Wird der Hahn zugedreht? Deutschland befürchtet Lieferengpässe bei seltenen Erden

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Chinas strenge Exportbeschränkungen für gewisse Mineralien machen der deutschen Wirtschaft Angst vor Rohstoffengpässen ...

Yttrium gehört zu den schweren seltenen Erden, die die deutsche Industrie braucht. Diese Rohstoffe müssen aber zu einem Großteil aus China importiert werden. Doch bestehende Exportbeschränkungen könnten bald zu einem gravierenden Mangel führen ... (Bild:  Chief of Minerals)
Yttrium gehört zu den schweren seltenen Erden, die die deutsche Industrie braucht. Diese Rohstoffe müssen aber zu einem Großteil aus China importiert werden. Doch bestehende Exportbeschränkungen könnten bald zu einem gravierenden Mangel führen ...
(Bild: Chief of Minerals)

Deutschland braucht die Einfuhr kritischer Rohstoffe, denn diese gibt es bei uns kaum. Prekär sei die Lage vor allem mit Blick auf die sogenannten schweren seltenen Erden (etwa Holmium, Erbium, Thulium, Ytttrium und Ytterbium), weil China in dem Bereich die Hand auf rund 70 Prozent der Förderkapazitäten hat. Gebraucht werden diese Rohstoffe insbesondere für Permanentmagnete, die in den meisten Elektromotoren eine wichtige Rolle spielten. Zum Beispiel die meisten Autohersteller brauchen Magnete, die in einem Fahrzeug zwar an Gewicht nicht viel ausmachen, aber für die Produktion eines Autos unabdingbar sind. Ein Mangel an seltenen Erden soll deshalb nichts Geringeres als das Potenzial haben, die nächste Chipkrise auszulösen, was nach Ansicht von Experten bereits in vollem Gange sei. Andere Medien hatten zuvor bereits über Produktionskürzungen in Deutschland berichtet.

Autobauer und Zulieferer noch nicht sehr betroffen

China hatte Anfang April im laufenden Handelskonflikt mit den USA Ausfuhrkontrollen auf sieben seltene Erden und magnetische Materialien erlassen. Die Maßnahme gilt allgemein und betrifft damit auch deutsche Unternehmen. Laut der EU-Handelskammer in Peking sind Hunderte Unternehmen in Europa davon betroffen. Ein Problem sei, dass sich viele Exportanträge bei den chinesischen Behörden angestaut hätten, weshalb dieser Berg nicht schnell genug abgebaut werde. Der Autobauer Mercedes erklärte auf Anfrage, dass er derzeit die aktuellen Anforderungen prüft im Austausch mit Zulieferern ist. Es gebe positive Zeichen. Mercedes habe sich mit Rückblick auf die Coronakrise in dieser Hinsicht breiter aufgestellt, um sich abzusichern. BMW und Volkswagen verneinen derzeit negative Auswirkungen auf die Fahrzeugproduktion. Die Belieferung mit Komponenten die seltene Erden enthielten sei demnach stabil. Und der Automobilzulieferer ZF bezieht nach eigenen Angaben die Rohstoffe nicht selbst, sondern in Form von Zulieferteilen, wie Elektromotoren oder deren Komponenten. Dort aber, sehe ZF erste Auswirkungen in den Lieferketten eines Teils der Lieferanten. Je nach Dauer für die Erteilung neuer Exportlizenzen seien auch kurzfristige Lieferunterbrechungen nicht auszuschließen.

Das sagen die Industrieverbände zum Thema seltene Erden

Die Knappheiten bei seltenen Erden nehmen weiter zu und stellen die Unternehmen vor immer größere Herausforderungen, kommentiert der Vorsitzende der Geschäftsführung vom Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), Wolfgang Weber. Die EU-Kommission müsse deutlicher intervenieren. Und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) steht mit betroffenen Unternehmen in Kontakt, informiert Oliver Richtberg, Leiter VDMA-Außenwirtschaft. Ihre Anzahl sei überschaubar, die Art und Intensität der Auswirkungen sei von Einzelfall zu Einzelfall sehr unterschiedlich.

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