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Auch windowsbasierte Systeme bieten verschiedene Abfragemöglichkeiten
Bei windowsbasierten Systemen müssen die Daten des Windows-Eventlog auf andere Art abgefragt werden. Dabei besteht keine direkte Transfermöglichkeit der Plug-ins. Grundsätzlich bieten Windowssysteme unterschiedliche Möglichkeiten zur Abfrage an, zum Beispiel NS Client++, Op-Mon-Agent, NC-Net. Dazu kommen die herstellerspezifischen Möglichkeiten des jeweiligen Tools. Wichtig dabei ist, dass der entsprechende Agent auf dem Windowssystem aktiv ist.
Wenden wir uns dem Applikationsbereich zu: Wer SAP ERP einsetzt, kennt das SAP-eigene Werkzeug CCMS (Computer Center Management System), das der zentralen Überwachung der SAP Netweaver-Komponenten dient. Dadurch lässt sich das Verhalten von SAP-Systemen bewerten und ihre Verfügbarkeit sicherstellen.
Der SAP-Alert-Monitor als Monitorsammlung empfängt Daten unter anderem von Agenten der Satellitensysteme, die Auskunft über Performance oder Zustand abliefern. Dazu gehören die Speicher- und CPU-Auslastung, Disk I/Os, Datenbanken, Antwortzeiten, Ausgabesteuerung oder Security- und Systemlogs. SAP liefert verschiedene Templates, die manuell ergänzt werden können.
Client auf Monitoring-Seite fragt CCMS-Daten ab
Auf der Monitoring-Seite ist ein Client installiert, der mit aktiven Plugins die CCMS-Daten über eine der RFC-Schnittstellen abfragt. Voraussetzungen für den Remote-Zugriff sind die Installation der SAP-Bibliotheken auf Windows und Linux oder Unix. Bei einem Tool wie Open-IT-Cockpit gehören auch SLA-Reportings, Business-Process-Monitoring und Trendanalysen zur Funktionalität.
Systemnahe Applikationen wie J2EE-, Web-, Domain-Name-, Mail-, Fileserver sowie Proxies und entsprechende Queues lassen sich problemlos über die netzwerkfähigen Protokolle SMTP, HTTP, DNS, DIG, POP3, IMAP oder FTP abfragen (mit oder ohne Verschlüsselung). Nicht jedes Protokoll besitzt passende Plug-ins. Individuelle bestehende Plug-ins nutzen die Protokolle, um zu prüfen, ob der TCP- oder UDP-Port offen ist und dort ein Dienst existiert. Für eine Überwachung in die Tiefe finden spezifische Agenten Verwendung. Die Antworten wertet das Monitoring-Tool aus.
Die täglichen Routinearbeiten am System automatisieren
In der Cloud können ESX-, KVM-, Citrix- oder XEN-Farms im Bereich der Auslastung einzelner Komponenten überwacht werden, des Weiteren Traffic, eingeloggte User, Lizenzen oder laufende Sessions. Abfragen werden über die vom Hersteller gelieferten API abgewickelt, sodass keine zusätzliche systemseitige Installation nötig ist.
Welche Komponenten, Dienste und Anwendungen auch überwacht werden sollen: Gute Monitoring-Lösungen überwachen zentral und einheitlich. Sie helfen, die täglichen Routinearbeiten am System zu automatisieren – und damit letztendlich zu verringern. Eine solche Überwachung führt langfristig zu einer wertschöpfenden IT, die Stabilität, Qualität, Effizienz und Transparenz schafft.
Neben einer einfachen Konfiguration sollte eine gute Lösung die Möglichkeit bieten, auch komplexe Prozesse, Dienste oder SLA übersichtlich zu visualisieren. Das schafft nicht nur bei der Führungsebene Vertrauen und Zufriedenheit, sondern auch bei internen und externen Kunden.
* Steffen Rieger ist Director Infrastructure Solutions bei der IT-Novum GmbH, 36043 Fulda; Stephan Hucke ist Consultant Systemmonitoring bei IT-Novum
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