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Derzeit werden häufig konventionelle Erwärmungstechnologien wie Rollenherd- oder Hubbalkenöfen verwendet. Diese sind investitionsintensiv, wenig flexibel und benötigen eine große Aufstellungsfläche. Neue Ansatzpunkte zur Energieoptimierung kann die Erwärmung durch induktive und konduktive Systeme liefern. „Beide Techniken können Vorteile in Bezug auf die Investitionskosten und auf den Platzbedarf bieten. Aber auch, wie beispielsweise bei induktiven Systemen, eine hohe Flexibilität“, erläutert Marc Decker.
So könnten durch eine Regelung der Spulenleistung, bezogen auf die Bauteillänge, unterschiedliche Temperaturbereiche im Bauteil ohne bauliche Änderungen an der Erwärmungsanlage erreicht werden. Eine Platine könnte partiell unterschiedlich aufgeheizt werden und somit wäre in Teilbereichen des warmumgeformten Bauteils eine geringere Festigkeit einstellbar. Dies wiederum könnte sich positiv auf nachfolgende Operationen, wie Beschnitt und Fügen, oder auch die Crashperformance auswirken.
Kompetenzen im internationalen Netzwerk
Bei Umformspezialist Gräbener gibt es zum Thema Warmumformung verschiedene konkrete Anfragen, die sich zum überwiegenden Teil auf die Automobilindustrie und deren Zulieferer beziehen. Hierbei handelt sich zum einen um einzeln stehende Pressen, bei denen der Kunde die weiterhin notwendigen Anlagenbestandteile beistellt. Zum anderen wird an kompletten Warmform-Anlagen gearbeitet.
Stahlhersteller Thyssen-Krupp beherrscht nahezu die gesamte Prozesskette der Warmumformung, von der Werkstoffentwicklung bis hin zur Serienfertigung warmumgeformter Bauteile. „Um die Eigenschaften warmumgeformter Bauteile weiter zu verbessern, entwickeln wir nicht nur die Werkstoffe, sondern auch die Prozesstechnologie ständig weiter“, erklärt Sascha Sikora den Blickwinkel der Werkstoffspezialisten.
Auch in der „Premier League“ (Netzwerk Warmumformung), einem Zusammenschluss von Unternehmen und Instituten, wie beispielsweise Gordica, Braun Cartec oder Metform Universität Kassel, welche in den einzelnen Bereichen der Warmumformung führend sind, liegen vielfältige Projekte vor. „In der Warmumformung können Sie nur erfolgreich sein, wenn Sie einen die Fachbereiche übergreifenden Ansatz wählen. Sie können einen Kunden nur umfassend beraten, wenn Sie Spezialisten aus der Materialkunde, der Thermodynamik, der Simulationstechnik, dem Werkzeugbau, aus Automatisierung/Handling und Anlagenbau zusammenbringen“, begründet Decker das Engagement von Gräbener im Netzwerk.
Die Warmumformung wird ihren Platz unter den Fertigungstechnologien weiter festigen – da sind sich die Anlagen- und die Werkstoffspezialisten einig. Bauteile, die „taylor made“ erhitzt und umgeformt werden, sind ein Ansatz, die einzubringende Energie immer weiter zu reduzieren. Hierzu werden die zukünftigen Anlagen entsprechend dem Bauteil aufgebaut beziehungsweise konfiguriert.
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