China Market Insider
Das Windrad-Dilemma zwischen Europa und China

Ein Gastbeitrag von Henrik Bork 6 min Lesedauer

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Billige Windturbinen aus China – Segen oder Fluch? Dieser Frage muss sich der europäische Markt stellen mit der klaren Gewissheit, dass sich Europa eigene Hürden baut.

Die chinsischen Anbieter breiten sich aus und können bald an der Spitze der euopäischen Windrad-Industrie stehen.(Bild:  © Eisenhans - stock.adobe.com)
Die chinsischen Anbieter breiten sich aus und können bald an der Spitze der euopäischen Windrad-Industrie stehen.
(Bild: © Eisenhans - stock.adobe.com)

Das Windkraft-Dilemma der Europäischen Union kann in einem Satz zusammengefasst werden: Will man billige Windräder aus China und damit günstige Strompreise, oder will man die heimische Windrad-Industrie schützen? So hat es der CEO von Total Energies, Patrick Pouyanne, Ende September auf einer Konferenz für grüne Energie in Paris formuliert. „Es gilt, kollektiv eine Wahl zu treffen, ob wir den Elektrizitätspreisen den Vorrang geben, oder ob wir Jobs in Europa den Vorrang geben“, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg den CEO.

Ein gefährlicher Wettbewerb zwischen Europa und China

Dieses Dilemma ist der Hintergrund für den nächsten Handelsdisput, der sich gerade zwischen der EU und China zusammenbraut. Kurz nachdem die EU-Kommission im September eine Antisubventionsuntersuchung gegen chinesische E-Autos eingeleitet hat – was Chinas Regierung als „Akt des nackten Protektionismus“ bezeichnet hat – denkt man in Brüssel über eine ähnliche Untersuchung der chinesischen Industrie für Windenergie nach.