Interview Auerbach ermöglicht Tiefbohren der anderen Art

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Die Entwicklungsingenieure von Auerbach haben sich eine pfiffige Lösung einfallen lassen, um das Tiefbohren auf Fräsmaschinen prozesssicher zu ermöglichen. Über Funktion und Nutzen dieser Tiefbohreinheit befragten wir Andreas Soiné, Leiter Verkauf und Service der Auerbach Maschinenfabrik GmbH in Ellefeld, im Vorfeld der Messe Metav 2010.

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Herr Soiné, wie funktioniert die von Auerbach entwickelte Tiefbohreinheit für Fräsmaschinen?

Soiné: Die Tiefbohreinheit Tiefbohrfix wird an eine parallel zur Spindel angebrachte Fläche des Spindelgehäuses durch ein Nullpunktspannsystem an das Spindelgehäuse angedockt. Der schon vorab in der Tiefbohreinheit montierte Werkzeughalter mit Tiefbohrwerkzeug wird in die Werkzeugaufnahme des Spindelgehäuses eingeführt und durch den Werkzeugspanner gehalten.

Durch einen elektrischen Schnellverschluss wird nun das Tiefbohrfix mit der Maschinensteuerung verbunden. Nun ist gewährleistet, dass die NC-Lünetten die nötigen Vorschubsignale erhalten. Die dafür benötigte Rüstzeit zum Anbringen der Tiefbohreinheit bei vorgerichtetem Werkzeug beträgt unter fünf Minuten.

Nach dem Andocken der Tiefbohreinheit, inklusive des Bohrwerkzeugs werden die Werkzeugpositionsdaten in die Maschinensteuerung eingegeben. In die speziell für das Tiefbohren vorgesehenen Auerbach-Bearbeitungsszyklen werden die Bearbeitungsparameter für die programmierten Bohrungen eingefügt.

Diese Bearbeitungs- und Überwachungsdaten sind ein wesentlicher Bestandteil der neuen Art, tiefe Bohrungen auf Bearbeitungszentren zu bohren und dienen der Überwachung des Bohrprozesses, um Werkzeugbrüche zu vermeiden.

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen worden sind, startet der Bearbeitungsprozess, in dem der Startpunkt der Bohrung angefahren wird. Die Lünetten, die in einem definierten Abstand von maximal 40 × d eingestellt worden sind, ziehen sich synchron zum Maschinenvorschub zusammen, so dass das Werkzeug jederzeit gestützt ist.

Nach Erreichen der Bohrtiefe wird die Spindeldrehzahl gestoppt und das Werkzeug aus der Bohrung zurückgezogen. Auch hier fahren die beiden Lünetten synchron zum Spindelvorschub zurück in die Ausgangsposition.

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