Fronius Schweißtechnik Deutschland CMT-Verfahren bringt VW Mosel Wettbewerbsvorsprung
Als einer der ersten Automobilbauer setzt Volkswagen Sachsen den innovativen Fügeprozess CMT (Cold Metal Transfer) serienmäßig ein. Ein relativ geringer Mechanisierungsgrad kennzeichnet die Fertigungsbedingungen
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Als einer der ersten Automobilbauer setzt Volkswagen Sachsen den innovativen Fügeprozess CMT (Cold Metal Transfer) serienmäßig ein. Ein relativ geringer Mechanisierungsgrad kennzeichnet die Fertigungsbedingungen der hochklassigen Karossen für den Bentley Continental.
Die Fachleute im sächsischen Mosel verbinden unter anderem die Teile der C-Säule „kalt“. Anspruchsvolle Aufgaben rund um Qualität, Termin und Kosten sind zu lösen. Einen Schlüssel dazu bildet der von Fronius entwickelte CMT-Schweißprozess. Spritzerfreiheit und reduzierter Wärmeeintrag führen bei geringerem Spannvorrichtungs- und Nacharbeitsaufwand zu ausgezeichneten Resultaten.
An der C-Säule des Bentley müssen sowohl Stabilität als auch Optik absolut stimmen. Das eingesetzte Schweißsystem hat diesem zweifachen Anspruch gerecht zu werden. Die drei zu fügenden Teile aus hochfestem verzinktem Stahlblech sind jeweils von verschiedener Dicke.
Beim MIG/MAG-Schweißen ergibt sich ein Problem infolge des hohem Wärmeeintrags und den daraus resultierenden Verformungen bzw. Nacharbeiten: Qualifizierte Metallfacharbeiter mussten in langwieriger Handarbeit eingefallenes Blech an der Fügestelle anheben, glätten und Schweißspritzer beseitigen. Deren Qualifikation und Kapazität geht indessen für andere betriebliche Aufgaben verloren. Hinzu kam das definierte Ziel bei VW Sachsen: Je Karosse zwei Stunden Zeit ohne Qualitätseinbußen einsparen - und damit einen Wettbewerbsvorteil realisieren.
Mit dem CMT-Prozess haben die Fertigungsexperten das Ziel erreicht und profitieren vom nachhaltigen Nutzen. Hauptursache ist der um 20 bis 30 Prozent geringere Wärmeeintrag. Er bewirkt, dass an der C-Säule signifikant weniger Blecheinfall entsteht und so nur ein Bruchteil der Zeit für die aufwändigen Abfolgen aus Anheben und Glätten anfällt.
Dipl.-Ing. Andreas Krüger, der als Leiter Karosseriebau in Mosel die Entscheidung für den CMT-Prozess verantwortete, fasst die positiven Erfahrungen wie folgt zusasmmen. Weil sich die Drahtelektrode mit einer Frequenz bis zu 70 Hz digital gesteuert zurückzieht und der Lichtbogen kontrolliert unterbrochen wird, fließt 70 Mal pro Sekunde definitiv nur ein Tropfen von der abschmelzenden Elektrode in die Naht.
Schweißspritzer-Beseitigung ist bei den Karossen der Luxusklasse hoch sensibel: Dabei entstehender Staub würde sich im Innern der komplex geformten Karosserie festsetzen und die Reinraum-Bedingungen der Lackiererei unterlaufen. Krüger: „Das CMT-Verfahren hat alle bewährten Vorteile des MIG/MAG-Prozesses, und es bringt zwei neue, entscheidende Zusatznutzen ein: CMT ist genauer und schneller als der übliche MIG/MAG-Prozess“.
20.03.2006
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