BME-Preisspiegel Bei Konstruktions- und Funktionswerkstoffen steigen die Preise ohne Ende
Die Preise für Konstruktions- und Funktionswerkstoffe steigen und steigen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt am Main, im jüngsten Analysebericht: dem „Preisspiegel Rohstoffe 2008“, der komplett überarbeit wurde und Preisindices und Prognosen für die Zeit bis Ende 2008 enthält.
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Nach diesem Bericht ähnelte die Preissituation bei Stahl im 2. Quartal 2008 der von 2004/2005. Preiserhöhungen von 120 Euro je Tonne und mehr waren damals keine Seltenheit. Weitere Erhöhungen für das 3. Quartal sind in der Umsetzung (siehe Diagramm).
Nach akzeptierten Erhöhungen von 120 Euro je Tonne und mehr im 2. Quartal 2008 wird laut BME die Preisrallye für viele Stahlsorten anhalten. Als Grund werden steigende Vorproduktpreise für Erze, Stahlschrott, Energie und Frachten angegeben. Weiterhin wird aber auch der anhaltende Verkäufermarkt diese Bewegung unterstützen oder beschleunigen. Beispielsweise sehen sich immer mehr Einkäufer in den Unternehmen mit der Tatsache konfrontiert, dass gültige Lieferverträge einseitig aufgekündigt werden und die Versorgungssicherheit somit gefährdet ist.
Stahlfutures an der LME als Möglichkeit zur Preissicherung
Bedrohlich wird es beim Stahl für die Unternehmen, die diese Erhöhungen nur teilweise oder gar nicht an die eigenen Kunden weitergegeben können. Daher ist der Absicherungsbedarf deutlich gestiegen und die neu aufgelegten Stahlfutures an der LME könnten eine Möglichkeit zur Preissicherung darstellen. Die Funktionsweise, Chancen und Risiken sind in einem Sonderteil im Preisspiegel dargestellt.
Bei Kupfer ist im 2. Quartal 2008 wieder viel Kapital in den Markt zurückgekehrt und die starke Nachfrage aus China tut ein Übriges. Die Preise für Kupfer haben sich nach der BME-Analyse auf einem sehr hohen Preisniveau von etwa 8500 US-Doller je Tonne stabilisiert.
Die Ergebnisse der Analyse basieren laut BME auf Expertisen von Spezialisten aus dem Rohstoffbereich, zum Beispiel Rohstoffeinkäufer, Händler, unabhängige Rohstoffspezialisten und Broker. Weiterhin flossen Daten aus den BME-Preisbenchmarks und dem BME-Einkaufsmanagerindex (EMI) in die Auswertung für die einzelnen Werkstoffe ein.
Im BME-Preisspiegel werden die einzelnen Werkstoffe in folgende Gruppen unterteilt:
- Industriemetalle (Aluminium, Kupfer, Stahl, Stahlschrott, Nickel, Zinn, Zink, Molybdän),
- Edelmetalle (Gold, Platin, Palladium, Silber) und
- Kunststoffe (Polyethylen, Polypropylen).
Des Weiteren werden Energie- und Frachtkosten (für Rohöl, Kohle, CO2, Strom und Bulk-Frachten) analysiert. Die Auswertung enthält für jedes „Produkt“ ein Chart mit der bisherigen Preisentwicklung und einer Prognose für den Preisverlauf in 2008 sowie einen begleitenden Kommentar
Darüber hinaus gibt der Bericht Aufschluss über Wechselkurse wichtiger Währungen. So hat sich der Euro hat laut BME sich ein wenig stabilisiert. Er bewegt sich aber weiter auf hohem Niveau (um 1,60 Euro). Eine deutliche Kursreduzierung sei nicht abzusehen, weil sich die europäische Wirtschaft relativ unbeeindruckt von den Geschehnissen in den USA zeige.
Der Preisspiegel als Einmalausgabe ist beim BME gegen eine Schutzgebühr von 340 Euro für BME-Mitglieder und für 490 Euro für Nichtmitglieder mit zu beziehen.
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Link: BME-Benchmark-Services
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