Jeder Zehnte fliegt Boeing will zigtausend Mitarbeiter entlassen

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Der in der Krise befindliche Boeing-Konzern streicht rund zehn Prozent seiner Arbeitsplätze, wie die dpa erfahren hat.

Beim Flugzeugbauer Boeing in Seattle und im Nordwesten der USA ruht die Montage, denn die Belegschaft streikt bereits seit einigen Wochen. Das ist für den krisengebeutelten Konzern eine weitere Belastung, die in die Milliarden gehen kann. Nun will man rund 10 Prozent der Stellen streichen.(Bild:  Boeing)
Beim Flugzeugbauer Boeing in Seattle und im Nordwesten der USA ruht die Montage, denn die Belegschaft streikt bereits seit einigen Wochen. Das ist für den krisengebeutelten Konzern eine weitere Belastung, die in die Milliarden gehen kann. Nun will man rund 10 Prozent der Stellen streichen.
(Bild: Boeing)

Boeing-Chef Kelly Ortberg nannte bei der Ankündigung zur Streichung von Arbeitsplätzen zwar keine genaue Stellenzahl, aber nach jüngsten Angaben hatte der Flugzeugbauer insgesamt gut 170.000 Beschäftigte. Nimmt man diese Zahl zugrunde, stehen also rund 17.000 Jobs auf der Kippe. Diese Entscheidung sei nötig, denn das krisengebeutelte Unternehmen müsse die Belegschaft an die finanzielle Realität anpassen. Von den weltweiten Kürzungen sollen sowohl das Management als auch Angestellte betroffen sein. Der Konzern gab nach US-Börsenschluss am Freitag einen Abschreibungsbedarf von fünf Milliarden Dollar (rund 4,57 Milliarden Euro) bekannt. Dabei ist die Sparte Verkehrsflugzeuge für drei Milliarden Dollar verantwortlich, der Rest entfällt auf den Bereich Verteidigung, Raumfahrt und Sicherheit.

Streiks bei Boeing verschärfen die Lage

Bei Boeing streikt seit Mitte September außerdem die größte Gewerkschaft IAM, die rund 33.000 Arbeiter vertritt, wie man auch noch erfährt. Von der Arbeitsniederlegung ist die Boeing-Produktion rund um Seattle im Nordwesten der USA betroffen, wo unter anderem das Bestsellermodell 737 und der Langstrecken-Jet 777 gebaut werden. Der Streik verschärft aktuell die Probleme von Boeing natürlich noch weiter. Im Verkehrsflugzeugbereich müssen Boeings Kunden nun noch länger auf ihre bestellten Maschinen der nächsten Generation Typs 777X warten. Bei der Frachtversion soll es bis 2028 dauern. Die erste Auslieferung erwartet der Konzern jetzt erst 2026. Ortberg verwies auf den Streik, sowie auf noch nicht erfolgte Testflüge. Letztere wurden gestoppt, nachdem bei den Testmaschinen Probleme auftraten. Die Produktion der Frachtvariante des 767 soll übrigens 2027 eingestellt werden. Boeing hatte den streikenden Arbeitern zuletzt eine Einkommenserhöhung von 30 Prozent über die vierjährige Laufzeit des Vertrags angeboten. Nachdem die Gewerkschaft sich darauf nicht einließ, zog Boeing das Angebot zurück. Die Arbeiter hatten im vergangenen Jahrzehnt auch noch mehrere Nullrunden akzeptiert, heißt es. Die Gewerkschaft hatte zuletzt 2008 gestreikt. Der Ausstand dauerte 57 Tage und kostete den Konzern nach Analystenschätzungen rund zwei Milliarden Dollar.

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