Chaotisches Treiben Besorgnis über Abgang des Thyssenkrupp-Finanzchefs Schulte

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Bei Thyssenkrupp machen sich die Arbeitnehmervertreter über den angekündigten Rückzug des Finanzchefs Jens Schulte Sorgen.

Die Stahlsparte bei Thyssenkrupp bewegt sich in stürmischer See. Es bräuchte eigentlich eine starke Hand, um da durchzusegeln. Doch die Realität sieht anders aus, denn eine Führungsperson nach der anderen verlässt das Schiff, wie es aussieht ...(Bild:  Thyssenkrupp)
Die Stahlsparte bei Thyssenkrupp bewegt sich in stürmischer See. Es bräuchte eigentlich eine starke Hand, um da durchzusegeln. Doch die Realität sieht anders aus, denn eine Führungsperson nach der anderen verlässt das Schiff, wie es aussieht ...
(Bild: Thyssenkrupp)

Der überraschende Abschied von Jens Schulte sei sehr irritierend. Das äußerte zumindest Jürgen Kerner, der zweite Vorsitzende der IG Metall, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp ist, gegnüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Es dränge sich der Verdacht auf, dass er nur zur Überbrückung bei Thyssenkrupp angeheuert habe, oder dass es interne Zerwürfnisse gebe. Schulte hatte seinen Posten erst am 1. Juni angetreten. Kerner fordert eine Klärung der Sachlage. Letzte Woche hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass Schulte als Finanzvorstand zur Deutschen Börse wechseln wolle, und deshalb um Beendigung seines Vorstandsmandats bitte. Wann Schulte genau wechselt, wurde nicht verraten. Laut einer aktuellen Mitteilung wird er bis dahin weiterhin Finanzvorstand bleiben und ab dem 1. Februar auch die Aufgaben des Personalvorstands übernehmen.

Thyssenkrupp-Führungsriege schmilzt dahin

Thyssenkrupp hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2023/24 vor allem durch hohe Wertberichtigungen der Stahlsparte einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro erlitten. Die Sparte steht aktuell vor einem tiefgreifenden Umbau, bei dem insgesamt 11.000 der derzeit 27.000 Stellen gestrichen oder ausgegliedert werden sollen. Im Streit um die Neuausrichtung hatten Ende August drei Stahlvorstände das Unternehmen verlassen. Der Weggang von Schulte ist aber nicht die einzige überraschende Personalie in der jüngsten Zeit, denn vergangene Woche hatte Thyssenkrupp bekannt gemacht, dass der Personalvorstand Oliver Burkhard seinen Vorstandsposten niederlegen wird, um sich auf seine Aufgabe als Chef der Thyssenkrupp-Marinesparte zu konzentrieren. Auch wurde bekannt, dass Chefstratege Cetin Nazikkol das Unternehmen bereits Ende November verlassen hat, um, wie es heißt, sich neuen Herausforderungen zu widmen. Das Unternehmen und seine Beschäftigten benötigten aber Ruhe, Kontinuität und Konzentration auf sinnvolle Maßnahmen für die Zukunft, so Kerner. Aber was sie bekommen, sei ein Führungschaos.

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