Wenden und Warnungen Das tut sich zwischen China und der EU

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Chinas Exporte steigen, wie die dpa berichtet. Es scheint also wieder etwas aufwärts zu gehen. Gleichzeitig werde China immer unattraktiver für europäische Player. Und die EU-Kammer warnt die Asiaten.

Schärft China weiter die wirtschaftlichen Krallen, um der Welt zu zeigen, wie stark man ist? Das geht aber anscheinend nur durch staatliche Finanzierungen. Immerhin steigen die Exporte. Doch wie es aussieht, verliert der Standort China parallel an Attraktivität für Investitionen ...(Bild:  Dragon World)
Schärft China weiter die wirtschaftlichen Krallen, um der Welt zu zeigen, wie stark man ist? Das geht aber anscheinend nur durch staatliche Finanzierungen. Immerhin steigen die Exporte. Doch wie es aussieht, verliert der Standort China parallel an Attraktivität für Investitionen ...
(Bild: Dragon World)

Ein Hoffnungsschimmer blinzelt für die wirtschaftliche Erholung Chinas. Denn die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft sind im August stärker als erwartet gewachsen. Wie aus Daten der Pekinger Zollbehörde hervorgeht, stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent auf umgerechnet 309 Milliarden Dollar (etwa 280 Milliarden Euro). Damit haben die chinesischen Exporte den fünften Monat in Folge zugelegt. Die Importe erhöhten sich dabei um 0,5 Prozent. Analysten hatten zuvor ein Exportplus von 6,6 Prozent erwartet, während sie von einem Anstieg der Importe um 2,5 Prozent ausgingen. Aus den Angaben der Zollbehörde geht hervor, dass die Exporte in fast alle Märkte gestiegen sind. Und das mit deutlichen Steigerungen bei den Lieferungen in die EU, nach Indien und Brasilien. Die Exporte in die USA stiegen um etwa fünf Prozent (höchsten Stand seit September 2022), während auch die Lieferungen nach Russland zunahmen.

China belastet die Wirtschaft anderer Länder

Im Handel mit Deutschland gab es im August besonders große Abweichungen, wie es weiter heißt. Denn während Chinas Exporte um 21,3 Prozent stiegen, brachen die chinesischen Importe aus Deutschland um 17 Prozent ein. Seit Jahresbeginn sind Chinas Exporte zu uns im Vorjahresvergleich um drei Prozent gestiegen, während die Einfuhren um 12,4 Prozent sanken. Seit annähernd zwei Jahren sind die Produktpreise rückläufig. Während sich China Sorgen über eine Deflation mache, seien andere Länder aufgrund der Flut günstiger Exporte nicht begeistert. So haben zuletzt die EU und die USA hohe Zölle auf in China hergestellte Elektroautos verhängt. Peking plant seit längerem auch, die Wirtschaft umzustrukturieren. Um etwa neue Wachstumstreiber zu schaffen, wird der Ausbau von Hochtechnologiesektoren (erneuerbare Energien und eben Elektromobilität) staatlich gefördert. Allerdings kämpfen die neuen Branchen mit ihren Überkapazitäten.

Europäische Unternehmen zaudern bei China

Chinas Markt wird für europäische Unternehmen wegen den eben nicht erfüllten Reformen und zunehmenden Problemen zusehends unattraktiver, wie Experten registrieren. Bei einigen Unternehmen fangen die Risiken einer Investition in China bereits an, die Erträge zu überwiegen, wie aus dem jährlichen Positionspapier der EU-Handelskammer in Peking hervorgeht. Dieser Trend werde sich verstärken, wenn die Hauptbedenken der Unternehmen nicht beseitigt würden. Ein konkretes Handeln ist deshalb nötig, um das Blatt noch zu wenden, forderte die Interessenvertretung, die über 1.700 Mitglieder zählt. Die Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz, die den chinesischen Markt für ausländische Unternehmen so attraktiv gemacht haben, nehmen also stetig ab. Zusätzlich ist das Geschäftsumfeld auch noch politisierter, liest man in dem Papier. Neu ist laut Kammerpräsident Jens Eskelund, dass sich die wirtschaftliche Lage in China selbst weiter verschlechtere.

So denken Unternehmen über den Standort China

Dass man in China Geld verdienen kann, wird immer fraglicher, erklärt Eskelund. Einen Rückzug europäischer Firmen sehe die Kammer aber nicht. Viele Unternehmen müssten sogar in China sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Einige prüften aber bereits Möglichkeiten, die Produktion teilweise an andere Standorte zu verlagern. Andere warten die weitere Entwicklung Chinas einfach ab, bevor sie neu in das Geschäft in der Volksrepublik investieren. Zu den Letzteren gehörten jene, denen Peking beweisen müsse, dass China weiter ein attraktiver Standort sei.

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