Asiatischer Gegenwind Auch deutsche Schlüsselbranchen verlieren Boden gegenüber China

Quelle: Allianz Trade 3 min Lesedauer

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Deutschland verliert laut einer Studie von Allianz Trade auch in Schlüsselsektoren und im Hometurf Europa zunehmend an Boden. Ein Grund sind steigende kritische Abhängigkeit von chinesischen Importen.

Trade Allianz hat sich mal angeschaut, wie es um den wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Industrie im Vergleich zu China bestellt ist. Leider musste man feststellen, dass die Chinesen sogar in den deutschen Schlüsselsektoren immer mehr Land gewinnen ...(Bild:  Besenböek)
Trade Allianz hat sich mal angeschaut, wie es um den wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Industrie im Vergleich zu China bestellt ist. Leider musste man feststellen, dass die Chinesen sogar in den deutschen Schlüsselsektoren immer mehr Land gewinnen ...
(Bild: Besenböek)

Der deutsche „Exportweltmeistertitel“ ist längst passé, hat eine Studien von Allianz Trade jetzt ans Licht gebracht. Denn China hat Deutschland bei den Ausfuhren schon vor über 10 Jahren den Rang abgelaufen. Das Land der Mitte baue diese Vormachtstellung auch noch immer weiter aus. Nun aber könnten die historischen Handelsbeziehungen zunehmend auf der Kippe stehen, denn die deutsche Industrie gerät auch in puncto Schlüsselsektoren immer mehr ins Hinterteffen, wie die Studie ergab.

Ist bald „Made in China“ das gefragte Siegel?

„China hat das Level der Billigmassenware oder Vorprodukte längst hinter sich. Das Land hat die heimischen Industrien sukzessive auf den Weg einer wesentlich höheren Wertschöpfung gebracht“, stellt Dr. Jasmin Gröschl, Senior Volkswirtin von Allianz Trade fest. Die deutschen Schlüsselindustrien, die Jahre lang als Hochburg für made in Germany galten könnten überholt werden. Das bedeutet auch, dass die Handelsbeziehungen nicht mehr komplementär seien. Ganz im Gegenteil! Denn in vielen Branchen ersetzten chinesische Produkte die deutschen. Gleichzeitig steigt die kritische Abhängigkeit Deutschlands von chinesischen Importen, so die Volkswirtin.

China erobert auch in Europa zusehends Marktanteile

Chinas globale Exportanteile in Schlüsselsektoren wie Maschinen, Chemikalien und Elektrogeräte haben Deutschland bereits überholt, heißt es da. Während die kritische Abhängigkeit Deutschlands von chinesischen Importen von 6 Prozent im Jahr 2004 auf 22 Prozent im Jahr 2022 erheblich gestiegen ist. „Der zunehmende Wettbewerb spielt sich dabei nicht nur in Schwellenländern ab“, betont Gröschl. Auch in Europa, dem klassischen Heimspielstadion der deutschen Industrie, gewinnen die chinesischen Unternehmen zunehmend an Marktanteilen. Denn innerhalb der Europäischen Union (EU) haben in den letzten 10 Jahren sage und schreibe 10 von 11 Sektoren des deutschen verarbeitenden Gewerbes einen Rückgang des Exportmarktanteils verzeichnet.

Probleme deutscher Unternehmen in China strahlen auf Europa aus

Außerdem drücken schrumpfende Umsätze und Marktanteile auf die Gewinne der in China tätigen deutschen Unternehmen. Auch wenn einigen davon der chinesische Markt sauer aufgestoßen habe, bleibe er weiterhin ein attraktives Ziel für Investitionen großer Unternehmen. Aber trotz einer Verfünffachung der deutschen Direktinvestitionen in China von 2010 bis 2022, haben die Unternehmen einen Umsatzrückgang von 6,2 Milliarden Euro und eine geringere Investitionsrendite von minus 24,8 Milliarden Euro im Jahr 2022 zu verkraften. „Auch in China ist eben nicht alles Gold, was glänzt“, macht Gröschl dazu klar. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, reinvestieren die Unternehmen ihre Gewinne in China. Gleichzeitig müssen sie sich aber auch den Herausforderungen im Heimatmarkt stellen, die teilweise zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führt. Seitens der Unternehmen sind Forderungen nach Schutzmaßnahmen auf EU-Ebene eine Folge dessen. In diesem Zusammenhang würden politische Maßnahmen zur Verringerung der Regulierungs- und Steuerlast im Inland und zur Beseitigung von Innovationshemmnissen viel dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit auf der globalen Bühne wiederzuerlangen.

Die deutschen Unternehmen könnten sich aber behaupten ...

„Der Wind bläst den deutschen Unternehmen gerade kräftig ins Gesicht“, so Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unbestritten habe die hiesige Wirtschaft schon rosigere Zeiten gesehen. Es gibt also viele Hausaufgaben für die deutsche Industrie. Dazu gehören etwa verlässliche, planbare und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Unternehmen sollten deshalb schon jetzt aktiv die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Insbesondere Investitionen in grüne Energiegewinnung und in Forschung und Entwicklung sind nach Ansicht von Allianz Trade jetzt das A und O für das Wiedererstarken von „Made in Germany“. Bogaerts ist aber zuversichtlich, dass die deutschen Unternehmen mit ihrer Robustheit, Finanzstärke und ihrem Unternehmergeist genau das schaffen und dann der internationalen Konkurrenz die Stirn bieten werden – auch den

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