von der Energieversorgung zu trennen. Die Sperre soll zuverlässig und überprüfbar verhindern, dass der Schalter oder das Ventil während der Arbeiten betätigt werden kann. Die entsprechenden Etiketten warnen vor versehentlichem Einschalten.
  • Test: Man überprüft an allen Maschinensteuerungen und elektrischen Schaltkreisen, ob die Energieversorgung vollständig abgeschaltet ist.
  • Reparatur und Wartung: Erst dann werden die Reparatur- oder Wartungsarbeiten durchgeführt.
  • Wiederinbetriebnahme: Nach Abschluss der Arbeiten werden alle Wartungs-Blockiersysteme entfernt. Der zuständige Mitarbeiter vergewissert sich, dass sich keine Werkzeuge oder mechanische und elektrische Verriegelungsvorrichtungen mehr an der Maschine befinden. Alle beteiligten Mitarbeiter werden informiert, bevor die Energieversorgung wiederhergestellt wird.

Schilder informieren über den Zustand des Wartungs-Blockiersystems

Die Kennzeichnung des Blockadezustands geschieht mit spezifischen Anhängern oder Etiketten (Bild 2), die darüber informieren, dass das verriegelte Gerät nicht in Betrieb genommen werden darf, solange das Etikett angebracht ist. Dazu gibt es auch selbstklebende Anhänger für Angaben über Wartungs- und Inspektionsdaten sowie zur Maschinenkennzeichnung.

Anhänger informieren auch darüber, wer die Verriegelung zu welchem Zweck angebracht hat und wer befugt ist, sie zu entfernen oder zu ändern. Magnetische Schilder sind einfach anzubringen und zu entfernen.

Die speziellen Sicherheitsanhänger dienen zur Kennzeichnung von Arbeiten, Gefahren, Verriegelungen und des Betriebszustandes von Maschinen, Anlagen und Ventilen. Sie ermöglichen eine einfache Befestigung durch gerasterte Anhängeschlaufen und sind mit Permanentmarkern beschriftbar.

Universalabsperrung für verschiedene Ventilarten

Als modulares System lässt sich die Universalabsperrung für sehr viele verschiedene Ventilarten und -größen einsetzen und erzielt damit Wirtschaftlichkeit und Flexibilität. Große Hebel, T-Griffe und andere schwer zu sichernde Geräte lassen sich so einbeziehen (Bild 3). Ein individuell einstellbarer Haken passt auch auf geschlossene Rohrklemmen und große Handgriffe. Ein verstellbares Blockiersystem für Durchgangsventile (Bild 4) ist geeignet für die meisten Handräder mit Durchmessern von 25 bis 320 mm.

Ein Allzweck-Verriegelungssystem dient zur Verriegelung von Ventilen, Trennschaltern, Leistungsschaltern (Bild 5). Es ermöglicht die Verriegelung mehrerer Steuerungspunkte mit einem Gerät und erzielt somit deutliche Kosteneinsparungen.

Kugelhahn-Absperrungen verriegeln Kugelhähne in geschlossener Stellung. Das ermöglicht die Überwachung von Ventilhebeln bis 76 mm Länge. Die Prinzing-Kugelhahn-Absperrung verriegelt als kleine Absperrvorrichtung Absperrhähne an Rohren mit 12,5 bis 31 mm Durchmesser in geöffneter und geschlossener Stellung.

Dirk Tesch ist Vertriebsleiter MRO der Brady GmbH in 63225 Langen.

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