PwC-Studie Automobil-Produktion bleibt in Asien auf der Überholspur

Redakteur: Stéphane Itasse

Frankfurt am Main (si) - Die weltweite Automobilproduktion wird 2007 vor allem dank des anhaltenden Wachstums in Asien weiter zulegen. Im laufenden Jahr rollen nach einer aktuellen Prognose des Automotive Institute von PricewaterhouseCoopers (PwC) gut 66,5 Mio. Pkw aus den Montagehallen und damit etwa 1,9 Mio. mehr als 2006, wie die Unternehmensberatung am Montag in Frankfurt am Main mitteilte.

Anbieter zum Thema

Allein in der Region Asien-Pazifik steigt das Produktionsvolumen um voraussichtlich 1,3 Mio. auf rund 25,77 Mio. Einheiten, heißt es weiter. Das Wachstum in der EU dürfte demgegenüber mit einem Zuwachs von knapp 200.000 auf 18,07 Mio. Pkw moderat ausfallen, während das Produktionsvolumen in Nordamerika auf Grund der anhaltenden Restrukturierungen bei den „Big Three“ GM, Ford und Chrysler sogar leicht sinken dürfte (minus 46.000 auf 15,19 Mio. Pkw).

„Das insgesamt stabile Produktionswachstum darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass die weltweiten Überkapazitäten weiter wachsen“, gibt Karl Gadesmann, Partner und Leiter des Bereichs Automotive bei PwC, zu bedenken. So dürfte die Auslastung der Pkw-Fabriken von 79,5% im Jahr 2006 auf 79% zurückgehen. Die weltweiten Überkapazitäten steigen damit um fast eine Million auf knapp 17,7 Mio. Pkw.

China mit kräftigstem Zuwachs

Mit einem Plus von geschätzt rund 550.000 Pkw kommt 2007 mehr als jedes vierte zusätzlich produzierte Auto aus China. Damit ist das Land mit großem Abstand der wachstumsstärkste Produktionsstandort, gefolgt von der Slowakei. Dank der Investitionen des französischen PSA-Konzerns und der koreanischen Hyundai-Gruppe verdoppelt sich die slowakische Pkw-Produktion voraussichtlich auf 540.000 Einheiten. Auf der Rangliste folgen Indien mit einem Zuwachs von rund 230.000 Einheiten, Japan (plus 200.000) und Russland (plus 120.000).

In der EU baut Deutschland der PwC-Prognose zufolge seine Position als größter Automobilhersteller aus (plus 57.000 auf 5,33 Mio. Pkw). Bemerkenswert ist der Aufschwung der italienischen Autoindustrie, die durch die Erholung der Fiat-Gruppe - mit knapp 1,3 Mio. produzierten Pkw - ein Plus von über 10% verzeichnen dürfte. Demgegenüber sorgen Produktionsverlagerungen nach Osteuropa in Frankreich für einen Rückgang der Fertigung um rund 5% auf 2,98 Mio. Pkw.

Renault-Nissan wächst stark

Die zwölf größten Autokonzerne werden 2007 knapp 91% der weltweit hergestellten Pkw produzieren, heißt es weiter. Der weltgrößte Hersteller Toyota (2007: plus 230.000 auf 9,85 Mio. Pkw) dürfte seinen Abstand auf General Motors (minus 10.000 auf 9,12 Mio.) vergrößern. Bemerkenswert ist der Zuwachs bei Renault-Nissan. Die Automobil-Experten erwarten einen Anstieg der Produktion um über 800.000 auf 6,74 Mio. Pkw. „Der französisch-japanische Hersteller fährt eine aggressive Expansionsstrategie: Nissan nimmt die Produktion neuer Modelle in der EU und in Nordamerika auf, während Renault die Kapazitäten für die Tochtermarke Logan in Iran hochfährt“, kommentiert Gadesmann.

Für die deutschen Konzerne sind die Perspektiven im Jahr 2007 laut Studie unterschiedlich. DaimlerChrysler wird zwar voraussichtlich mit rund 4,07 Mio. Pkw knapp 80.000 Einheiten mehr produzieren als 2006, seine Position als sechstgrößter Automobilkonzern der Welt jedoch an Hyundai abgeben müssen. Bei Volkswagen wird die Produktion bedingt durch die älter werdende Modellpalette leicht rückläufig sein. Demgegenüber wächst die BMW Group mit einem Produktionsplus von gut drei% auf fast 1,4 Mio. Pkw überdurchschnittlich.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:197012)