Der Produktionsdienstleister Manroland Web Production setzt in der Arbeitsvorbereitung auf eine Software mit vordefinierter, adaptierbarer Datenbasis für zahlreiche Fertigungsverfahren. Damit spart der Lohnfertiger Ressourcen und kalkuliert mit exakten Zahlen.
Fast 60 Arbeitsplätze und 2.500 Arbeitsgänge pro Jahr werden derzeit mit der Planungslösung von HSI berechnet.
(Bild: Manroland Web Produktionsgesellschaft mbH)
Die Manroland Web Produktionsgesellschaft verbucht als Komplettlieferant für mechanische Komponenten jährlich etwa 250.000 Fertigungsstunden. Die Arbeitsschritte reichen vom Design über die Fertigung von Bauteilen bis hin zur Montage, Verdrahtung, Inbetriebnahme und Qualitätsprüfung in den Bereichen mechanische Fertigung, Blechtechnik, Oberflächentechnologien und Montage. Hervorgegangen aus dem Hersteller von Rollenoffset-Druckmaschinen, Manroland Web Systems, ist das Augsburger Unternehmen seit 2017 eine eigenständige Gesellschaft innerhalb der Possehl-Gruppe mit weltweit mehr als 12.500 Beschäftigten.
Die zuverlässige Termineinhaltung ist für das Fertigungsunternehmen selbstverständlich. Voraussetzung dafür ist eine belastbare Arbeitsvorbereitung. Ursprünglich arbeitete der Hersteller mit einer Softwarelösung, die einzelne Komponenten im Fräsbereich tabellarisch abbildete. „Außerdem haben wir auf Vergleichsarbeitspläne gesetzt und Zeitkalkulationen überwiegend aus Referenzwerten abgeleitet“, blickt Herbert Schalk, Arbeitsplaner im Vertrieb zurück. Erfahrungswerte in der Arbeitsplanung haben hier eine große Rolle gespielt. Um den Austausch zwischen Fertigung und Vertrieb zu optimieren, suchte das Unternehmen nach einer Lösung, die eine einheitliche Datenbasis für Arbeitsvorbereitung und Kalkulation bietet. Das strategische Ziel, in der Lohnfertigung zu wachsen, sollte durch eine nachvollziehbare Datenbasis unterstützt werden. Wichtig waren zudem die Integration in die bestehende SAP-Landschaft sowie eine Lösung auf dem aktuellsten Stand mit entsprechenden Supportleistungen.
Weitere Anforderungen bestanden in einem geringen Pflegeaufwand sowie eine bereits integrierte Grunddatenbasis für die Kalkulation.
Vorkonfigurierte Verfahrensmodule mit Schnittwerten und Regelwerk
Im Rahmen eines Markterkundungsprozesses standen Gespräche mit Kunden auf dem Plan, die bereits auf die Lösungen der Erfurter Arbeitsplanungsspezialisten HSI setzten. Die Empfehlung überzeugte die Verantwortlichen, sodass das Unternehmen seit 2019 mit dem Modul HSplan/IS SAP plant und mit HSkalk/TK kalkuliert. Zentraler Beweggrund bei der Entscheidung war die adaptierbare Technologiebasis: Dort sind die gängigsten Fertigungsverfahren, wie das Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen, Erodieren, Verzahnen, Schweißen oder Montieren als vorkonfigurierte Verfahrensmodule mit allen erforderlichen Regeln und branchenüblichen Schnittwerten bereits abgebildet. „Durch diesen Grundstock waren wir mit der neuen Lösung in der Lage, Kalkulationen zeitnah und mit guter Datenqualität anzubieten“, betont Herbert Schalk. Einen großen Vorteil sieht er in der schnellen und intuitiven Anpassungsfähigkeit der Basiswerte und Planungslogiken an die unternehmensspezifischen Gegebenheiten. „Die Einführung der neuen Lösung verlief reibungslos. Im Vorfeld haben wir von HSI Key-User-Schulungen erhalten. Die Anwendung war danach vollkommen klar“, so Michael Leitenmaier, Key User der neue Lösung. Die benötigten Parameter wurden gemeinsam mit HSI definiert und das Tabellen- und Regelwerk vollständig an die Bedürfnisse von Manroland-wp angepasst.
