Neue Herren? Chinesischer Konzern interessiert sich für Volocopter

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Volocopter entwickelt in Bruchsal fliegende Robotertaxis. Es läuft wohl nicht so prickelnd mit dem Flugtaxigeschäft. Die Rettung könnte aus China kommen ...

Dem Flugtaxi-Spezialisten Volocopter geht es nicht besonders gut, heißt es. Jetzt winkt aber die Chance, dass ein chinesischer Konzern das Unternehmen übernimmt. Hier mehr dazu ...(Bild:  Volocopter)
Dem Flugtaxi-Spezialisten Volocopter geht es nicht besonders gut, heißt es. Jetzt winkt aber die Chance, dass ein chinesischer Konzern das Unternehmen übernimmt. Hier mehr dazu ...
(Bild: Volocopter)

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge befindet sich der chinesische Mischkonzern Geely in fortgeschrittenen Gesprächen, um Volocopter unter seine Kontrolle zu bringen. Die Zhejiang Geely Holding hat Bloomberg zufolge eine Mehrheitsbeteiligung an Volocopter durch die Leitung eines Konsortiums diskutiert, das dem Unternehmen frisches Kapital zuführen würde. Das Flugtaxi-Startup kann wohl so vor der drohenden Insolvenz bewahrt werden, heißt es. Volocopter wollte sich dazu aber nicht inhaltlich äußern. Aufgrund laufender Finanzierungs- und Vertragsverpflichtungen werde man derzeit weder Namen von Investoren nennen noch Prognosen für die Zukunft. Als privat finanziertes Unternehmen prüfe man strategisch mehrere Finanzierungsmöglichkeiten. Volocopter will die aktuelle Finanzierungssituation veröffentlichen, wenn man bereit dafür ist, wie man erfährt. Volocopter habe einen breit gefächerten Investorenpool. Geely sei seit 2019 Anteilseigner und Partner, zusammen mit anderen Unternehmen aus der Automobil-, Luftfahrt- oder Technologiebranche.

Politik lässt innovative Firmen im Regen stehen

Der im kommenden Frühjahr ausscheidende Volocopter-Chef Dirk Hoke hatte die Politik kritisiert und ihr mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Zwar baut Volocopter die Flugtaxis und darf inzwischen auch Piloten ausbilden, es fehlt aber eine Musterzulassung für den kommerziellen Passagierbetrieb. Eigentlich hatte man anlässlich der Olympischen Spiele drei Verbindungs- und zwei touristische Rundflugrouten in Paris anbieten wollen. Am Ende blieb es lediglich bei Show-Flügen, die recht medienwirksam unter anderem in der Nähe von Schloss Versailles abliefen. Die Branche hat offensichtlich generell Probleme mit der Regierung, denn beim Elektroflugzeug-Pionier Lilium hat die Insolvenzkeule bereits zugeschlagen, weil eine Bürgschaft der Ampel abgelehnt wurde.

Ernüchternde Erkenntnisse über Flugtaxis:

Ungeachtet des Hypes um die Flugtaxis gibt es mittlerweile eine relativierende Studie. Nach dieser sollen Flugtaxis deutlich schlechter abschneiden als es immer heißt. Denn wie das Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim von elf Untersuchungen herausfand, verkürzen sich die Reisezeiten kaum, während die Kosten – und im Vergleich zu E-Autos – auch die CO2-Emissionen steigen. Nützlich könne urbane Luftmobilität vor allem bei Notfalleinsätzen sowie zum Anbinden entlegener Regionen sein, wie die Analysten des ZEW anmerken.

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