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Die zumeist mittelständischen Unternehmen machen dieses Spiel trotzdem häufig mit. „Wir müssen unsere Kunden halten und können derzeit nur auf bessere Zeiten – und bessere Preise – hoffen“, sagt ein Manager eines mittelgroßen Zulieferers laut Mitteilung. Das Unternehmen brauche eine faire Partnerschaft, in der die Kunden die Existenz und die Kalkulation des Zulieferers im Angesicht stark steigender Materialkosten anerkennen und respektieren.
Autozulieferer in kritischer Situation
„Das fordern wir immer und immer wieder", so der Manager. Die verständnisvollen Antworten der OEMs im Scheinwerferlicht von Preisverleihungen und ihr aggressives Handeln würden dabei diametral auseinandergehen.
Wie kritisch die Situation der mittelständischen Automobilzulieferer nach wie vor ist, zeigt eine Analyse der IKB (Downloadmöglichkeit am Ende des Artikels). Das Institut hat die Jahresabschlüsse 2009 und die Halbjahreszahlen 2010 vieler Branchenunternehmen analysiert.
Das Ergebnis: Die deutschen Automobilzulieferer haben 2009 tiefrote Zahlen geschrieben. Im Schnitt erzielten sie Verluste in Höhe von 2,6% des Umsatzes mit entsprechendem Substanzverlust auf der Eigenkapitalseite. Hinzu kommt laut der IKB-Analyse , dass offenbar einige Hersteller nach Überwindung der Krise den Preisdruck auf ihre Zulieferer wieder erhöhen.
Analyse zeigt Ausmaß der schlechten Autozulieferer-Lage nicht komplett
Die Verbände merken hierzu an, dass die IKB in ihre Analyse in erster Linie die wirtschaftlich stärksten Branchenunternehmen einbezieht. Die Gesamtsituation der Branche dürfte sich nach ihrer Einschätzung deutlich negativer darstellen.
Wolfgang Hermann, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Federnindustrie, sagt: „Wir appellieren als Branchenverbände an die OEMs und die Systemlieferanten, die Stabilität der Zulieferkette dauerhaft zu erhalten. Kurzfristige Preisdrückerei gefährdet, was über Jahrzehnte
aufgebaut wurde.“
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