Stellenabbau regelt sich Autozulieferer Bosch verhandelt in puncto Stellenstreichungen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Das Bosch-Programm zum Abbau Tausender von Stellen hat offensichtlich nun eine wichtige Hürde genommen, wie die dpa jetzt erfahren hat.

Bosch hat im letzten Jahr schon Tausende von Stellen abgebaut. Aber die Pläne sehen bekanntlich vor, dass es Zigtausende werden. Wie es heißt, laufen die Verhandlungen in den meisten betroffenen Werken zufriedenstellend, um das Schlimmste zu vermeiden.(Bild:  Bosch)
Bosch hat im letzten Jahr schon Tausende von Stellen abgebaut. Aber die Pläne sehen bekanntlich vor, dass es Zigtausende werden. Wie es heißt, laufen die Verhandlungen in den meisten betroffenen Werken zufriedenstellend, um das Schlimmste zu vermeiden.
(Bild: Bosch)

Bosch verhandelt derzeit darüber, wie die Stellen abzubauen sind. An allen betroffenen Standorten seien jetzt auch Vereinbarungen getroffen worden. Das sagte jedenfalls Frank Sell, der Betriebsratschef der Zuliefersparte in Stuttgart. Nur in einem Bereich – am größten deutschen Bosch-Standort in Stuttgart-Feuerbach – konkret bei Bosch Digital – werde noch über die Abbaupläne der Geschäftsführung diskutiert. Die Verhandlungen waren extrem schwierig, kommentierte Sell. Das oberste Ziel sei es demnach gewesen, das Schlimmste zu verhindern und den Abbau wo es geht auch zu reduzieren. Das, so Sell, hat auch meist geklappt. Auszubildende können nun übernommen werden und es gibt weiterhin Qualifizierungsmöglichkeiten. Außerdem wurde versucht, so gut es geht, auch Produkte und Zukunftsthemen für die einzelnen Standorte festzulegen, heißt es weiter.

Zigtausende von Bosch-Beschäftigten müssen dennoch gehen

Nichtsdestotrotz: Bosch will in den kommenden Jahren in der Zuliefersparte in Deutschland rund 22.000 Stellen streichen. Der Konzern setzt dabei insbesondere auf freiwillige Programme, wie Vorruhestand, Altersteilzeit und Abfindungen. So soll der massive Abbau natürlich möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. Nach einzelnen Ankündigungen hatte Bosch im September letzten Jahres erst einen größeren Abbau von gut 13.000 Stellen verkündet. Darüber wurde seitdem mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt. Die Vereinbarungen haben demnach verschiedene Laufzeiten: Von 2029 bis 2032 sei alles dabei. Wie viele Stellen nun insgesamt weniger gestrichen werden, blieb zunächst ungewiss. Aber, um ein Beispiel zu nennen: Am Standort Feuerbach sollten nach den ursprünglichen Plänen der Bosch-Führung 3.325 Jobs wegfallen, nun seien es „nur“ 2.500 Betroffene. Bei diesen Zahlen sei Bosch Digital aber noch ausgeklammert. Außer dem Werk Feuerbach und der Zentrale trifft es unter anderem die Standorte Schwieberdingen, Waiblingen und Bühl/Bühlertal in Baden-Württemberg. Aber auch das Werk im saarländischen Homburg komme nicht darum herum.

Je nach Lageänderungen, kann nachverhandelt werden

Falls die für ein Jahr gesteckten Abbauziele nicht erreicht werden, sind nach Aussage von Sell, in allerletzter Konsequenz auch betriebsbedingte Kündigungen möglich. Er gehe aber nicht davon aus, dass es dazu kommen werde. Denn die Ziele seien so gesteckt, dass man sich zutraue, das Ganze mit einem Mix aus Abfindungen, Vorruhestand und Demografie hinzubekommen. Und bis Ende 2027 sind betriebsbedingte Kündigungen in der Sparte ohnehin ausgeschlossen, heißt es. Außerdem sehen die Vereinbarungen nach Angaben des Gesamtbetriebsrats auch „Hagelschlag- und Sonnenschein“-Klauseln vor. Das bedeutet konkret, dass, falls sich die Lage weiter verschlimmern sollte, Bosch nachverhandeln kann. Gleiches wird für den Betriebsrat möglich, falls sich die Situation in der Branche bessern sollte. An Rücklagen hat Bosch für den Abbau rund 2,7 Milliarden Euro zurückgelegt. Schon im letzten Jahr traf es etwa 6.000 Personen, an die knapp 900 Millionen gezahlt wurden.

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