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Die spanischen Kraftwerke sind außerdem Prototypen dafür, dass erneuerbare Energieversorgung nicht unbedingt dezentral in kleinen Anlagen erfolgen muss. Für die Solarthermie gilt: Je größer die Anlage, umso effizienter deren Betrieb und umso geringer die Stromgestehungskosten.
Solarthermie in zehn Jahren ohne Subventionen konkurrenzfähig
Auch bei der Solarthermie entscheiden die Kosten über den Erfolg. „Zur Zeit“, konstatiert Santiago Arias Alonso, technischer Leiter von Torresol, „sind wir noch auf die Einspeisevergütung angewiesen.“ In Spanien gewährt die Regierung mit knapp 30 Cent pro kWh eine komfortable Vergütung.
In rund zehn Jahren, darin sind sich die meisten Insider einig, könnten die Kosten von heute 22 bis 26 Cent pro kWh auf unter zehn Cent fallen. Dann wäre solarthermischer Strom nicht mehr teurer als Strom aus neuen Braunkohle- oder Erdgaskraftwerken.
Automatisierung soll Kosten in der Solarthermie senken
In den kommenden Jahren heißt es also: Kosten senken. Die Ansatzpunkte dafür sind bekannt: möglichst hohe Automatisierung in der Fertigung, geringe Betriebskosten, verbesserte Materialien und Komponenten, das Upscaling der Anlagen. Vor allem die Spiegelfelder – heute noch der teuerste Teil der Kraftwerke – müssen billiger werden.
Novatec ist diesem Ziel schon einen großen Schritt nähergekommen. Die Fresnel-Spiegel werden nahezu vollautomatisch in einer Fabrik rund 100 km vom Kraftwerk entfernt hergestellt. „Die Solarthermie kann viel von der Automatisierung in der Automobilindustrie lernen“, sagt Schneider.
Solarthermie-Komponenten müssen hohen Ansprüchen standhalten
Aber auch für scheinbare Standardkomponenten ist die Solarthermie noch kein Business as usual. „Die Turbine muss perfekt an die Dampfparameter eines Spiegelfeldes angepasst werden, um deren Wirkungsgrad so hoch wie möglich zu treiben“, sagt Moormann. Unter hohem Stress stehen daneben die zahlreichen Pumpen, die überhitzten Dampf, heißes Öl oder Flüssigsalz zuverlässig transportieren müssen.
Technisch heikel sind daneben die Verbindungselemente an den Enden der Absorberrohre, die Tausende beweglicher Kollektoren mit der feststehenden Unterkonstruktion koppeln. Und nicht zuletzt brauchen solarthermische Kraftwerke eine leistungsfähige Mess- und Regeltechnik, die die Oberfläche jedes Spiegels vermisst und die Reflektoren jederzeit perfekt zur Sonne hin ausrichtet.
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