Doch wahr Continental plant Abspaltung des Autozuliefergeschäfts

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Lange sträubte sich das Conti-Management um Chef Nikolai Setzer öffentlich gegen Berichte und Spekulationen in diese Richtung. Doch nun scheint es sich zu bestätigen

Jetzt ist es raus! Continental wird sich doch von der Autozuliefersparte trennen. Es wird auch eigene Börsengänge geben, wie es weiter heißt. Leider stehen nun auch viele Stellen auf der Kippe – vor allem in der Verwaltung.(Bild:  Continental)
Jetzt ist es raus! Continental wird sich doch von der Autozuliefersparte trennen. Es wird auch eigene Börsengänge geben, wie es weiter heißt. Leider stehen nun auch viele Stellen auf der Kippe – vor allem in der Verwaltung.
(Bild: Continental)

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental plant die Aufspaltung des Konzerns und will sich von der seit langem schwächelnden Autozuliefersparte trennen, wie die dpa meldet. Der Konzern will so die Weichen stellen, um ohne das Autogeschäft erfolgreicher zu werden, wie es weiter heißt. Vom einstigen Börsenwert von zeitweise über 45 Milliarden Euro in den Jahren bis 2018 sind derzeit nur noch rund 10 Milliarden geblieben. In den vergangenen Monaten haben sich die Märkte und die Continental-Kunden – insbesondere in der Automobilindustrie – sehr dynamisch weiterentwickelt. Aber regional stark schwankende Entwicklungen der Märkte sowie der durch Software getriebene Technologieumbau erforderten künftig mehr Flexibilität und weitreichenderen, unternehmerischen Handlungsspielraum. Deshalb will sich Continental aufspalten.

Den Investoren dürfte die Continental-Aufspaltung gefallen

Angedacht sei nun eine Aufsplitterung und damit eine separate Börsennotierung des Autozuliefergeschäfts. Das soll im Rahmen eines sogenannten Spin-Offs geschehen. Die Hannoveraner prüfen demnach derzeit die erforderlichen Schritte für eine solche Maßnahme. Die Aktionäre werden damit Eigentümer von zwei getrennten Konzernen. Der eine Teil halte weiter die profitable Reifensparte und die Kunststofftechnik. Der andere bestünde aus den Geschäften mit Bremsen, Elektronik, Displays und sonstigen Teilen für die Autoindustrie. Ziel eines Spin-off sei es, das Wert- und Wachstumspotenzial der beiden dann getrennten Konzerne auszuschöpfen. Am Kapitalmarkt wurde sowieso bezweifelt, dass die derzeitigen Konzernteile viele Überschneidungen und damit Synergien bieten. Investoren missfällt es in aller Regel, wenn ein erfolgreicher Konzernteil einen schwächelnden mittragen muss, wie es dazu heißt.

Conti-Sparmaßnahmen werden über 7.000 Stellen kosten

Der Vorstand wird, heißt es, nach einer Detailprüfung voraussichtlich im vierten Quartal über einen Spin-Off entscheiden. Danach muss die Hauptversammlung im kommenden Jahr zustimmen. Erfolgt das „Ja“ ist ein Abschluss der Transaktion bis Ende 2025 geplant. Contis Reifengeschäft ist seit vielen Jahren der Gewinnbringer der Niedersachsen. Vom Umsatz bleibt nämlich regelmäßig ein 2-stelliger Prozentsatz als operativer Gewinn hängen. Aber das Autozuliefergeschäft ist zwar größer, doch vor allem in den vergangenen Jahren wenig erfolgreich. Vergangenes Jahr schrieb der Bereich erstmals seit 2019 überhaupt wieder schwarze Zahlen. Die Sparte ächzte etwa unter hohen Investitionskosten, Zollstreitigkeiten sowie (viel viele Unternehmen) unter hohen Energie- und Logistikosten. Zuletzt hatte Conti in der Sparte den Rotstift angesetzt. Rund 7.150 Stellen stehen nun zur Disposition. Davon gehören 5.400 der Verwaltung an. Der Rest betrifft die Forschung und Entwicklung. Bis 2025 sollen die jährlichen Kosten der Sparte um 400 Millionen Euro sinken.

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