Robotik
Automatisierte Demontage frühzeitig berücksichtigen

Ein Gastbeitrag von Lasse Höltge, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gruppe „Roboterprogrammierung“, Fraunhofer IPA 6 min Lesedauer

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Komponenten und Rohstoffe ausgedienter Produkte wiederzuverwerten, wird für Unternehmen immer wichtiger. Eine automatisierte und robotergestützte Demontage unterstützt diese Kreislaufwirtschaft maßgeblich. Grundlage hierfür ist ein demontagefreundliches Produktdesign.

Im Projekt Demobat ist ein Demonstrator für die automatisierte Demontage von Autobatterien entstanden. (Bild:  Fraunhofer IPA/Rainer Bez)
Im Projekt Demobat ist ein Demonstrator für die automatisierte Demontage von Autobatterien entstanden.
(Bild: Fraunhofer IPA/Rainer Bez)

Für produzierende Unternehmen sind Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaneutralität sehr relevant. Steigende Preise für CO2-Zertifikate sollen langfristig einen Anreiz setzen, die Herstellung von Produkten so CO2-arm wie möglich zu gestalten. Schon jetzt ist diese Preissteigerung markant. So stieg laut Statista der Preis für eine Tonne CO2 im europäischen Emissionshandel von 24,20 Euro im Jahr 2020 auf durchschnittlich 81,04 Euro im Jahr 2022. Auf Bundes- und EU-Ebene werden zudem immer mehr Gesetze und Richtlinien verabschiedet, die ein nachhaltigeres Produktdesign verlangen. Dies hängt auch mit dem Ziel der Bundesregierung zusammen, bis zum Jahr 2045 ein klimaneutraler Staat zu sein. Die EU hat sich das gleiche Ziel gesetzt. Durch eine Produktgestaltung für die Kreislaufwirtschaft lassen sich hier einfach Potenziale nutzen, um den CO2-Fußabdruck eines Produkts zu reduzieren.

Viele Regularien für Nachhaltigkeit in der Fertigung

Mit dem Elektro-G aus dem Jahr 2015 (Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten) sind Hersteller überdies verpflichtet, die Menge der in den Verkehr gebrachten Elektrogeräte der Stiftung EAR zu melden sowie Altgeräte unentgeltlich zurückzunehmen. Hersteller können die Rücknahme entweder selbst anbieten oder diese unterbeauftragen. Bei einer Unterbeauftragung erfolgt die Sammlung meistens über die lokalen Wertstoffhöfe. Dort werden die Elektrogeräte in sechs verschiedene Sammelgruppen getrennt. Das Recycling der Geräte erfolgt dann oft in vom Hersteller unabhängigen Erstbehandlungsanlagen. So geht jedoch das Know-how über Zusammenbau und Materialzusammensetzung der Geräte verloren, das im Falle einer hauseigenen Demontage vorhanden wäre.