Heißer Herbst Antizyklisch handeln ist jetzt gefragt

Redakteur: Ken Fouhy

Seit Monaten warnen die Konjunkturauguren und sogenannten Wirtschaftsweisen vor einer Abkühlung der Konjunktur. Wir Journalisten übernehmen leider allzu oft dieses Mantra und tragen mit negativen Schlagzeilen dazu bei, dass mancher Investitionsentscheider seine Pläne doch noch einmal überdenkt.

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Alle derartigen Berufspessimisten, Journalisten und Marktanalysten sollten in diesem Herbst einen Produktionsbetrieb des deutschen Maschinenbaus oder der Elektroindustrie oder auch eine Investitionsgütermesse wie die AMB, Motek oder Euroblech besuchen. Denn die Realität sieht in den deutschen Betrieben derzeit ganz anders aus, als es in den Wirtschaftsmedien dargestellt wird. Die meisten Branchen der Fertigungsindustrie haben gegenwärtig eine Rekordauslastung von weit über 90%. Prallgefüllte Auftragsbücher mit Buchungen bis weit in das Jahr 2009 sind die Regel.

Diese konjunkturelle Hochstimmung war auf der AMB in Stuttgart deutlich zu spüren. Im Vergleich zur vorherigen Veranstaltung haben 40% mehr Aussteller und 60% mehr Besucher an der Messe teilgenommen.

Die reale Investitionsbereitschaft von Betrieben in der Metallbe- und -verarbeitung ist mindestens genauso hoch wie vor zwei Jahren. So konnte zum Beispiel Gildemeister während der Messe Aufträge in Höhe von 53,8 Mio. Euro (AMB 2006: 44 Mio. Euro) akquirieren. Die nach wie vor hohe Investitionsbereitschaft in der Branche bestätigte auch die Besucherbefragung der Messe.

In dieser Woche wird die Motek in Stuttgart den Herstellern der Montage- und Handhabungstechnik und der Robotik eine ähnliche Schubkraft geben. Und die Euroblech in vier Wochen in Hannover verspricht für die Umformtechnik- und Blechbearbeitungsindustrie ebenso stimulierend zu verlaufen wie die AMB.

Sicherlich können solche Messen und die von ihnen ausgehende positive Grundstimmung Deutschland nicht von weltweiten Konjunkturzyklen abhängen. Aber mit mehr Zuversicht fällt es leichter, sich kontinuierlich für die Modernisierung der Produktion zu entscheiden und damit den technischen Vorsprung der heimischen Unternehmen immer mehr voranzutreiben. Und dann können die natürlichen Konjunkturschwankungen Deutschland als Produktionsstandort sogar weiter stärken.

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