Speicherkarten

Auswahlkriterien bei langlebigen Speichern für die Industrie

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Bei kleineren Abmessungen – wie sie in Automatisierungssystemen oder eingebetteten Applikationen gefordert sind – ist diese Kombination aufgrund der Platzbeschränkung und der erforderlichen Power-Fail-Sicherheit nicht möglich. Deshalb kommt bei den Compactflash-, C-Fast-, SD- oder Micro-SD-Karten hauptsächlich die reine Flashtechnik zum Einsatz.

Nur SLC-Speicher bieten höchste Zuverlässigkeit

Aus diesem Grund führt bei ihnen kein Weg an SLC-Speichern vorbei: Nur sie gewährleisten höchste Zuverlässigkeit mit einer geringen Fehlerrate und langem Datenerhalt. Beispielsweise bei Industrierechnern, die meist im 24/7-Betrieb laufen und deren Verfügbarkeit höchste Priorität hat, zahlt sich der Mehrpreis einer SLC-Lösung von wenigen Euro schnell aus. Denn ein Stillstand der Anlage ist in aller Regel mit hohen Kosten verbunden.

Weiterer Vorteil: Sie ermöglichen das 20- bis 100-Fache der Schreibzyklen einer MLC und einen Datenerhalt von zehn Jahren.

Unabhängig davon, ob die Wahl auf SLC- oder MLC- beziehungsweise TLC-SSD fällt, weisen die Speicherprodukte der verschiedenen Hersteller entscheidende Unterschiede in der Erfüllung der Industrieanforderungen auf.

Ein wichtiges Kriterium ist die Langzeitverfügbarkeit. Denn Systemanbieter führen ihre Steuerungen meist über Jahre hinweg im Portfolio. Eine Neuqualifikation aufgrund geänderter Speicherlösungen verlangsamt und verteuert die Neuentwicklung der nächsten Steuergeneration ohne entsprechenden Mehrwert.

Ausfälle durch geänderte SSD-Komponenten möglich

Doch auch wenn derselbe Speicher eingesetzt wird, sind die Anwender nicht vor Problemen gefeit. So kommt es immer wieder vor, dass eine Speicherkarte in einer Anwendung einwandfrei funktioniert, während eine Karte einer neuen Lieferung mit derselben Bezeichnung in der gleichen Anwendung plötzlich ausfällt. Der Grund liegt in der sogenannten BOM, der „Bill of Material“ (Stückliste). Sie beschreibt die in der Speicherkarte eingesetzten Komponenten und Firmware.

Es gehört leider zur üblichen Praxis, dass Hersteller aus Kostengründen andere Komponenten einsetzen, sprich die BOM ändern, ohne dies zu kennzeichnen oder die Kunden zu benachrichtigen. Wird dabei eine neue Firmware aufgespielt oder eine neue Flash-Revision eingesetzt, kann die Karte durch Inkompatibilität komplett ausfallen oder funktioniert möglicherweise fehlerhaft.

Deshalb haben die Speicherlösungen von Swissbit eine „Fixed Bill of Material“, das heißt, alle Produkte sind baugleich zum Muster und somit auch untereinander 100%ig identisch über alle Lieferungen. Die Artikelbezeichnung gibt darüber hinaus detaillierte Auskunft, welche Firmware, Prozessoren oder Flash Chips in der Karte enthalten sind. Sollten Änderungen nötig sein, ändert sich die Artikelbezeichnung entsprechend und eine „Product Change Notification“ (PCN) informiert die Kunden frühzeitig. So haben diese die Möglichkeit, die Kompatibilität zu prüfen, bevor sie die geänderten Speicher verwenden.

* Roger Griesemer ist Leiter der Business Unit Flash Products bei der Swissbit AG in 9552 Bronschhofen (Schweiz)

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