Stieler Kunststoff Service Beim Spritzgießen dickwandiger Teile wird aufs Tempo gedrückt

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Der Verfahrensspezialist Stieler präsentiert auf der Hannover-Messe 2010 Entwicklungsergebnisse beim Spritzgießen thermoplastischer Kunststoffteile. Dabei stehen das physikalische Schäumen sowie das Gas- und Wasserinjektions-Verfahren im Fokus der Präsentation. Die Vorteile aller drei Verfahren werden am Stand anhand hergestellter Spritzteile erläutet.

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So hat der Dienstleister das physikalische Schäumen derart weiterentwickelt, dass sich damit Kunststoffteile mit geschäumten Kern und geschlossener Außenhaus spritzgießen lassen. Die Weiterentwicklung ist unter der Bezeichnung Smartfoam patentiert.

Injiziertes Fluid für schnelle Wärmeabfuhr beim Spritzgießen

Sie ermöglicht laut Aussteller, dickwandige Teile in extrem kurzer Zykluszeit herzustellen. Der Grund dafür liegt in einem injizierten Fluid, das zu einer höheren Wärmeabfuhr im Bauteil führt, als es von außen durch Kühlen der Spritzgießform erreicht werden kann.

Das Gas- und Wasserinjektions-Spritzgießen ermöglicht die Herstellung von Hohlteilen. Bei massigen Teilen stehen dabei Werkstoffeinsparung und Zykluszeiteinsparung im Vordergrund, bei flächigen Teilen Verzugsreduzierung, wie der Aussteller anhand einer Seitenverkleidung für den VW Polo deutlich macht.

Stickstoff zur Hohlraumbildung beim Spritzgießen

Zur Anwendung kam die sogenannte Cool-Flow-Technik. Erstmals hat Stieler dabei Stickstoff zur Hohlraumbildung verwendet. Es wurde mit –25 °C durch die Schmelze gespült.

Das Ergebnis ist ein um mehrere Millimeter reduzierter Bauteilverzug. Ferner hat sich die Zykluszeit um 40% im Vergleich zum Standard-Spritzgießen verkürzt. Innerhalb von wenigen Wochen stand die Technik für den Serienanlauf. Kurze Zeit später ist auch die Serienfertigung für die Seitenverkleidung des VW Touran angelaufen.

Inzwischen wurden in Zusammenarbeit mit einem Heißkanalhersteller platzsparende Systeme entwickelt. Sie ermöglichen das Einleiten und Ausführen des hohlraumbildenden Gases durch einen Heißkanal. Sogar das Druckgießen von Türgriffen aus Zink im Gasinjektionsverfahren ist möglich.

Stieler Kunststoff Service GmbH auf der Hannover-Messe 2010: Halle 6, Stand A16

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