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KMU wollen „Easy-to-use“-Systeme
Die angerissenen Anwenderbeispiele zeigen ansatzweise das Potenzial und die Einsatzmöglichkeiten der Mensch-Roboter-Kollaboration auf. Für Prof. Dr. Markus Glück, Chief Innovation Officer (CIO) bei Schunk, steht fest, „dass das Co-Acting, also die schutzzaunlose Interaktion mit dem Roboter, unmittelbar vor dem Durchbruch steht“. Haupttriebkräfte seien die ergonomische Entlastung, die Flexibilisierung von Arbeitsprozessen, Effizienzsteigerungen sowie die Ergänzung der Logistik, Beladung, Handhabung und Nachrüstung. Die Art der Implementierung von MRK-Prozessen ist nach wie vor höchst individuell, weiß Dr. Albrecht Hoene, Director Human Robot Collaboration bei Kuka, zu berichten.
Mensch Roboter Kollaboration
„Die Welt ist nicht nur eins oder null“
„Große Unternehmen und internationale Player legen häufig Wert darauf, vorab den zu automatisierenden Prozess genau zu analysieren und zu simulieren. Diesen Aufwand können KMU nicht betreiben, weil sie schlichtweg nicht das Personal dazu haben. Für diese Unternehmen ist es wichtig, dass ein Cobot ‚easy to use’ ist, schnell in Betrieb genommen werden kann und auch Mitarbeiter mit den Robotern arbeiten können, die über keine tiefen Robotikkenntnisse verfügen.“ „Wissenschaftlich belastbare Studien zur Effektivität und Performance von Cobots sind meines Wissens noch nicht vorhanden“, berichtet in diesem Zusammenhang Storms. Das liegt teilweise daran, dass viele Cobots in Unternehmen arbeiten, wo bisher keine wissenschaftlich unterstützten Studien gelaufen sind. Auch handelt es sich dort oft um Insellösungen, die vom Einzelfall nicht auf den gesamten industriellen Fertigungsprozess übertragbar sind. Am WZL befasst man sich derzeit in einem öffentlichen Förderprojekt mit den Anwendungspotenzialen in der Fertigung, wo Feldversuche und Fallstudien gemacht werden. Damit verbunden ist auch die Frage, die viele Unternehmer interessiert: Wie plane ich einen MRK-Prozess und wie setze ich diesen schrittweise um? Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit dem Thema „Werkzeugmaschinen temporär automatisieren“, wo es auch um den Einsatz von Cobots für die dritte mannlose Schicht geht.
MRK-Anwendung erfordert individuelle Prüfung
„Die bisherigen Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich MRK hervorragend eignet, um Kurzläufer- und Time-to-Market-Projekte zu handeln und den Fachkräftemangel da und dort zu kompensieren. Was betriebswirtschaftlich zu bedenken ist, ist ob es Sinn macht, Kurzläuferprojekte im Zeitraum von drei bis fünf Jahren abzuschreiben. Hier muss also individuell geprüft werden, ob für eine eine MRK-Anwendung plus Peripherie eine ausreichende Amortisation gegeben ist. Ich denke, dass es in diesem Bereich in den nächsten fünf Jahren eine rasante Entwicklung geben wird“, prognostiziert Storms.
Den Revolverheld-Androiden werden wir aber auch in absehbarer Zeit nicht sehen, denn trotz aller Fantasie, künstlicher Intelligenz und Hightech-Greiftechnologie: Allein die menschliche Hand verfügt über 39 Steuereinheiten bei einer durchschnittlichen Kraft von 250 N und gilt immer noch als unkopierbares biomechanisches Meisterwerk. Der Revolverheld- Android in Westworld hatte vor rund 45 Jahren übrigens auch eine rein menschliche Hand, nämlich die des Hauptdarstellers Yul Brynner.
* Tilo Michal ist Texter, Redakteur, Pressesprecher sowie Workshop-Trainer und Inhaber der Agentur strichpunkt e. K., Tel. (01 71) 7 84 49 60, pressesprecher67@web.de
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