T.A. Cook Chemserv Industrieservice erhält den Instandhaltungspreis Maintainer 2008
Münster (ff) – Chemserv Industrieservice heißt der Gewinner des Instandhaltungspreises Maintainer 2008. Ein Ansatz des Unternehmens aus Linz wurde von den rund 100 Teilnehmern der Fachkonferenz Maindays zum bemerkenswertesten Instandhaltungsprojekt gekürt.
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Chemserv Industrieservice stellte seine Instandhaltungsschule vor. In diesem Rahmen bemüht sich das Unternehmen um einen systematischen Wissenstransfer in der Instandhaltung, vor allem von älteren an jüngere Mitarbeiter.
Der notwendige Wissensübertrag wird im Rahmen von Mitarbeitergesprächen ermittelt und durch interne Schulungen abgegolten, wobei eine Qualifikationsmatrix für jedes Stellenprofil als objektiver Maßstab bei der Beurteilung des Schulungsbedarfs hilft.
Den zweiten Platz beim Maintainer 2008 teilen sich die Unternehmen KS Aluminium Technologie (Neckarsulm) und TRW Automotive, Werk Gelsenkirchen. Beide hatten Instandhaltungslösungen vorgestellt, mit denen sie durch organisatorische Veränderungen die Anlagenverfügbarkeit deutlich erhöht und zugleich die Instandhaltungskosten reduziert haben.
Im Rahmen der Maindays 2008 trafen sich Instandhalter auf Einladung von T.A. Cook zu einem zweitägigen Wissens- und Erfahrungsaustausch in Münster. Auf der Tagesordnung stand unter anderem das Thema „Vom Condition Monitoring zum Asset Performance Management“, über das Dr. Bruno van den Heuvel, Leiter der Versuchsabteilung im Technikzentrum Tagebaue der RWE Power, sprach.
Asset Performance Management löst Condition Monitoring in der Instandhaltung ab
Heuvel definierte den Begriff Asset als „alle für den Produktionsprozess notwendigen Betriebsmittel, Geräte, Anlagenteile, Einrichtungen und Betrienbsvermögen.“ Mit einem Asset Performance Management solle die bestmögliche Auslastung von Anlagen erreicht werden, wobei der Instandhaltung eine Schlüsselrolle zukomme.
Mittels Condition Monitoring, der Zustandsüberwachung von Anlagen und Bauteilen, kann RWE Power nach Aussage Heuvels Schäden an Maschinenteilen und Lagern zuverlässig im Voraus erkennen. Grundlage dafür bilden die über viele Jahre gesammelten Erfahrungswerte – beispielsweise bei Schwingsungsfrequenzen oder Temperaturen in Anlagenteilen.
Heuvel warnte aber von einem unreflektierten Einsatz von RFID & Co.: „Der dafür notwendige Aufwand lohnt sich an vielen Stellen nicht.“ Während es für RWE Power wichtig ist, einen Schaden an einem Getriebe bei einem großen Schaufelradbagger frühzeitig zu erkennen, verzichtet das Unternehmen bewusst auf das Condition Monitoring seiner zahlreichen Förderbänder: „Wenn ein Abraum-Förderband ausfällt, können wir dieses innerhalb weniger Stunden komplett austauschen – ohne dass die Produktion davon betroffen ist.“ Die Kosten für eine Zustandsüberwachung stünden in diesem Fall in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Instandhaltung muss Auswirkungen des möglichen Schadens vorher abschätzen
In die gleiche Richtung äußerte sich Dirk Breuer, Leiter Technik bei der Perlen Papier AG (Perlen, Schweiz): „Das Risiko setzt sich für uns zusammen aus der Auswirkung eines Schadens multipliziert mit der Eintrittswahrscheinlichkeit.“ Für sein Unternehmen ist unter anderem wichtig, kritische Ersatzteile vor Ort auf Lager zu haben, um längere Ausfallzeiten durch Lieferschwierigkeiten zu vermeiden.
Über diese Themen hinaus standen unter anderem Vorträge zu Global Maintenance, Wertstromorientierung in der Instandhaltung sowie strukturierter Budgetierung von Instandhaltungskosten auf der Tagesordnung. Am Folgetag der zweitägigen Konferenz fand ein Besuch bei BP Lingen statt, die im vergangenen Jahr mit dem Maintainer ausgezeichnet worden ist.
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