Standort Deutschland Auch zu Hause wettbewerbsfähig produzieren

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Verlagerung der Produktion aus Deutschland in Billiglohnländer kommt Unternehmen fast immer teurer zu stehen als gedacht. Schätzungsweise jede fünfte Verlagerung muss sogar wieder rückgängig gemacht werden. Die Kosten für einen Umzug können sich die Unternehmen aber von vorneherein sparen, wie die Veranstaltung „Produktion am Standort Deutschland – Erfolgsfaktoren und Erfahrungen“ der VDI-Initiative am Sitz von Rittal in Herborn gezeigt hat.

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Eine Produktion im Ausland droht insbesondere dann zu scheitern, wenn es um Kostensenkung und nicht um die Erschließung neuer Märkte geht, erläuterte der stellvertretende VDI-Pressesprecher Sven Renkel unter Berufung auf die Studie „Neue Erkenntnisse zu Produktionsverlagerungen und Implikationen für strategisch fundierte Standortentscheidungen“ (wir berichteten).

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Nach dieser Studie, die der VDI und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) gemeinsam erstellt haben, sind höhere Flexibilität (in 72% der Fälle) und Qualität (61%) die wichtigsten Gründe dafür, nach Deutschland zurückzukehren. „Made in Germany ist seit 1887 ein Qualitätssiegel“, sagte Renkel. Unternehmen sollten deshalb vor der Verlagerung schauen, was man in der Produktion in Deutschland verbessern kann.

„Eine Verlagerung aus Kostengründen will wohl überlegt sein“, mahnte auch Dr. Steffen Kinkel, Leiter des Competence Center „Industrie- und Serviceinnovationen beim Fraunhofer-ISI. Unternehmen dürften sich eine Verlagerung nicht „schönrechnen“, sondern müssten in einer Vollkostenrechnung alles erfassen. Unzureichende Analysen seien die Ursache der wichtigsten Fehler (siehe Checkliste zum Herunterladen am Ende des Artikels). Viele der Rückverlagerungen wären vermeidbar gewesen, wenn vorher richtig gerechnet worden wäre.

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