Klare Worte Arcelormittal fordert eine klare Politik für die Industrie

Quelle: Arcelormittal 2 min Lesedauer

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Nur wenn es wettbewerbsfähige Preise für erneuerbare Energien und Wasserstoff in ausreichender Menge gibt, könne die Umstellung auf eine CO2-neutrale Stahlproduktion in Deutschland gelingen ...

Arcelormittal will partout bis 2050 CO2-neutralen Stahl weltweit herstellen. Doch zuvor gibt es noch einige Hürden zu nehmen. Dabei muss auch die Politik eine andere werden ...(Bild:  Arcelormittal)
Arcelormittal will partout bis 2050 CO2-neutralen Stahl weltweit herstellen. Doch zuvor gibt es noch einige Hürden zu nehmen. Dabei muss auch die Politik eine andere werden ...
(Bild: Arcelormittal)

Bevor es aber soweit ist, könnte in der Übergangsphase der Einsatz von Erdgas bereits dazu beitragen, die Emissionen erheblich zu senken. Arcelormittal hat sich auch zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen in Europa bis 2030 um 35 Prozent zu senken und eine kohlenstoffneutrale Produktion bis 2050 weltweit umzusetzen. Doch trotz deutlicher Fortschritte und einer von der EU genehmigten Förderzusage der Bundesregierung für die geplanten Dekarbonisierungsprojekte der Flachstahl-Standorte in Bremen und Eisenhüttenstadt stehe das Unternehmen vor Herausforderungen. Diese beträfen insbesondere die hohen Energie- und Wasserstoffkosten. Konkurrenzfähige Energiepreise sind aber ein entscheidender Faktor für die finale Investitionsentscheidung des Konzerns zur Dekarbonisierung der Produktion in Deutschland. Eine Industriepolitik, die auf die Senkung dieser Kosten abziele, sei bedeutend für den Erfolg der gesamten Branche.

So gelingt die CO2-neutrale Stahlproduktion

Deutschland braucht nach Ansicht der Arcelormittal-Entscheider den rapiden Ausbau erneuerbarer Energien sowie den Aufbau einer heimischen Wasserstoffproduktion bei gleichzeitiger Erhöhung des Wasserstoffimports, damit die Transformation gelingt. In Deutschland steht die Umstellung der Hochofentechnologie zu einer erdgas- und später wasserstoffbasierten Direktreduktion und Elektrolichtbogenöfen schließlich im Mittelpunkt der Dekarbonisierungspläne. Die CO2-neutrale Roheisenproduktion erfordere aber einen Wasserstoffpreis von etwa zwei Euro pro Kilogramm, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Derzeit liegt der Preis für Wasserstoff aber bei sieben bis neun Euro pro Kilogramm. Auch der Betrieb von Elektrolichtbogenöfen ist wegen des hohen Strompreises auf Dauer wirtschaftlich nur schwer möglich.

Diese Mankos müssen auch noch beseitigt werden ...

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, müssen staatliche Maßnahmen grünen Strom und Wasserstoff in ausreichender Menge und zu international wettbewerbsfähigen Preisen langfristig garantieren. Auch die Schaffung eines grünen Leitmarkts ist für die wettbewerbsfähige Herstellung von CO2-reduziertem Stahl entscheidend, wie Arcelormittal sagt. Kennzeichnungsinitiativen könnten hilfreich sein, um zusätzliche Anreize zu setzen – etwa bei öffentlichen Ausschreibungen und bei der staatlichen Beschaffung. Außerdem muss auf nationaler und auf EU-Ebene entschieden gegen Wettbewerbsverzerrungen vorgegangen werden. Dazu gehöre, die noch bestehenden Schwachstellen im CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) zu schließen, um effektiv das Risiko der Abwanderung eines Teils der industriellen Wertschöpfung außerhalb Europas zu reduzieren. Arcelormittal bleibt fest entschlossen, weltweit eine CO2-neutrale Produktion bis 2050 zu erreichen. Eine aktive Flankierung durch staatliche Maßnahmen ist dabei für den Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft aber unerlässlich.

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