Change Management

Beim Veränderungsmanagement die Mitarbeiter mitnehmen

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Im dritten Schritt wird der Plan umgesetzt. Nach der Schulung aller Betroffenen werden Prozesse und Arbeitsweisen geändert. Dies verlangt eine bewusste Neuorientierung aller. In dieser Phase kann die Arbeitsleistung von Teams abfallen: Das bewusste Ausführen von Prozessschritten benötigt Energie, Prozessschritte greifen vielleicht nicht ineinander, es kommt zu Fehlern und Zeitverzögerungen. Auch die Zufriedenheit der Kunden kann abnehmen, weil die gewohnte Arbeitsqualität verfehlt wird. Oft sind Mitarbeiter in dieser Phase verunsichert und unzufrieden. Um sich Freiraum zu schaffen, versuchen sie, alte Prozesse wieder einzuführen, oft mit der Begründung: „Nur, bis der Berg abgearbeitet ist“. In dieser kritischen Phase ist es die Aufgabe der Vorgesetzten die Mitarbeiter zu motivieren, den beschlossenen Weg einzuhalten.

Abweichungen vom gemeinsam beschlossenen Plan offen diskutieren

Wichtig ist, den Mitarbeitern das Gefühl zu geben, trotz aller Schwierigkeiten auf dem richtigen Weg zu sein. Dazu werden in wöchentlichen Teamsitzungen Abläufe analysiert und Abweichungen vom gemeinsam beschlossenen Plan offen diskutiert. Dabei helfen Kennzahlen, die von den Mitarbeitern regelmäßig erhoben und veröffentlicht werden. Abweichungen sind keine Fehler, sondern eine Unzulänglichkeit im Prozess, die verbessert werden kann. Um diese zu erkennen, steuern Führungskräfte ihr Team durch gezielte Rückfragen; Antworten und Verbesserungen kommen aus dem Team. Die (im positiven Sinn) kritische Würdigung der Ergebnisse schafft ein einheitliches Verständnis über das Projekt sowie den Projektfortschritt und fokussiert alle Mitarbeiter auf die nächsten Schritte. Die Anwesenheit der Führungskräfte signalisiert dabei die Wertschätzung der Arbeit im Team.

Bei fehlender Führung droht Rückfall in alte Verhaltensmuster

Die Phase der Umsetzung geht über die Einführung neuer Prozesse hinaus. Neue Prozesse werden meist schon nach wenigen Wochen eingehalten, sind aber noch nicht als Reflexe verankert. Das bewusste Beachten der Veränderungen nimmt bei den Mitarbeitern jedoch schon ab. Bei fehlender Führung besteht die Gefahr, dass in dieser Phase alte Verhaltensmuster wieder übernommen werden. Veränderungen müssen daher über einen längeren Zeitraum begleitet werden.

Führung bedeutet, die Mitarbeiter zu motivieren, den neuen Prozess bewusst zu leben. Führungskräfte sollten berücksichtigen, dass das Durchführen von Veränderungen immer auch zu einem großen Teil Personalentwicklung beinhaltet. Eine gute Führungskraft zeichnet sich dabei weniger durch fachliche, sondern durch soziale Kompetenz aus. Führungskräfte sollten sich darüber bewusst sein, dass Veränderungsmanagement auch für sie eine Herausforderung ist. Doch sie werden durch ein hochmotiviertes selbstständig arbeitendes Team belohnt. MM

* Dr. Horst Neyer betreut als Managing Consultant der Aretas GmbH, 63743 Aschaffenburg, den Bereich Investitionsgüter, Tel. (0 60 21) 6 25 89-0, horst.neyer@aretas.de

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