Intuitive und vollständig in SAP integrierte Prozesse
Bis heute hat der Produktionsdienstleister circa 3.000 Kalkulationen mit HSI erstellt und in SAP etwa 1.500 Arbeitspläne berechnet. Die Handhabung der Lösung ist selbsterklärend: Im SAP-Standard beschreibt der Arbeitsplaner die Vorgangsfolge. Unterhalb der Vorgänge ergänzt HSplan/IS SAP dann die Ebene der Arbeitsstufen. In der Vorgangsübersicht kann über die Symbolleiste der Stufeneditor aufgerufen werden. Dort bietet die Lösung arbeitsplatzbezogene Berechnungsabläufe an. Sobald ein Berechnungsablauf ausgewählt und die Parameter eingegeben sind, erfolgt die Abarbeitung der Regellogik auf dem HSI-Server. In den Arbeitsstufen werden die berechneten Werte gespeichert. Nach Verlassen des Stufeneditors geht es zurück in der Vorgangsübersicht. Dabei werden die berechneten Planzeiten automatisch in die SAP-Zeitfelder übernommen. Die gleichen Berechnungsabläufen lassen sich im Übrigen außerhalb vom SAP verwenden. Mit HSkalk/TK wird die kostengünstigste Fertigung ermittelt, indem zusätzlich zu den Zeiten auch Selbstkosten aller Fertigungsteile bis hin zur kompletten Baugruppe ausgegeben werden. Es lassen sich dabei Stückkosten kalkulieren sowie Rüstkosten umlegen oder separat ausweisen. Die in der Technologiebasis hinterlegten Maschinenparameter ermöglichen in der Vorkalkulation zudem einen arbeitsplatzbezogenen Vergleich von Stück- und Rüstkosten.
Die Manroland Web Produktionsgesellschaft ist Komplettlieferant für mechanische Komponenten vom Design über die Fertigung von Bauteilen bis hin zur Montage, Verdrahtung, Inbetriebnahme und Qualitätsprüfung.
(Bild: Manroland Web Produktionsgesellschaft mbH)
Ressourcenschonend planen und kalkulieren
Das Wälzen in Tabellen und Suchen in Ordnern, um Vergleiche abzuleiten, gehört seit der Einführung der Lösung bei Manroland-wp der Vergangenheit an. „Wir sind in der Arbeitsplanung und Kalkulation jetzt deutlich schneller“, so Herbert Schalk. Die nachvollziehbaren Werte sorgen dafür, dass sich Fertigung und Verkauf transparent darüber abstimmen kann. Das sei auch eine wichtige Basis, um im Nachgang die Rückmeldungen aus der Fertigung einfließen zu lassen. So bilden die hinterlegten Werte immer auch tatsächlich das ab, was realisierbar ist. Der Verkauf meldet zurück, dass die Preise heute näher an der Realität seien: „Früher haben wir Preise anhand von Erfahrungswerten gebildet. Das war nicht immer von Vorteil“, erklärt Herbert Schalk. HSI schaffe die Basis für eine durchgängige und weitgehend automatisierte Arbeitsweise, eine exakte Arbeitsplanung und Planzeitermittlung sowie eine einheitliche Kalkulationsbasis.
In Aussicht: Stücklistenbasierte Planzeitermittlung in der Montageplanung
Manroland-wp kalkuliert inzwischen nahezu das gesamte Leistungsspektrum im mechanischen Bereich mit HSI. Fast 60 verschiedene Arbeitsplätze und etwa 2.500 Arbeitsgänge im Jahr werden derzeit mit der Planungslösung berechnet. Für die Zukunft ist das Unternehmen durch die Anpassungsfähigkeit der Software gut aufgestellt: „Unser Geschäft verlangt immer mehr Angebote von Baugruppen und kompletten Anlagen. Dafür benötigen wir in Zukunft auch die Möglichkeit, Angebote auf Basis von Stücklisten zu generieren“, blickt Herbert Schalk nach vorn. Außerdem sollen bald vorhandene STEP- und DXF-Dateien in HSI verarbeitet werden, um im Einzelteilgeschäft Angebote noch schneller erstellen zu können. „Unsere Kunden sind maßgeblich an der Weiterentwicklung unserer Lösungen beteiligt“, so Andreas Heß, Geschäftsführer von HSI. Deswegen sei bereits die Implementierung der stücklistenbasierten Planzeitermittlung für Montageprozesse geplant.
Stand: 08.12.2025
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* Silvia Funke ist freie Fachjournalistin aus Leipzig.