Gürtel enger Bosch-Entscheider Hartung will weiterhin sparen

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Es wird weitere Sparprogramme geben, sagt Stefan Hartung. Das sei nötig, weil bis 2030 noch einmal eine große Verschiebung im Bereich des Antriebsmixes im Automobilbau stattfinde ...

Der Bosch-Chef Stefan Hartung kündigt weitere Sparmaßnahmen für den Konzern an. Auch viele Jobs könnten in den nächsten sieben Jahren wegfallen. Parallel dazu, sieht er das rigorose Verbrennerverbot und die Flottengrenzwerte als Bedrohungen für die hiesige Automobilbranche.(Bild:  Bosch)
Der Bosch-Chef Stefan Hartung kündigt weitere Sparmaßnahmen für den Konzern an. Auch viele Jobs könnten in den nächsten sieben Jahren wegfallen. Parallel dazu, sieht er das rigorose Verbrennerverbot und die Flottengrenzwerte als Bedrohungen für die hiesige Automobilbranche.
(Bild: Bosch)

Die Änderungen beim Antriebsmix im Automobilbau, die der Bosch-Chef Stefan Hartung als Anlass nimmt, seine Belegschaft auf erneute Sparrunden einzustimmen, wird seiner Ansicht nach in den nächsten fünf, spätestens aber in sieben Jahren, unvermeidlich sein. Die für Bosch untypisch heftigen Proteste der Arbeitnehmervertretung gegen die Abbaupläne stoßen bei Hartung auf Verständnis. Richtig sei, dass Bosch die Sozialpartnerschaft bisher noch nie mit einem solchen Stellenabbau belasten musste. Laut Hartung ist es klar, dass man keinen Jubel der Arbeitnehmer erwarten darf, wenn nun dazu kommt. Aber damit müsse man leben. Entscheidend sei, dass man sich am Ende zusammensetze und einen Weg finde. Seit gut einem Jahr kündigt Bosch immer wieder an, Stellen streichen zu müssen. Bis Ende 2032 könnten nun weltweit über 12.000 Jobs auf der Kippe stehen (allein in Deutschland rund 7.000).

EU-Flottengrenzwerte begünstigen Konkurrenz aus Asien

Die Zuliefersparte werde die meisten Federn lassen müssen. Aber auch in anderen Bereichen wie etwa im Werkzeugsektor sollen Stellen wegfallen. An mehreren deutschen Bosch-Standorten gab es zuletzt Proteste. Aber die Autoindustrie steckt angesichts der schwachen Konjunktur in der Krise und leidet unter der mauen Nachfrage, die vor allem Elektroautos betrifft. Hartung wendet sich deshalb gegen ein Verbot von Verbrennungsmotoren im Jahr 2035. Er fordert im Zuge dessen eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Abgasregeln: „Ich bin für eine Revision der gesamten Regulierung. Ein hartes Verbot von Verbrennern im Jahr 2035 wird auf der Konsumentenseite große Verwerfungen nach sich ziehen.“ Und in diesem Jahr drohen schon Strafzahlungen für Autohersteller, falls die Gesamtemissionen der verkauften Fahrzeuge nicht den von EU vorgeschriebenen Flottengrenzwerten entsprechen. Laut Hartung ist es gefährlich, wenn wegen der Flottengrenzwerte Automobilhersteller in Europa Strafen zahlen müssen, während an anderer Stelle in der Welt Hersteller Subventionen genießen. Das ist eine Gefahr für die europäische Automobilindustrie.

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