Instandhaltung und KSS Auch Kühlschmierstoffe immer im Blick behalten

Autor / Redakteur: Marco Wünsch / Beate Christmann

Beim Condition Monitoring von Anlagen und Maschinen wird die Zustandsüberwachung der Kühlschmierstoffe oftmals vernachlässigt. Ein neuartiges Prüfsystem soll dies nun ändern.

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Das Fluid Safe Lub Control System von Rhenus Lub soll Condition-Monitoring-Systeme um die ständige Kontrolle der Kühlschmierstoffe erweitern – auch der kritische Wert des Bakteriengehalts kann überprüft werden.
Das Fluid Safe Lub Control System von Rhenus Lub soll Condition-Monitoring-Systeme um die ständige Kontrolle der Kühlschmierstoffe erweitern – auch der kritische Wert des Bakteriengehalts kann überprüft werden.
(Bild: Rhenus Lub)

Die moderne Instandhaltung arbeitet zunehmend mit komplexen Prüfsystemen, die unter dem Begriff des Condition Monitoring subsummiert werden: Sensorsysteme bilden dafür kontinuierlich sämtliche Maschinen- und Produktionsschritte ab. Sie helfen, einen reibungslosen Ablauf der gesamten Fertigungskette zu gewährleisten. Verschleißbedingten Störungen kann rechtzeitig entgegengesteuert und kostspielige Maschinenausfälle können so vermieden werden. Dieses Verfahren ist besonders für die Gesamtkostenbetrachtung relevant: Maschinenteile müssen erst ersetzt werden, wenn ihre Lebensdauer völlig erschöpft ist, und Restlaufzeiten können effektiver genutzt werden.

Betriebsstoffe: beim Condition Monitoring häufig vernachlässigt

Häufig zu beobachten ist jedoch, dass Fertigungsunternehmen der Kontrolle von Anlagen und Werkzeugen einen höheren Stellenwert beimessen als den ebenso wichtigen Betriebsstoffen. Ein folgenreiches Versäumnis: Nur durch einwandfreie Betriebsmittel kann mit der Maschinerie stabil und sicher produziert werden. So bringt beispielsweise ein beeinträchtigter oder nicht mehr funktionsfähiger Kühlschmierstoff (KSS) die gesamte Produktion in Gefahr – da würde auch der sonst einwandfreie Zustand einer Maschine wenig bewirken.

Zwar ist inzwischen eine tendenzielle Bereitschaft zu erkennen, auch die an die Zentralanlagen gekoppelte Kühlschmierstoff-Versorgung dauerhaft zu überwachen – letztendlich ist es aber der technologische Status quo, der für viele Interessenten fragwürdig ist. Bisherige, meist manuell durchgeführte Auswertungen des KSS-Zustands benötigen mindestens 48 Stunden bis zum Ergebnis – eindeutig zu lange, um insbesondere bei Fehlentwicklungen schnell gegenzusteuern. Nicht zuletzt stellt diese Auswertungsform nur eine punktuelle Momentaufnahme dar und macht es nahezu unmöglich, valide Zeitreihenanalysen für KSS-Entwicklungen zu erstellen.

Echtzeitüberwachung von KSS

Der Schmierstoffhersteller Rhenus Lub hat dafür eine Lösung entwickelt: das Fluid Safe Lub Control System. Es soll die eingesetzten Schmierstoffe in Echtzeit auf einen dauerhaft einwandfreien Zustand hin überprüfen. Und dabei ist das Gerät nicht nur für den Einsatz mit Schmierstoffen von Rhenus Lub ausgelegt, sondern universal kompatibel.

Oftmals ist es eine rasch ansteigende Bakterienanzahl, die zu einer Negativentwicklung des Kühlschmierstoffs beiträgt. Zu spät entdeckt, hat das direkte Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Emulsion. Schlimmstenfalls muss der Kühlschmierstoff komplett ausgetauscht und die gesamte Produktion unterbrochen werden, was immense Kosten verursacht. Eine fortwährende Kontrolle des Bakteriengehalts in Kombination mit Konzentration, Leitfähigkeit und pH-Wert ist somit empfehlenswert.

Bakteriengehalt von KSS ständig im Blick

Bisher verfügbare Kontrollsysteme berücksichtigten den Bakteriengehalt jedoch nicht – ein Wert, den das Fluid Safe Lub Control System nun anzeigt. Alle Messergebnisse sind nicht allein am Gerät selbst ablesbar, sondern ebenso am Computer und auf mobilen Endgeräten. Die Dokumentationsfunktion des Kontrollsystems speichert in individuell festgelegten Intervallen den Zustand der Emulsion. So kann anhand der Zeitreihenanalysen die Emulsionsentwicklung beispielsweise auch der Nachtproduktion oder von Wochenendzyklen jederzeit nachverfolgt werden.

Meinhard Kiehl, Direktor Marketing und Produktmanagement bei Rhenus Lub, erklärt: „Bei Fehlentwicklungen ermöglicht das Fluid Safe Lub Control System die Möglichkeit zum sofortigen Eingreifen, der Kühlschmierstoff kann in deutlich engeren Grenzen gefahren werden, da Schwankungen reduziert werden. Das Resultat sind durchschnittliche Einsparungen von 10 % beim Verbrauch.“ Für einen einwandfreien Zustand des Geräts sollte man es alle sechs Monate durchchecken und die Messsonden reinigen.

* Marco Wünsch ist Fachredakteur für Industriethemen in 40215 Düsseldorf, Tel. (02 11) 86 65 24 47, wuensch@crosspr.de; weitere Informationen: Rhenus Lub GmbH, 41179 Mönchengladbach, Tel. (0 21 61) 5 86 90, vertrieb@rhenusweb.de

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