E-Auto-Flaute Automobilexperten befürchten Jobverluste nicht nur bei Tesla

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die politische Stimmung mit Blick auf Elektroautos dreht sich, Käufer sind verunsichert – der Absatz für E-Autos erlahmt. Tesla will Stellen streichen. Andere womöglich auch ...

Elon Musk will viele Stellen streichen. Auch Grünheide wird betroffen sein. Das ist aber keine Willkür, wie Automobilexperten kommentieren. Gründe sind zum einen die einseitige Ausrichtung auf Elektronfahrzeuge und zum anderen die wankelmütige europäische Politik.(Bild:  dpa)
Elon Musk will viele Stellen streichen. Auch Grünheide wird betroffen sein. Das ist aber keine Willkür, wie Automobilexperten kommentieren. Gründe sind zum einen die einseitige Ausrichtung auf Elektronfahrzeuge und zum anderen die wankelmütige europäische Politik.
(Bild: dpa)

Tesla reagiert auf die eingetrübte Geschäftsentwicklung mit Stellenabbau. Wächst sich die Krise aus? Nach der Ankündigung eines Stellenabbaus bei Tesla erwartet der Autoexperte Frank Schwope auch Personaleinschnitte bei anderen Autobauern, die Elektroautos herstellen und verkaufen wollen. Schwope kommentiert: „Stellenstreichungen, die Automobilzulieferer schon vor Monaten beschlossen haben, nimmt jetzt auch Tesla vor. Weitere Autohersteller dürften folgen.“ Der Autoexperte ist übrigens Lehrbeauftragter für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule des Mittelstands Hannover. Das Geschäftsjahr 2024 wird seiner Meinung nach ein Durchhänger-Jahr für die Elektromobilität. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagt, dass Tesla nun auf Fabriken sitzt, die nicht flexibel und zu groß sind. Das Wachstumsmodell breche jetzt ab, weil der Markt für Elektroautos in die Knie gehe.

China und das Ende der Kaufprämie lähmen E-Mobilität

Der US-Hersteller Tesla will angesichts der Flaute beim Elektroauto-Absatz über 10 Prozent seiner Stellen weltweit abbauen. In welchem Ausmaß die Ankündigung von Firmenchef Elon Musk die einzige europäische Fabrik in Grünheide bei Berlin trifft, ist bisher noch unklar. Gerüchte, die Tesla aber dementierte, sprachen von rund 3.000 betroffenen Jobs. Tesla bekommt unter anderem den harten Preiskampf auf dem größten Automarkt China zu spüren und hat im ersten Quartal weltweit mit fast 387.000 Autos überraschend weniger Fahrzeuge ausgeliefert als ein Jahr zuvor. In Deutschland macht sich die weggefallene Kaufprämie für Elektroautos beim Absatz negativ bemerkbar.

Es dürfte aber keine jahrelange E-Auto-Flaute werden ...

Schwope erwartet keine jahrelange Krise für E-Autos: „Für einen amerikanischen Konzern ist ein Stellenabbau von 10 Prozent in Krisenzeiten nichts Überraschendes.“ „Hire and Fire“ passiere dort wesentlich schneller. Mit einer lang anhaltenden Krise für Tesla in Europa rechnet Schwope nicht. Das Jahr 2025 sollte angesichts dann geltender verschärfter Abgasvorschriften wieder Wachstum für die Elektromobilität bringen, schätzt der Experte. Die Elektroautohersteller brauchen aus seiner Sicht Planungssicherheit und kein Hü und Hott aus dem politischen Umfeld. Abrupte Änderungen von Förderbedingungen seien in dieser Hinsicht eine Katastrophe. Dadurch würden potenzielle Kunden verunsichert. Notwendig sind Prämien für Elektroautos für die Hersteller allerdings überhaupt nicht, betont Schwope, denn die Autobauer hätten in den vergangenen Jahren sehr gut verdient.

Andere Automobilbauer haben die Wahl – Tesla nicht

Die größten Autokonzerne der Welt haben einer Analyse zufolge im vergangenen Jahr bei Umsatz und Gewinn Rekorde aufgestellt. Den stärksten Rückgang 2023 verzeichnete bei der durchschnittlichen Ebit-Marge, die den operativen Gewinn ins Verhältnis zum Umsatz setzt. Der Expertenkollege Dudenhöffer sieht den Grund für die Absatzflaute von E-Autos in der Politik von Berlin und Brüssel: „Die Politiker haben die Auslastung kaputt gemacht, indem sie die Elektromobilität jetzt infrage stellen.“ Dudenhöffer verwies auch auf das abrupte Ende der Förderung durch die Umweltprämie für Privatleute. Was Tesla betreffe, so müsse Musk nun schauen, wie er angesichts großer Überkapazitäten Anpassungen vornehmen könne. Personalkosten seien aber eher das kleinere „Übel“. Tesla brauche nun viel Geld für die Maschinen in seinen hoch automatisierten Fabriken. Dabei könne der E-Autobauer eben nicht (wie deutsche Hersteller) zwischen Verbrennerauto und Elektrofahrzeug umschalten. Dudenhöffer rechnet damit, dass Tesla in Grünheide nicht an seinen Ausbauplänen festhält: „In den nächsten 5 Jahren passiert in dieser Hinsicht nichts.“

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