Die herstellerunabhängige Automatisierungssoftware Codesys (nach IEC-61131-3) wurde überarbeitet. So können Anwender beispielsweise dank der Modularisierung schneller von Updates einzelner Komponenten profitieren. Dazu gibt es weitere Funktionen und zusätzlich ist das Versionsverwaltungssystem Git verfügbar.
Robert Wagner, Leiter des Produktmarketings bei Codesys: „Wir wollen als OPC-UA-Anbieter gesehen werden.“
(Bild: Codesys)
Anlässlich einer Pressekonferenz gab der Kemptener Softwareentwickler Codesys bekannt, dass ab der Version V3.5 SP 17 ein modularisiertes Bearbeiten möglich sein wird. Es werden zwar bei einem „normalen“ Setup wie bisher alle Komponenten automatisch installiert, allerdings erhalten diese jeweils eine eigene Versionierung. Der Vorteil: Alle Komponenten können jetzt auch separat aktualisiert werden. Sobald neue Versionen einzelner Komponenten freigegeben sind, erhalten die Codesys-User direkt im Tool eine Information per Push-Nachricht. Gewünschte Updates lassen sich dann sofort installieren, ohne die Gesamtversion updaten zu müssen. Damit können die Anwender schneller als bisher von Verbesserungen des Tools für ihre tägliche Arbeit profitieren. Beispielsweise muss ein Applikationsentwickler nicht mehr auf die Freigabe eines komplett neuen Service-Packs warten, um bei der Logikprogrammierung die neuen Funktionen eines CFC-Editors zu nutzen.
Mit Codesys Installer Installationen verwalten und anpassen
Im Lieferumfang des Codesys Development Systems ist jetzt der Codesys Installer enthalten: Mit diesem Tool lassen sich sämtliche Installationen auf einem PC verwalten und gegebenenfalls anpassen. Power-User können sich mit dem Installer individualisierte Versionen zusammenstellen und so auf ungenutzte Komponenten verzichten, was den Ressourcenverbrauch verringert und die Installationszeit optimiert. Alle Add-on-Komponenten lassen sich bei Bedarf jederzeit von einem Server nachladen und wie bisher nahtlos integrieren. Ein weiterer Vorteil des Installers: Er ermöglicht es, ein und dieselbe Version des Basissystems mehrfach zu installieren und so unterschiedliche Zusammenstellungen der Add-on-Komponenten zu realisieren. Auf diese Weise können Anwender experimentelle Testinstallationen leicht und sicher von produktiv genutzten Installationen trennen.
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Mit Codesys Automation Server kompatible SPSen zukünftig noch einfacher verwalten
Der Codesys Automation Server zur Verwaltung kompatibler speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPS) bietet nun weitere Funktionen:
Anzeige von Web-Visualisierungen eingebundener Steuerungen aus externen Netzwerken über die abgesicherte Infrastruktur,
Fernwartung von Steuerungen und deren Applikationen über abgesicherte Kommunikation,
erweiterte Benutzerverwaltung mit Rechteverwaltung für den Zugriff u. a. auf Steuerungen, Visualisierungen sowie Datenaufzeichnung und -analyse,
vereinfachte Übersicht angebundener Steuerungen in kompakter Listendarstellung zusätzlich zur Kachel- und Topologie-Ansicht,
erhöhte Sicherheit beim Einloggen durch Zwei-Faktor-Authentifizierung,
zusätzlicher Zugriffsschutz durch Unterstützung der Benutzerverwaltung auf der Steuerung,
vereinfachte Mehrfach-Lizenzierung von Steuerungen bzw. Add-on-Funktionen auf Steuerungen und
Nutzung des Codesys Automation Servers über Git-Datenspeicher-Verzeichnis aus der Ferne.
„Mit den neuen Funktionen können die Nutzer des Codesys Automation Servers ihre Steuerungen noch komfortabler verwalten und die alltäglichen Aufgaben erheblich effektiver erledigen“, erklärt Dieter Hess, Mitgründer und CEO von Codesys.
Das Ganze wird laut Hess von einem Ticketsystem unterstützt: Der Verantwortliche, der den Zugriff hat, gibt an den Servicetechniker ein Ticket frei und dieser kann dann über sein Smartphone mit einem OK beispielsweise eine neue Version oder ein Back-up aus der Ferne über eine sicher Verbindung freischalten. Dieses Vorgehen erhöht auch die Datensicherheit.
Umfassende Integration von OPC UA
Die Anwender können jetzt Informationsmodelle per XML-Datei in ein Codesys-Projekt importieren, daraus mit wenigen Mausklicks Objekt- und Variablenlisten für die Steuerungsapplikation anlegen und über den Codesys OPC UA Server veröffentlichen. Branchenspezifische Variablenvereinbarungen, sogenannte Companion Specifications, sollen sich auf diese Weise einfach in Codesys projektieren und per OPC UA austauschen lassen. Zusätzlich können angebundene OPC-UA-Clients bestimmte Funktionen des SPS-Projekts als OPC-UA-Methoden ausführen und von deren Intelligenz profitieren. Auch bietet der Codesys OPC UA Server jetzt eine Anbindung an die in Codesys integrierte Aufzeichnung von Alarmen und Events gemäß OPC UA Alarms & Conditions.
Mit dem Service Pack 17 von Codesys V3.5 können Anwender den verfügbaren OPC-UA-Client in Codesys noch komfortabler nutzen: Der intuitiv bedienbare Datenquellenverwalter erleichtert jetzt die Anbindung des Clients an beliebige Server sowie das Browsen und Einbinden von veröffentlichten Variablen. Die Funktion ist in der PC-Visualisierung Codesys HMI SL ebenso integriert wie in Codesys Softspsen, sodass Anwender erheblich einfacher herstellerübergreifend Daten austauschen können.
Mit OPC-UA-Protokollen kommunizieren, ohne Codesys zu verlassen
Zumindest auf der Server-Seite erfordert die Client-/Server-Kommunikation über OPC UA leistungsfähige Steuerungen. Das schlanke Protokoll OPC UA Pub Sub eignet sich hingegen auch für weniger leistungsstarke Teilnehmer im Automatisierungsumfeld, wie Feldgeräte. Die Bibliothek Codesys OPC UA PubSub SL ist seit Kurzem im Codesys Store verfügbar und implementiert das Protokoll auf Basis von UDP. Bei der Umsetzung wurde von vornherein eine Schnittstelle für zeitsynchronisierte Kommunikationsprotokolle vorgesehen. Damit sei Codesys bestens vorbereitet, um künftig OPC-UA-basierte Feldbusse wie OPC UA FX zu implementieren und das umfassende Angebot an Feldbussen in der Plattform zu ergänzen. Robert Wagner, Leiter des Produktmarketings von Codesys, unterstreicht: „Wir wollen als OPC-UA-Anbieter gesehen werden.“
Stand: 08.12.2025
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Codesys-Anbindung an das Versionsverwaltungssystem Git ist jetzt verfügbar
Im Rahmen der Codesys Professional Developer Edition bieten die Kemptener Hersteller des marktführenden IEC-61131-3-Tools bereits seit Jahren eine Anbindung an das Versionsverwaltungssystem Apache Subversion an. Seit kurzem ergänzt eine Anbindung an die beliebte Open-Source-Versionsverwaltung Git das Add-on-Bundle.
Mit dem Plug-in Codesys Git wird das Codesys Development System zum nativen Git-Client. Somit lässt sich der Quellcode von Steuerungsapplikationen in verteilten Datenbanken verwalten, sogenannten Repositories. Dabei protokolliert das System Änderungen von Quellcode im Entwicklungsprozess, ermöglicht die Archivierung und Wiederherstellung von Projektständen und verwaltet den gemeinsamen Zugriff mehrerer Entwickler auf die Dateien sowie mehrere Entwicklungszweige eines Projektes.
„Der Vorteil von Git ist, dass mehrere Leute gleichzeitig daran arbeiten können“, erläutert Manfred Werner, Mitgründer und CEO von Codesys. „Das macht die Arbeit effizienter.“
Codesys Git ist im Lizenzbundle „Codesys Professional Developer Edition“ enthalten. Abonnenten des Bundles können Codesys Git ab sofort und ohne Mehrkosten nutzen. Interessierte Anwender können die Demo-Version des Add-On-Tools installieren und dessen Funktionen 30 Tage lang kostenlos testen.